Andacht

Kraft, die von innen kommt

Warum Glaube nicht von Umständen abhängig ist

Im letzten Jahr habe ich mir am Jahresende gute Vorsätze für die folgenden zwölf Monate gemacht. Ich habe schon von anderen gehört, dass das wenig bringt. Dass man im Endeffekt frustriert ist, wieder einmal seine Vorsätze nicht erreicht zu haben. Also habe ich gar nicht mit Sport, gesunder Ernährung oder ähnlichem angefangen. Ich habe mir tiefere Ziele gesteckt, die mir am Herzen – nicht im Magen – liegen: Mehr in der Bibel lesen, mehr Zeit fürs Gebet nehmen, meinen Glauben mehr im Alltag leben. Nächstes Jahr klappt es damit auch bestimmt, dachte ich, weil sich mehrere Umstände in meinem Leben ändern.

Falscher Ansatz

Das war also von 2013 auf 2014 mein Plan: Die Zeit, die ich durch abgeschlossene Projekte gewinne, nutze ich für geistliche Disziplinen. Wenn ich meine Abschlussarbeit abgegeben habe, wenn ich mit meinen Nebenjobs aufhöre, wenn ich erst einen festen Arbeitsalltag habe, kümmere ich mich mehr um meine Beziehung zu Jesus. Dann wird alles geregelter und übersichtlicher. Wenn ich die Arbeitsplatzsuche abgeschlossen habe und der Umzug über die Bühne gebracht ist, wird der Kopf freier für geistliche Nahrung. Aber zuerst muss ich hinter meine Aufgaben ein Häkchen setzen.

Natürlich hat das so nicht geklappt. Ich war zwar ausgerüstet mit einem guten Bibelleseplan, mit wertvollen Andachtsbüchern und ansprechenden Lobpreis-CDs. Doch als eine Herausforderung hinter mir lag, kam eben eine andere. In einen neuen Alltag finden, an einem anderen Ort neue Freundschaften schließen ohne die alten zu vergessen und  trotz räumlicher Distanz den Kontakt zur Familie halten. Mehr Zeit für Jesus kam unterm Strich nicht raus. Was nun?

Die Lösung kommt von innen

Da hat Gott mich auf etwas aufmerksam gemacht: Es sind nicht die Umstände, die sich ändern müssen, sondern meine Einstellung. Ich muss nicht darauf warten, dass sich etwas um mich herum ändert. Das Einzige, was ich „tun“ muss, ist erkennen, was ich bereits habe! Paulus schreibt das in seinem Brief an die Gemeinde in Ephesus etwa so: „Macht eure inneren Augen auf für die Kraft, die in euch wirkt! Es ist nämlich dieselbe Kraft, die Jesus von den Toten aufgeweckt hat.“ (Epheser 1,19-20)

Paulus ermutigt seine Leser, nach innen zu schauen. Dort wohnt eine gewaltige Kraft. Eine Kraft, die Leben verändert. Sie hat sogar Jesus von den Toten auferweckt! Dieselbe Kraft ist jetzt auch in mir. Da öffneten sich auch meine Augen: Ich habe ständig auf meine Umstände geschaut. Von ihnen habe ich abhängig gemacht, wie intensiv meine Beziehung zu Jesus im Moment sein kann. Dabei war das die völlig falsche Blickrichtung!

Keine Wartezeiten mehr

Es ist also völlig egal, wie es um mich herum aussieht. Die lebensverändernde Kraft befindet sich nämlich in meinem Inneren! Ich muss nicht länger darauf warten, dass sich meine äußere Lebenssituation ändert. Ich kann hier und jetzt – unabhängig vom Jahreswechsel, von Aufgaben oder Veränderungen – mein Leben durch diese Kraft verändern lassen. Was für eine mutmachende Perspektive!


Kommentare

Von Richard am .

so muß es sein.

Von Gudrun S. am .

Selbständiges menschliches Handeln und tiefes Vertrauen auf Jesus Christus dürfen keine Gegensätze sein. Ich will mich so sehr anstrengen als hinge alles von mir ab; aber so fest vertrauen und beten, als hinge das Gelingen allein von Jesus Christus ab.a

Von Anne am .

Dieser Text und die Auslegung machen soviel
Mut ... danke dafür

Von Niklas am .

Mir hat dein Text auch mut gemacht Christine! Ich bin froh, das dein echter Papa-
Gott dir geholfen hat, dich ganz auf ihn zu verlassen. Er liebt dich Christine!
Ich hab auch für dich Gebetet, dass du dich ganz in seine Liebe fallenen lässt!

Von Margit am .

Das ist ein sehr hilfreicher Text der mich genau angesprochen hat. Ich werde es ausprobieren. Danke.


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