DVD Rezension

Leben nach der Katastrophe

Was gibt Halt im Leid? Der Film „Das Urteil“ gibt wichtige Denkanstöße.

Es ist ein herrlicher Frühlingsmorgen. Der Anwalt Mac McClain (Matthew Modine) steht gedankenverloren am See vor seinem Landhaus, während die aufgehende Sonne den Himmel in bunten Farben taucht. Doch die Idylle trügt: Seit seine Familie bei einem Autounfall gestorben ist, macht das Leben für ihn keinen Sinn mehr. Zurück in seinem Haus holt McLain seinen Revolver aus dem massiven Holzschreibtisch, hält ihn sich unter sein Kinn und kneift die Augen zusammen. Doch dann klingelt das Telefon.

Liefern sich einen erbitterten Kampf vor Gericht: Mac McClain (Matthew Modine) und der Ankläger Joe Whetstone (Bob Gunton) (Bild: Screenshot SCM Hänssler)

Richter Danielson (Rance Howard)  möchte McLain für einen heiklen Fall gewinnen. Der junge Pete Thomason (Randy Wayne) wird des Mordes an seiner Freundin beschuldigt. Er streitet die Tat ab, doch die Chancen stehen schlecht für ihn, denn er kann sich an den besagten Abend nicht mehr erinnern. Während McLain für das Leben seines Klienten streitet, findet er langsam ins Leben zurück. Und erkennt dank der Psychologin Dr. Wilkes (Clare Carey), dass Gott noch einen Plan für sein Leben hat. Diese Erkenntnis bringt nicht nur eine Wende in seinem Denken, sondern auch eine Wende im gesamten Prozess.

Die Frage nach Leid und Sinn im Leben

Der Film „Das Urteil“ von Regisseur Gary Wheeler greift Fragen auf, die nie an Aktualität verlieren: Wie kann ich schwere Trauer überwältigen? Was macht im Leben noch Sinn, wenn mir alles genommen wurde, was mir lieb und teuer war? Wie viel Wert hat ein Menschenleben? Der Film gibt wichtige Denkanstöße und doch bleiben die Antworten sehr an der Oberfläche. Zwar wird klar, dass Gott mit jedem Menschen einen Plan hat und dass Trauer mit seiner Hilfe überwunden werden kann, doch das „Wie“ bleibt im Dunkeln.

Lob und Kritik

Auch die Spannungskurve schlägt keine großen Wellen. Erst im letzten Drittel wird der Film etwas rasanter und actionreicher. Die Musik ist hingegen sehr gut ausgewählt. Sie unterstützt gekonnt die dramatische Stimmung des Filmes. Ganz im Gegenteil zu den Schauspielern. Randy Wayne, der den Angeklagten spielt, wirkt den gesamten Film völlig ausdruckslos. Ihm ist weder Angst oder Verzweiflung abzuspüren, als er auf lebenslänglich verurteilt wird, noch Freude oder Erleichterung, als er frei gesprochen wird. Sein Gesichtsausdruck scheint wie eingefroren.

Bei ihr findet Mac McClain (Matthew Modine) den etwas anderen Rat: Dr. Wilkes (Clare Carey) ist Christ und zeigt ihm auf, wie er seine Trauer mit Gottes Hilfe überwinden kann. (Bild: Screenshot SCM Hänssler)

Auch David Dwyer, der den Vater des Opfers spielt, glänzt nicht gerade in seiner Rolle. Er bekommt im Gerichtssaal einen ihm bisher unbekannten Brief seiner ermordeten Tochter und soll diesen vorlesen. Wirklich schwer fällt es ihm jedoch nicht. Sicher: Es müssen nicht immer gleich Tränen sein, aber ein wenig Dramatik, eine zittrige Stimme oder ein Kloß im Hals käme der Realität doch etwas näher.

Einzig überzeugend schauspielert meiner Ansicht nach Clare Carey in der Rolle der christlichen Psychologin. Ihr spürt man ihre Anteilnahme, ihre Sorge und ihren Glauben ab. Sie ist komischerweise auch die einzige, der in diesem Drama einmal Tränen in den Augen stehen.

Gelungenes Zusatzmaterial

Positiv hervorzuheben ist das Zusatzmaterial, das sich in Form einer PDF-Datei auf der DVD befindet. Es geht die Fragen schrittweise durch, die der Film aufwirft, und zeigt auf, welche Antworten die Bibel darauf gibt. Zudem befinden sich in dem Material viele hilfreiche Fragen zum Weiterdenken und Diskutieren in der Gruppe.

Dass die christliche Botschaft im Film nur angekratzt wird, hat demnach auch einen großen Vorteil: Der Film eignet sich sehr gut, um ihn gemeinsam mit Menschen anzusehen, die bisher wenig Kontakt mit dem christlichen Glauben hatten. Er bietet eine solide Grundlage, um ins Gespräch zu kommen, ohne mein Gegenüber gleich mit jeder Facette des Evangeliums zu überfordern.

Mein Fazit

Insgesamt ist „Das Urteil“ kein überragender, aber dennoch sehenswerter Film, der wichtige Fragen des Lebens aufgreift. Dank des Zusatzmaterials eignet sich der Film gut für die Arbeit in Gemeinden, Hauskreisen oder Jugendstunden.


Deutscher Trailer zum Film:

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Das Urteil

Das Urteil

Autor:
Modine, Matthew (Hauptdarst) / Wayne, Randy (Hauptdarst)
Art:
DVD
Preis:
9,95 EUR

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Kommentare

Von FEMINA am .

Ich würde mich sehr freuen, wenn dieser sprachliche Unsinn mit ...das macht keinen Sinn...., das Leben machte für ihn keinen Sinnn mehr aufhören könnte. Wir sind keine Sinnmacher - Christen sollten davon reden, dass etwas definitiv keinen Sinn hat, oder eben doch... ich selbst pfeife auf einen Sinn, den ich mir selbst basteln muss.


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