Andacht

Jeder Tag ein neuer Anfang

Das Leben mit Jesus ist mehr als eine Entscheidung. Eine Andacht

Beginnt jemand eine Beziehung zu Jesus, entsteht etwas Neues. In frommen Kreisen bezeichnet man die Entscheidung als „Bekehrung“; die Bibel nennt es „von neuem geboren“. Mit dem Moment der Entscheidung –  oder wie in meinem Fall ein Prozess – passiert etwas Spektakuläres: Gott vergibt einem jegliche Schuld. Und als wäre das nicht genug, setzt er noch einen direkten Draht zu sich oben drauf. Aber was passiert, wenn danach der Alltag wieder einkehrt? Und das Neugewonnene von alten Gewohnheiten überrollt wird?

Zurück zu alten Mustern?

Als ich mich mit 14 Jahren für ein Leben mit Jesus entschieden habe, habe ich einen inneren Frieden und eine tiefe Ruhe in mir gespürt. Es war ein wohlig warmes Gefühl, das ich zuvor noch nie erlebt hatte. Ich war überglücklich. In den Wochen danach fand ich in allem Trost bei Jesus: Fühlte ich mich von Lehrern oder Mitschülern unfair behandelt, verbrachte ich Zeit im Gebet und fand neuen Mut. Habe ich in einer Klassenarbeit schlecht abgeschnitten und war enttäuscht von mir, baute mein Glaube an Jesus mich wieder auf.

Aber je älter ich wurde, desto größer wurden die Abstände, in denen ich diese Ballaste bei Jesus ablud. Ich hatte in der Zwischenzeit viel gelernt: Ich achtete weniger darauf, was andere über mich dachten. Ich hatte außerdem keinen perfektionistischen Anspruch mehr an mich. Die alltäglichen Lasten kamen mir leichter vor, also trug ich sie länger mit mir herum. Bis es irgendwann so viele wurden, dass ein kleiner Fehler mich mit einem Mal übermannte. Erst dann erinnerte ich mich wieder daran, was Jesus mir eigentlich geschenkt hatte.

Ein neuer Mensch, der immer wieder neu werden muss

Aus diesem Grund liebe ich Paulus‘ Worte in Kolosser 3, 10: „Ihr seid neue Menschen geworden, die ständig erneuert werden.“ Zu einem neuen Menschen werden wir, wenn wir uns für Jesus entscheiden; wenn wir beschließen, unser Leben von nun gemeinsam mit ihm gestalten wollen. Ab diesem Zeitpunkt beginnt ein ganz neues Leben mit großartigen Auswirkungen! Und dennoch: Diese Entscheidung reicht für den Alltag nicht aus. Im Alltag muss ich ständig erneuert werden.

Nach jeder Verletzung, die ich durch andere Menschen erlebe; nach jedem bösen Wort, das ich einem anderen um die Ohren haue. Aber auch nach jedem fiesen Gedanken, den ich über mich habe, brauche ich einen Neuanfang. Das Schöne ist: Jesus wird nie müde, mich zu erneuern. Ich kann mich jeden Tag an ihn wenden und mich neu machen lassen. Und mit jedem Mal klammere ich mich wieder fest an ihn. Diese Nähe zu Jesus bewirkt, dass seine Eigenschaften ein wenig auf mich abfärben – was mich nochmal auf eine andere Art zu einem neuen Menschen macht. Verhalte ich mich in einer Situation aber nicht Jesus-ähnlich: Er schenkt wieder einen Neuanfang. Diese Zusage gilt jedem. An jedem Tag. Machen wir Gebrauch davon!


Kommentare

Von Angelika M. am .

.Mein erster gedanke...

Mein erster gedanke ist Gott
,wenn ich am Morgen die Augen auf mach
,hat mich Gott schon wach gemacht,er weckte mich wie immer,
ganz sanft und lieb, mit seinem schönsten Tageslicht
Gott ist mein Rythmus meine erste strophe am Morgen
Gott übergebe ich all meine sorgen
ich bitte ihn,
meine Familie und alles auf dieser Welt zu beschützen,
und mich
durch diesen neuen Tag zu unterstützen
um mir seine Hand zureichen,
bevor mein erster gedanke zum alltag mehr

Von Bettina am .

oder auch: "Fange Nie an aufzuhören - höre Nie auf anzufangen"

Von Gabi K. am .

Diese Erneuerung einmal gespürt ist etwas Wunderbares. Gerade nach "Dürrezeiten", wie oben beschrieben, wenn Verletzungen innerhalb der Familie geschehen. Nur Gott kann uns durch seinen Hl.Geist sensibilisiern oftmals die Ruhe zu bewahren und auszuharren um den Frieden hinterherzujagen.

Von maite am .

toll. diese übersetzung: ( ...)die ständig erneuert werden, kannte ich so noch gar nicht. auch den aspekt des fortwährenden neuanfangs mit Jesus empfinde ich als sehr ermutigend. ich finde, sie haben das thema sehr gut und tief beleuchtet, liebe christine keller, und es obendrein in eine lockere schreibe verpackt, die lust aufs lesen und weiterlesen macht. danke schön!

Von Christine Keller am .

Lieber Klaus W., danke für Ihre Rückmeldung zu der Andacht!
Die "Geburt von oben" - wie die Bibel es bezeichnet - ist definitiv ein Geschenk von Gott. In Johannes 6,44 steht, dass der Vater Menschen zu sich zieht. Trotzdem: Wir haben einen freien Willen. Wir können uns für oder gegen dieses Geschenk entscheiden. Diejenigen, die sich entscheiden, Jesus anzunehmen, werden dann zu Gottes Kindern (vgl. Johannes 1,12). Wenn Sie sich noch weiter mit dem Thema Vorherbestimmung beschäftigen möchten, mehr

Von Silvia am .

Vielen Dank für die ermunternden Worte, ja es ist gut sich immer gleich an den Herrn zu wenden und die kleinen und großen Sorgen bei Ihm abzugeben. Manches trägt man viel zu lange mit sich herum, dabei ist es so einfach und auch schön, einen so guten Gott zu haben.

Von Klaus W. am .

Zur eigenen Geburt kann man sich nicht entscheiden, zur Geburt aus Gott auch nicht. Die Bibel bekräftigt diese Selbstverständlichkeit ausdrücklich , -Johannes 1,13


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