Eine Filmbesprechung

„Jumanji – Willkommen im Dschungel“

Späte aber gute Fortsetzung des Fantasy-Blockbusters von 1996

Wem der Filmtitel bekannt vorkommt, liegt richtig: 1996 gab es einen gleichnamigen Film mit Robin Williams und der noch recht jungen Kirsten Dunst. Der neue Film beginnt, wo der alte Film aufgehört hat: Das Spiel ist an einem Strand unter Sand begraben und wird in den 90ern von einem Jugendlichen gefunden. „Brettspiele – wer spielt den sowas noch?“ fragt der sich und legt es beiseite. Doch die typischen magischen Trommeln von Jumanji wecken ihn des Nachts: Das Brettspiel hat sich in ein Konsolenspiel verwandelt und natürlich wird der Junge neugierig…

20 Jahre später werden vier sehr unterschiedliche Jugendliche zum Nachsitzen verdonnert: Der schüchterne Spencer, das Sportass Fridge, die oberflächliche Bethany und die Einzelgängerin Martha. Sie finden dort die alte Konsole mit Jumanji und fangen an zu spielen. Schon bei der Auswahl ihres Spielcharakters werden die vier in das Spiel hineingesaugt und in den jeweiligen Avatar verwandelt. Spencer wird zum muskelbepackten Dr. Bravestone (Dwayne "The Rock" Johnson), Fridge wird zu einem kleinen Biologen namens Mouse Finbar (Kevin Hart), Mauerblümchen Martha wird zur Martial-Arts-Kämpferin Ruby Roundhouse (Karen Gillan) und Bethany wird zum übergewichtigen und schon in die Jahre gekommenen Professor Oberon (Jack Black). Dabei hat jeder Avatar Stärken und Schwächen, besonderes Wissen und Fähigkeiten – außerdem hat jeder von ihnen (nur) drei Leben!

Jumanji – das Update

Es war zu befürchten, dass eine Neuauflage von Jumanji floppt. Im ursprünglichen Film von 1996 brillierte der unvergessene Robin Williams, was bei Fans kaum zu toppen ist. Außerdem war die Tricktechnik damals revolutionär! Diesen Vorteil hat der neue Film nicht mehr. Doch glücklicherweise haben sich die Macher mehr einfallen lassen, als eine bloße Kopie vom ersten Film zu erstellen.

 

Vom Brettspiel zur Konsole, vom Abenteuerfilm zur Action-Komödie

Der Trend der Brettspiele ist zwar wieder im Kommen, doch setzen die Macher hier ganz auf die digitale Version – die sowohl zu den 90ern, noch besser aber in die 2010er Jahre passt. War ‘96 der Ton eher ernst und auf Abenteuer ausgelegt, haben wir es heute mit einer waschechten Actionkomödie zu tun, die sich selbst nicht zu ernst nimmt und deren Humor-Action-Mix wunderbar gelungen ist. Der Humor lebt davon, dass die Darsteller – vor allem aber Dwayne Johnson und Jack Black sich so verhalten (müssen) wie ihre realen Teenager: Dwayne Johnson ist eigentlich ein Nerd und Jack Black ist eigentlich die oberflächliche Schulschönheit Bethany.

Viel Tiefgang hat der Film freilich nicht. Von der ursprünglichen Kinderbuchvorlage ist hier nichts mehr zu spüren. Kein moralischer Anspruch, keine große Veränderung der Charaktere nach dem Abenteuer – nur eine kleine Romanze, die endlich wahr wird. Willkommen im Oberflächlichen. Hier geht es ausschließlich um bunte, kurzweilige Unterhaltung. Und das macht der Film ganz wunderbar.

Fazit

Die FSK Einteilung ab 12 muss ich leider wieder nach oben korrigieren: ab 14 ist man in diesem Abenteuer wohl besser beraten… Aber Spaß macht „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ allemal!

Spaß   ✓✓✓✓✓
Action   ✓✓✓✓✓
Spannung   ✓✓✓
Humor   ✓✓✓✓✓
Anspruch   - -
Aussage   - -
Note   2+

 

Trailer, FSK 12

 

 

„Jumanji: Willkommen im Dschungel“
Spielfilm, USA, 2017
Buch / Regie:   Jake Kasdan
Originaltitel:   Jumanji: Welcome to the Jungle
Verleih:   Sony Pictures
Länge:   119 Min
Kinostart:   21. Dezember 2017
Genre:   Abenteuer Fantasy
Darsteller:    
Dwayne Johnson Spencer
Kevin Hart Fridge
Jack Black Bethany
Karen Gillan Martha
Rhys Darby Nigel
Bobby Cannavale Van Pelt
Nick Jonas Alex
Alex Wolff junger Spencer
Ser‘Darius Blain junger Fridge
Madison Iseman junge Bethany
Morgan Turner junge Martha
    u.a.
FSK:   12
Unsere
Empfehlung:
 
ab 14

Kommentare


Ihr Kommentar