Kommentar

Im finsteren Tal

Zum Absturz von Flug 4U-9525

Wie viele Menschen in Deutschland habe auch ich gestern bis spät abends die Nachrichten zum Absturz des Germanwings-Airbus in den französischen Alpen verfolgt, bei dem alle 150 Menschen an Bord ums Leben kamen.

Ich habe in den Medien mitverfolgt, dass die verzweifelten Angehörigen am Flughafen Düsseldorf von Notfallseelsorgern betreut werden. Ich habe in den Medien mitverfolgt, dass Politiker aus Deutschland, Frankreich und Spanien zum Unglücksort eilten und von tiefer Erschütterung und einem unfassbaren Schock sprechen.

Ich habe in den Medien mitverfolgt, dass Schüler und Lehrer in Haltern am See Kerzen anzünden, wie ein Bürgermeister versucht, das Erleben in seiner Stadt vor den Kameras in Worte zu fassen. Ich habe in den Medien mitverfolgt, dass der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa sich tief getroffen zeigt und vom schwärzesten Tag in der Unternehmensgeschichte spricht.

Ich habe in den Medien mitverfolgt, dass Luftfahrtexperten zu möglichen Absturzursachen befragt werden. Ich habe in den Medien mitverfolgt, wie sicher Flüge statistisch sind, welche Flugzeuge Airbus schon verloren hat, wie die Bergungsarbeiten anlaufen.

Alle diese Bilder, Interviews, Berichte und Fragen sind für meinen Kopf verständlich, nachvollziehbar - und lassen meine Seele doch hilflos zurück. Auf viele Fragen, die gestern in den Medien gestellt wurden, wird es im Lauf der nächsten Tage, Wochen und Monate Antworten geben. Aber alle Antworten stehen hilflos dahinter zurück, dass in den Familien und Freundeskreisen von 150 Männern, Frauen und Kindern das Leben nie wieder so sein wird wie vor dem 24. März 2015.

Christen wissen um die Realität eines barmherzigen Gottes, der uns im Leid manchmal näher kommt als jemals sonst im Leben. Als Christ will ich heute nicht nur die Bergungsarbeiten und die Ermittlung der Unfallursache „in den Medien mitverfolgen“ - sondern für alle Angehörigen beten, dass die Nähe unseres barmherzigen Gottes ihre Seele in diesen Tagen tröstet, wie es in den Jahrtausende alten Worten des 23. Psalms zum Ausdruck kommt:

Trost in den Worten des Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. 

Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. 

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Amen.

Ich weiß nicht, ob Sie beten können. Aber wenn Sie es können - dann lade ich Sie herzlich ein, mit zu beten. 


Kommentare

Von H.Lewerenz am .

...wie sollte man diese (recht veraltete Sprache) und daher diese Botschaft in diesen Sätzen herausdeuten oder gar etwas damit anfangen, oder etwa mich trösten können??? Was sollte damit , wenn so viele tragische Weltereignisse , Morde, Attentate,
Unschuldstötungen und Kriege weiterhin
geschehen,...meine Seele trösten???
Wie und wodurch sollte das geschehen??
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen ein Leben lang? Wie kann man soetwas behaupten und vorraussagen? Es wäre wunderbar, mehr

Von Lydia R. am .

Lieber Herr Jesus stehe all den Angehörigen dieser Menschen bei, die bei diesem Flugzeugunglück ums Leben gekommen sind. Gib du lieber Herr Jesus all diesen Angehörigen die nötige Kraft und den Trost, den sie gerade jetzt brauchen in ihrem Leid. Hilf bitte allen, die verzweifelt sind und das Unglück nicht fassen können. Danke, dass wir dir alle Anliegen bringen dürfen. Danke, dass du der Retter bist. In der Bibel steht geschrieben: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst mehr

Von Corinna A. am .

Hallo Jörg,
auch ich habe soeben Ihren Kommentar gelesen und bin entsetzt, das Flugzeugunglück betreffend, bin ich doch auch mit einem Airbus 2011 in Spanien (Malaga) gewesen. Der Psalm ist gut von Ihnen gewählt. Er ist mein Konfirmationsspruch. Gottes Segen für die leidenden Angehörigen. Ihnen für die weitere Arbeit weiterhin Gottes Segen. Schließe mich dem Beten-Team an. LG Corinna A.

Von Heidi K. am .

Du Tröster, du tröste uns alle mit deinem Trost,den du uns in deinem lebendigen Wort versprochen hast.

Von Johanna am .

Abba , lieber Vater, ich schliesse mich den vielen Gebeten an, um deine Nähe zu spüren, besonders bei allen Hinterbliebenen, Angehörigen, Freunden, die direkt von diesem Unglück betroffen sind. Es wurde finster, und in dieser Finsternis, schrie auch Jesús in einem Moment (als Mensch) am Kreuz zu Gott: mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? ER starb allein, für dich, für mich! Der Friede Gottes, der alle Vernunft übersteigt, ruhe auf dich, ruhe auf mich. Amén

Von Sylvia P am .

Herr Jesus, was unsere Seelen nicht fassen können, bringen wir vor dich. Dieses unendliche Leid. Herr, wir verstehen nicht. Aber wir verurteilen auch nicht. Du bist der Herr. Unser menschliches Fassungsvermögen reicht nicht aus, um die Tiefe einer solchen Tragik zu erfassen. Wir überlassen es dir. Bitte sprich du Trostworte zu den Hinterbliebenen, die nur du sprechen kannst. Wir Menschen sind nicht dazu in der Lage. Doch in deiner Gnade gebrauchst du uns Menschen dazu. Bitte lege doch allen mehr

Von Ruth P. am .

Shalom Jörg Dechert, "nur beten" ist meine einzigste Möglichkeit , mir diesem Unglück klarzukommen ! Danke für die gute Möglichkeit mit dem ERF in Trauer und Anteilnahme verbunden zu sein. Ich kenne keinen der Verstorbenen Passagiere und auch keinen Angehörigen, aber unser großer GOTT kennt alle und bei ihm sind alle gut und sicher, gerade im dunklen Tal, aufgehoben. Segen für sie und ihr Team, wünscht Ruth P.

Von Eva A. am .

Danke für Ihre Trost Worte für die Angehörigen und alle die diese Nachricht Gestern mit verfolgt haben und darüber keine Worte finden /ich habe mich auch gefragt Gott wo warst du!!
Dank MfG Eva

Von Cornelia U. am .

Eigentlich wollte ich mir gerade ERF POP anhören um mich ein wenig auf andere Gedanken zu bringen, da mich das Unglück von gestern auch nicht mehr loslässt (vor allen die Kinder und ihre Lehrer) und sehe, dass sie darüber schreiben. Wie wohltuend! Vielen Dank Herr Dechert für ihre Worte! Sie sprechen mir aus dem Herzen!
Mit dankbaren Grüßen
Cornelia U.


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