Buchrezension

Gott – persönlich und nah

Wie gewöhnliche Menschen Gott erlebt haben. Eine Rezension

Was tun, wenn man in einem Glaubenstief feststeckt und den Eindruck hat, Gott ist weit weg? Wenn jedes Gebet unbeantwortet zurückzukommen scheint? Diese Frage nagt an jedem mal – sogar am fröhlichen Motivationstrainer David Kadel. Selbst wenn es sein Job ist, anderen Mut zu machen – auch er braucht Menschen, die ihn inspirieren. Aus diesem Grund hat er Freunde und Bekannte nach ihren Erlebnissen mit Gott gefragt, deren Geschichten gesammelt und nun veröffentlicht. „Wenn du für Sonne betest, lass den Schirm zu Hause. Von erhörten Gebeten und anderen Wundern“ erzählt 32 kurze Erlebnisse zwischen Alltagssorgen und himmlischen Momenten.

"Wenn du für Sonne betest, lass den Schirm zu Hause" ist am 11. Juni 2015 bei Gerth Medien erschienen. Herausgeber ist Buches ist David Kadel.

Gott greift ein – gerade noch rechtzeitig

Eine Adrenalin-Spritze, die jemand „zufällig“ in der Handtasche hat und damit ein Leben rettet; ein „zufällig“ aufgeschlagener Bibelvers, der eine dringende Frage beantwortet; oder auch Geld im Briefkasten zur Zeit eines finanziellen Engpasses, von dem keiner weiß – Gott begegnet den Schreibern der Erlebnisse auf unterschiedliche Weise in verschiedenen Situationen. Eins haben die Geschichten aber gemein: Gott sieht, was die Person jeweils braucht. Und greift gerade noch rechtzeitig ein.

So ist es zum Beispiel auch bei Sabine Langenbach: Sie macht mit ihrer Tochter einen Ausflug in eine nahegelegene Großstadt. Als sie dort ankommen, bekommt Sabine einen Schock: Sie hat ihr Portemonnaie vergessen! Was nun? Mutter und Tochter gehen ziellos spazieren und sehen „zufällig“ eine offene Kirche. Sie gehen hinein und begegnen prompt einer Diakonisse, die nach ihrer Geschichte fragt. Sabine erzählt vom vergessenen Geldbeutel, da drückt die Diakonisse ihr plötzlich etwas in die Hand: 20 Euro, damit sich die beiden einen schönen Tag machen können. Sabines Fazit nach dieser Begegnung: „Das macht mir Mut für Situationen in meinem Leben, in denen nicht alles nach (meinem!) Plan läuft! Gott sorgt für mich! Im Großen wie im Kleinen! Darauf ist Verlass!“ (S.64)

Mittendrin statt nur dabei

Und das macht den Charme des Buches aus: Die Schreiber der Geschichten geben einen ganz persönlichen Einblick in eine Lebenssituation. Sie zeigen ihre Gefühls- und Gedankenwelt und lassen den Leser an ihren Fragen, Zweifeln und Herausforderungen teilhaben. Und hier wird deutlich: Es handelt sich um ganz normale Menschen wie dich und mich. Menschen, die sich Gott in ihrem Leben wünschen, immer wieder nach ihm fragen und auf eine Antwort von ihm warten.

Sebastian Frank ist einer von ihnen. Sein Vater liegt im Sterben und Sebastian befürchtet, dass ihm der schlimmste Moment seines Lebens bevorsteht. Doch nachdem der anwesende Priester gemeinsam mit der Familie betet, verändert sich die Atmosphäre: „Die Schwere des Augenblicks wurde aufgelöst. Es war im Moment der Traurigkeit eine Befreiung. Auch an unserem Vater war eine Reaktion zu erkennen. Das quälende und angestrengte Atmen wich und beruhigte sich. Es war, als ob er sich seiner Gedanken entlehnte und seinen Frieden fand. Gott war unter uns, das konnte man spüren. Je mehr ich mit Gott in meinem Inneren sprach, desto mehr wich die Angst. Die Atmosphäre war zu meiner Überraschung von großer Dankbarkeit erfüllt. Diesen Moment teilen zu dürfen und meinem Vater an der Seite zu stehen, war für mich ein Geschenk.“ (S. 112)  

Im Grunde genommen könnte diese Erzählungen Geschichten der Bibel sein. Auch dort wird über Menschen berichtet, die trotz Fehler und Schwächen Gott begegnen. Was das Besondere an diesem Buch ist? Wir erleben die Situationen aus der Perspektive dessen, der sie durchsteht. Da, wo die Bibel oft sachlich zusammenfasst, führen die einzelnen Schreiber aus, wie ihnen in der jeweiligen Situation zumute war. Diese unverblümte Ehrlichkeit hilft, sich mit den Personen zu identifizieren. Und vielleicht kommt der eine oder andere Leser dann zu dem Schluss: „Wenn Gott diesen ganz gewöhnlichen Menschen begegnet, begegnet er mir auch.“ 

Fazit

Das Buch ist Balsam für jeden, der sich Gottes Nähe wünscht und an ihr zweifelt. Die Geschichten zeigen: Gott begegnet ganz gewöhnlichen Menschen. Dadurch, dass jedes Erlebnis für sich steht, wird Gottes Handeln nicht verallgemeinert und die Erfahrungen nicht theologisiert. Das Buch enthält deswegen keine Formeln oder Prinzipien, sondern das Leben. Echt und unverblümt. Lesens- und verschenkenswert!


Am 26. August 2015 erscheint aus dem Buch "Reden ist Leben" von Daniela Güntner. Sie erlebt Gott auf eine besondere Weise, als sie für ihre behinderte Tochter betet.


Kommentare

Von Pia S. am .

BE BLESSED
vielen dank!
FREUNDLICHE GRÜSSE,


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