Familienspiele im Test

Wer hat Angst vor‘m „Kraterschreck“?

Sommer, Sonne, Ferien, Langeweile? Das muss nicht sein. Diese Kinderspiele bieten Abwechslung und machen Groß und Klein Spaß.

Spielerezension „Kraterschreck im Mondversteck“

Der Weltraum: Unendliche Weiten uns zwischendrin immer mal wieder ein Planet, den es zu erforschen gilt. Dabei ist sogar der nächstgelegene Himmelskörper kaum erforscht: Der Mond. Deshalb machen sich mutige Raumfahrer auf den Weg, um den Erdtrabanten zu erkunden. Doch dort treibt ein Alien mit Namen Ansgar sein Unwesen und lauert als „Kraterschreck im Mondversteck“ auf die Raumfahrer. Und so heißt dann auch das neue Spiel aus dem Hause Kosmos: „Kraterschreck im Mondversteck“.

„Kraterschreck im Mondversteck“
Autor: Tom Espen
Für 2 - 4 Spieler
Ab 6 Jahren
Dauer: 15 Minuten
Preis: ca. 15 Euro
Verlag: Kosmos
Bei Amazon bestellen
(Bild: Kosmos)

Der Mond ist bei „Kraterschreck im Mondversteck“ die überschaubare Fläche innerhalb der quadratischen Spieleschachtel. Dabei lagert die sichtbare, glatte Mondoberfläche auf vier kleinen Schwämmen, die sich in der Schachtel befinden. Die Tiefe der Schachtel wird benötigt, um Alien Ansgar den nötigen Raum für sein Versteck zu bieten. Von oben betrachtet gibt es einen Rundlauf am äußeren Rand der Mondlandschaft, auf den die Spieler ihre drei farbigen Raumfahrer stellen. Zur Mitte hin gibt es einen Kreis von Kraterlöchern, die mit kleinen Pappdeckeln verdeckt werden. Unter diesen Deckeln lauert Ansgar. In der Mitte befindet sich eine Erhebung mit einem Rad zum Drehen. Damit wird Ansgar unsichtbar für die Mitspieler unterhalb der Mondoberfläche und der Deckel im Kreis gedreht. Wie weit sich Ansgar bewegt und welche Schritte die Raumfahrer auf dem Mond zurücklegen, wird mit zwei Würfeln bestimmt. Mit einem weißen Würfel würfelt der Spieler die Bewegung seines Raumfahrers. Dabei kann er zwischen seinen drei Raumfahrern beliebig wählen und auch die Zugrichtung ist egal. Ein grüner Würfel bestimmt, um wie weit das Rad in der Mitte weitergedreht wird. Zeigt der Würfel Ansgar, darf der jeweilige Spieler die Mondoberfläche nach unten drücken und Ansgar taucht aus einem Kraterloch auf. Nun werden alle Raumfahrer vertrieben, die sich im Bereich dieses Kraterlochs befinden. Das heißt, sie werden aus dem Spiel genommen. Gewonnen hat, wer als letzter noch einen Raumfahrer im Spiel hat.

Obwohl man meint, gut mitverfolgen zu können, wo sich Ansgar gerade versteckt hält, ist es doch schwierig zu sagen, unter welchem Kraterloch er sich befindet. Aber das erhöht den Reiz des Spieles erst wirklich - und reizvoll ist „Kraterschreck im Mondversteck“. Einzig mit der Schwergängigkeit des Drehgriffes in der Mitte haben kleinere Kinder manchmal ein wenig Probleme. Aber da können ältere Kinder und Erwachsene helfen. „Kraterschreck im Mondversteck“ ist ein gelungenes, schön gestaltetes, kleines Kinderspiel, bei dem auch Erwachsene gut mitspielen können. Ein echtes Familienspiel also, das sehr kurzweilig und spannend ist.


Spielrezension „Africana“

Weite Reisen unternehmen, ferne Länder entdecken, Abenteuer erleben. Das konnte man früher noch leichter als heute, wo schon fast alles entdeckt ist. Zum Beispiel am Ende des 19. Jahrhunderts. Da wurde der afrikanische Kontinent bereist, erforscht und erobert. Und genau in diese Zeit und auf diesen Kontinent entführt das Spiel „Africana“ von Abacusspiele. Die Spieler nehmen im Auftrag verschiedener Nationen an Expeditionen teil und erleben Abenteuer. Wer am Ende dabei die meisten Punkte sammeln konnte, gewinnt bei dieser spannenden Reise auf dem afrikanischen Kontinent.

„Africana“
Autor: Michael Schacht
Für 2 - 4 Spieler
Ab 8 Jahren
Dauer: 60 Minuten
Preis: ca. 30 Euro
Verlag: Abacusspiele
Bei Abacus bestellen
(Bild: Abakusspiele)

Zu Beginn des Spiels starten alle Spieler von festgelegten unterschiedlichen Städten aus. Jeder Spieler besitzt ein gewisses finanzielles Startkapitel, einen Joker und eine Bewegungskarte, die ihm das Reisen ermöglichen. Jeder Stadt sind ein bis zwei Symbole zugeordnet. Auf den Bewegungskarten finden sich diese Symbole wieder. Wollen die Spieler in eine Stadt reisen, müssen sie eine Karte mit dem entsprechenden Symbol ablegen. Wenn die Spieler dabei in Städte kommen, von denen Expeditionen starten, können sie sich diesen anschließen. Die Teilnahme an Expeditionen bringt den Spielern immer sofort einen Bonus in Form von Geld oder einer zusätzlichen Bewegungskarte ein. An einer Expedition können auch mehrere Spieler beteiligt sein. Wer als erster am Zielort einer Expedition ankommt, der erhält die Expeditionskarte und damit Siegpunkte und noch ein wenig Geld. Das Geld wird benötigt, um Abenteuerkarten zu erwerben. Diese finden die Spieler in zwei Abenteuerbüchern, in denen sie blättern können, was natürlich auch etwas kostet. Erledigte Abenteuer bringen aber auch Geld und Siegpunkte. Und dort können auch Helfer gewonnen werden. Sie beschleunigen und erleichtern das Reisen ganz ungemein. Denn anders als die Bewegungskarten, die nach ihrem Einsatz abgelegt werden müssen, können der Joker und die Helferkarten immer wieder auf die Hand genommen werden. So werden immer schneller Expeditionen erledigt und Abenteuer gemeistert. Das klingt einfach, ist es aber leider nicht. Denn natürlich kann man nicht alles auf einmal machen und muss sich pro Zug immer für eine von drei möglichen Aktionen entscheiden. Wichtig ist die Optimierung des eigenen Zuges, gerade dann, wenn man reist.

„Africana“ ist eines jener Spiele, bei denen die zu Grunde liegende Geschichte wirklich funktioniert. Man fühlt sich hineingezogen in das Spiel und so entwickeln sich Flair und Atmosphäre. Dazu trägt auch die sehr gelungene Grafik bei. „Africana“ ist ein rundum gelungenes Familienspiel, das durch seine ausgewogenen Spielmechaniken überzeugt und zu dem man schnell einen Zugang findet. Eine Nominierung für die Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres 2012 wäre keine Überraschung.


Spielrezension „Kuck Ruck Zuck!“

Ein Diebstahl ist geschehen und nun ist der ganze Zoo in Aufregung: Ein Fotoapparat wurde entwendet und jetzt braucht es ein paar kleine Detektive, die den Dieb dingfest machen. Das ist die Idee hinter dem Spiel „Kuck Ruck Zuck!“, das jetzt neu bei Haba erschienen ist.

Auf einem quadratischen, grünen Spielplan, der den Zoo darstellt, befinden sich sechzehn Tiere - je vier Tiere in vier Reihen. Auf jeder Seite des Zoos steht zudem jeweils ein Zoowärter. Alle Tiere schauen sehr freundlich drein. Kein Wunder, sie wollen ja auch fotografiert werden. Die geknipsten Fotos gibt es in Form von Karten. Sie helfen den kleinen Detektiven auf die Spur des Tieres oder Zoowärters zu kommen, von dem das jeweilige Foto gemacht wurde. Er muss also der Dieb sein. Jeder Mitspieler erhält zu Beginn des Spiels verdeckt sechs dieser Fotokarten. Ziel ist es den eigenen Stapel möglichst als erster los zu sein. Das schafft man, wenn man als schnellster den jeweiligen Dieb enttarnt. Dabei helfen die Gesetze der Optik.

„Kuck Ruck Zuck!“
Autor: Roberto Fraga
Für 2 - 6 Spieler
Ab 6 Jahren
Dauer: 15 Minuten
Preis: ca. 10 Euro
Verlag: Haba
(Bild: Haba)

Der Startspieler, der eine Karte mehr als alle anderen erhält, deckt zunächst eine seiner Fotokarten auf. Auf den Karten sind jeweils zwei Tiere zu sehen. Ein Tier ist dabei deutlich größer als das zweite. So entsteht eine Perspektive. Das größere Tier hat also näher zum Fotografen gestanden, als das kleinere. Die Gesetze der Optik legen also nahe welches Tier oder welcher Zoowärter dieses Foto geschossen hat. Jeder Mitspieler muss nun entweder das entsprechende Tier nennen oder den Zoowärter greifen. Derjenige, der das am schnellsten macht, darf nun von seinem eigenen Stapel eine Fotokarte aufdecken. Da alle gleichzeitig auf die aufgedeckte Karte reagieren, ist nicht nur räumliches Vorstellungsvermögen gefragt, sondern auch Schnelligkeit.

„Kuck Ruck Zuck!“ ist ein ausgesprochen schönes Kinderspiel. Die gleichzeitige Aktion lässt keine Langeweile aufkommen. Zudem sind die Regeln so einfach, dass Sechsjährige mühelos am Spiel teilnehmen können. Gefördert wird bei „Kuck Ruck Zuck!“ das räumliche Vorstellungsvermögen, Reaktionsschnelligkeit und in gewisser Weise auch die Sprachkompetenz. Durch die Figuren der Zoowärter kommt noch Auge-Hand-Koordination dazu. Doch das alles geschieht, wie so oft bei Haba, spielerisch ganz nebenbei.

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