Gedanken zum Monatsspruch im Juli Lesezeit: ~ 3 min

Kein Platz für Muffensausen

Wie Gott unsere Furcht besiegt. Eine Andacht.

Angst hat niemand gern. Angst macht hilflos – dennoch werden wir immer wieder damit konfrontiert. Wir fürchten uns, dass ein geliebter Mensch stirbt oder davor, unseren Job zu verlieren. Hinzu kommen noch die kleinen Ängste: die Angst zu verschlafen oder uns zu blamieren.

Vorsicht ist besser als Nachsicht?

Sehr schnell vereinnahmen diese Ängste unser Denken. Dann bestimmen plötzlich folgende Fragen meinen Alltag: „Was sagen bloß meine Studienkollegen, wenn ich erzähle, dass ich auch in eine Gemeinde gehe?“ oder „Schaffe ich mein Studium trotz Mitarbeit in der Gemeinde?“ Nichts scheint mehr wichtiger als diese Fragen – und mein Auftrag als Christ bleibt auf der Strecke.

Denn vor allem an Stellen, wo es darum geht, mit seinem Glauben nicht hinterm Berg zu halten, werde ich trotz großer Klappe gerne kleinlaut. Es ist nicht immer leicht, in einer Gruppe von Nichtchristen zum eigenen Glauben zu stehen. In einer ähnlichen Situation steckte Paulus in Apostelgeschichte 18. Er hielt sich gerade in Korinth auf und hatte den Juden das Evangelium gepredigt. Seine bisherige Reise war holprig gewesen und Paulus hatte allen Grund, auch in Korinth Schwierigkeiten zu erwarten. Schließlich wurde er bereits in Philippi in den Kerker geworfen. Also wäre Vorsicht geboten, oder etwa nicht?

Warten auf die Stimme aus dem Off

Aber Gott sieht das anders. Er spricht nachts durch eine Erscheinung zu Paulus und sagt ihm zu: „Fürchte dich nicht, sondern rede, und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll dich angreifen, dir Böses zu tun; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.“ (Apostelgeschichte 18, 9-10)

Wow, wenn Gott so in meine Angst hinein reden würde, dann hätte ich keine Angst. Aber erst mal gilt es genauer hinzuschauen. Diese Bestätigung für Paulus kommt interessanterweise in einer Situation, wo zwar Probleme zu erwarten sind, es aber auch großen Grund zur Freude gibt. Denn am Tag zuvor hat Paulus erlebt, wie sich Krispus, der Vorsteher der Synagoge in Korinth, bekehrt hat. Wieso braucht es dann überhaupt Gottes Eingreifen?

Aus dem einfachen Grund, weil Paulus auch kein geistlicher Superheld war. Vermutlich lag er nachts grübelnd wach und dachte: „Herr, nun hat sich zwar Krispus bekehrt, aber woher weiß ich, dass es nicht wie in Philippi wird? Dort wurde ich anfangs auch freundlich aufgenommen und dann bin ich doch im Kerker gelandet.“ In dieser Situation spricht Gott ihm ganz konkret zu: „Fürchte dich nicht!“ So ein „Fürchte dich nicht“ wünsche ich mir auch oft, am besten durch eine Stimme aus dem Off, sodass ganz klar wird: Hier redet Gott.

Mund auf!

Dann wäre es auch leichter zu meinem Glauben zu stehen, wie Paulus es tat. Mir drängt sich die Frage auf, wieso ich Gott nie so eindeutig erlebe. Doch je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr erkenne ich Gottes Führung und Bewahrung in meinem Leben – und das sogar ohne Stimme aus dem Off. So fiel die Reaktion der Kommilitonin doch positiver aus als gedacht. Im Nachhinein war ich froh, nicht geschwiegen zu haben. Ich erfuhr, Gott ist bei mir.

Diese Erfahrung macht auch Paulus. Mehr als anderthalb Jahre bleibt er in Korinth und dort wächst eine riesige Gemeinde. Gut, dass er nicht der Angst nachgegeben und geschwiegen hat. Den Mund aufzumachen, auch wenn ich mit Gegenwind rechne, das möchte ich von Paulus lernen. Schließlich weiß ich, dass Gott auch bei mir ist, wenn ich sein Wort verkünde. Mir gilt ebenso wie Paulus sein „Fürchte dich nicht“, aber daran schließt sich auch die Aufforderung an, nicht zu schweigen. Wage ich es?


Kommentare

Von Petra am .

Wenn Gott für mich ist , was kann ein Mensch mir tun !
Ich versuche wann immer ich die Chance habe meine liebe zu Gott zu teilen ,zu erzählen was wir für einen großartigen Gott wir haben .
Manche Freunde gehen und halten mich für ...... und manchmal finde ich neue ;-)
Ich weiß unsere Vater ist an meiner Seite wenn ich sein Wort weitergebe und ich brauche keine Angst zu haben !

Von Bettina am .

Ich bin auch zu meinem Glauben gestanden im Büro vor Kolleginnen. Dort wurde ich sofort niedergemacht so in der Art "Du tickst ja nicht richtig...." Da habe ich anscheinend Perlen vor die säue geworfen. Denn seitdem werde ich als komisch angesehen, was mich sehr belastet, sodass ich schon daran denke, meine Arbeitsstelle zu wechseln. Das kann ich aber nicht, da ich auf das Gehalt angewiesen bin mit 2 Kindern und allein erziehend. Ich versuche, die Kolleginnen trotzdem zu lieben, was echt nicht einfach ist, ohne Jesus schon gar nicht.

Von Renate am .

Der Gegenspieler Gottes will Christen mundtot machen, selbst in der Gemeinde.
Wenn uns die Feigheit zum Zeugnisgeben anwandelt, sollten wir der Blutzeugen gedenken. Man soll vielleicht nicht sein Glaubenswissen vortragen, sondern die Erfahrungen, die man mit Gott gemacht hat, wo ER sich gezeigt hat. Das kann auch niemand wegdiskutieren. Wenn wir Christen nicht das Licht der Welt und das Salz der Erde, (nicht der Kirche) sind, wird der HERR dereinst sagen: "ICH kenne euch nicht.."!

Von Gudrun am .

Für Gespräche über Gott und den Glauben muss der richtige Zeitpunkt kommen. Das spürt man, Hektik und Eile passen nicht, manchmal bietet ein konkreter Anlass eine Möglichkeit. Immer aber muss der Drang zu sprechen von innen kommen, denn dann ist es überzeugend, weil es von Herzen kommt. In einer Gemeinde-Gesprächsgruppe kann man sich zunächst über den eigenen Standpunkt klarwerden, Gespräche unter Gleichgesinnten üben, bis man dann sicher genug ist, um auch mit glaubensfernen Menschen ins mehr

Von Katharina am .

Es ist oft schwierig über den Glauben zu reden aber wenn man es tut, wächst auch das eigene Vertrauen zu Gott, das ist meine Erfahrung!


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