Andacht

Geh hin und verkünde

Menschen haben den Drang zum Erzählen. Warum nicht auch von Gott?

Fernsehen, Radio, Banner im Internet, Plakatwände an den Ausfallstraßen - unsere westliche Kultur ist voller Werbung. Würde man unseren Planeten zum ersten Mal besuchen, käme man unweigerlich zum Schluss: Homo sapiens ist eine Spezies mit einem unstillbaren Sendungsbewusstsein. Wichtiges, Erlebtes, Erkanntes weitergeben - dieser Auftrag ist von unserem Schöpfer in den Menschen eingebaut.

Die Frage ist nur: Wovon reden wir eigentlich, und welche Konsequenzen hat es? "Womit das Herz erfüllt ist, davon reden wir", sagte Jesus einmal zu seinen Freunden. Und immer wieder bestärkt er Menschen in ihrem Auftrag, vom Handeln Gottes weiter zu erzählen. Beispiel gefällig?

"Jesus sprach zu dem Geheilten: Geh hin in dein Haus zu den Deinen und verkünde ihnen, welch große Wohltat dir der Herr getan und wie er sich deiner erbarmt hat."
Markus 5,19

Aber von was erzählen?

Zuerst fällt mir auf, wen Jesus hier beauftragt - nämlich den Menschen, der das Handeln Gottes selber ganz direkt erlebt hat. Wer gut über Gott reden will, muss Gott als gut erlebt haben. Alles andere produziert Heuchelei - und davon haben wir mehr als genug. Glaubwürdigkeit ist oft Mangelware - umso mehr eine Chance für Christen, einen positiven Unterschied zu machen!

Und dieser Unterschied fällt dort am meisten auf, wo man am besten bekannt ist: "Geh in dein Haus zu den Deinen". Jesus startet kein großangelegtes Reseller-Programm, er schickt mich genau dorthin, wo man mich am besten kennt - und das ist manchmal besonders schwer. Wer mich kennt, kennt auch meine Macken. Aber nur wo Fehler sichtbar sind, wird auch Gottes Gnade wirklich begreifbar.

A propos Gnade - von was reden Christen eigentlich, wenn sie "hingehen" in "ihr Haus"? Dass sie eine andere Musik hören als früher? Dass sie ihre Freizeit anders füllen? Wo sie den Fischaufkleber auf dem Auto bestellt haben?

Wenn Gott handelt, muss sich das auch im Lebensstil niederschlagen - keine Frage. Aber wenn im Kern ihres Glaubens nicht die Gnade Gottes liegt, erlebt und weitergesagt wird, dann haben Christen nichts zu sagen. Wie sich Gott "deiner erbarmt hat" - das ist der Kern des Glaubens, das was Christen motiviert und antreibt. Und das, was nirgendwo sonst in dieser Welt zu bekommen ist, außer bei Jesus.


Kommentare

Von Kerstin am .

Ich danke Ihnen für diese Worte, die mir aus der Seele sprechen.
Denn es ist wirklich nicht gerade einfach, in den "eigenen Kreisen" - sei es in der Familie oder auch im "christlichen Umfeld" - von dem zu reden, was der HERR Gutes an einem selbst getan hat.
Wenn man zu überschwänglich davon berichtet, schlagen einem sehr oft Unverständnis bzw. Neid entgegen.
Doch mein Trost sind die Worte, die mir einmal eine Schwester im HERRN mit auf den Weg gegeben hat:
"Christen können enttäuschen, Christus nicht."
Ich wünsche Ihnen noch einen sonnigen und gesegneten Dienstag.

Von carmen s am .

bin dankbar für so klare worte - ist leider in manchen köpfen abhandrn gekommen


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