Eine Filmvorstellung

„Thor: Tag der Entscheidung“

Dritter „Stand-Alone“-Film des Marvel-Hammer-Helden.

Es hat sich etwas verändert im Hause Marvel: Plötzlich werden die Filme von bierernst  auf humorig und selbstironisch getrimmt. Seit den „Guardians of The Galaxy“, die eigentlich eine Persiflage auf die Avengers sein sollten, bekommen die Marvel-Verfilmungen zunehmend einen ironisch-witzigen Ton (genauso wie „Deadpool“ und „Ant Man“), der sich selbst gehörig auf die Schippe nimmt. Gut so! 

Denn finster dreinblickende Superhelden, die eh gewinnen und die sich in immer wiederkehrenden Gemetzeln ergehen, braucht auf die Dauer kein Mensch. Für mich ist das eine Unterhaltungs-Offenbarung, denn die Avengers als Gruppe, die immer nur Amerika oder wahlweise Amerika und den Rest der Welt retten – aber Hauptsache Amerika – haben mich nur noch angenervt. Danke „Guardians“, danke „Thor“.

 

Worum es geht

Thor besiegt im neuen Film erstmal Satyr und löscht sozusagen das Höllenfeuer. Doch damit befreit er eine Furie, die böse Hela (Cate Blanchett), die es im Folgenden ausgerechnet auf Asgard, die Götterheimat von Odin (Anthony Hopkins), Thor und Co. abgesehen hat. Sie zerstört Thors Hammer, der ihm in Sachen Sieg immer treue Dienste geleistet hat. Also muss sich der Gott des Donners mit seinem ungeliebten (vom Publikum aber verehrten) Bruder Loki (Tom Hiddleston) zusammentun, zu dessen Lasten es geht, das Hela tatsächlich nach Asgard gelangt. Gegen Hela anzukommen wird umso schwieriger, da sie ihre Macht aus Asgard selbst zieht und die beiden quasi ans andere Ende des Universums schießt. Dort treffen sie neben dem skrupellosen „Grandmaster“ (Jeff Goldblum) auch auf einen anderen Helden der Marvel-Avengers: den ungalublichen Hulk / Bruce Banner (Mark Ruffalo).

Neue Regie – neuer Fokus

Regie geführt hat der Neuseeländer Taika Waititi, der sich in Sachen Humor mit „5 Zimmer Küche Sarg“ in Europa und Amerika einen Namen gemacht hat. Und seinen schrägen, fast aberwitzigen Humor hat er nun auf das Drehbuch übertragen, das es Chris Hemsworth erlaubt, sich als Comedy-Talent zu beweisen und mit lockeren Sprüchen a lá Star Lord immer wieder humorig aus der Affäre zu ziehen. Auch in den Dialogen zwischen Thor und Bruder Loki zieht sich diese Stimmung durch und wird verstärkt durch das Aufeinandertreffen von Thor und Hulk, die im letzten Avengers-Film nicht zugegen waren. Auch die anderen Nebenfiguren glänzen in der Regel durch humoriges auftreten, denn durch überbetonte Dramatik. Das nimmt dem Film keineswegs die Spannung – auch wenn es keine Frage ist, ob Thor gewinnt, sondern wie.

Zum Gesamtton passen auch die Cameos, die nicht ausschließlich zum Marvel-Universum gehören. Auch Neuzugänge gibt es, die so noch nicht bei Marvel dabei waren. Neben Cate Blanchett als Hela und Jeff Glodblum als Grandmaster sind das Idris Elba als Heimdall, ein Verbündeter Thors, der zunächst das Volk vor Hela versteckt und natürlich auch Thor zur Seite steht, und Tessa Thompson als Valkyrie, die Thor nicht sonderlich gewogen ist. Auch Karl Urban als Skurge ist neu, ein Diener Odins. Mehr wird zu den neuen Figuren aber nicht verraten!

Das Chaos ist ein Gesamtkonzept

„Thor: Tag der Entscheidung“, heißt übrigens im Originaltitel „Ragnarök“, was so viel wie Untergang oder Götterdämmerung bedeutet. Dieses nordische Armageddon ist ein Gag- und Action-Feuerwerk mit vielen Sprüngen, Cliffhangern und Gast- bzw. Cameo-Auftritten. Alles gerade so viel, dass es nicht schmerzt und zum Chaos gerät, aber die Aufmerksamkeit fordert. Dazu filmische Hip-Elemente, wie eine Armee der Toten – aber keine Angst: bisher gibt es keine wirkliche Zombie-Attacke bei Marvel. Aber wer weiß, was da noch kommt… 

Taika Waititi als Regie-Könner ins Boot zu holen, war jedenfalls die vernünftigste Entscheidung für die Marvel-Superhelden. Dass man deswegen aber den deutschen Titel „Tag der Entscheidung“ statt des sperrigen „Ragnarög“ gewählt hat, ist nur ein Gerücht!
 

Spaß   ✓✓✓✓✓
Action   ✓✓✓✓
Spannung   ✓✓
Humor   ✓✓✓✓✓
Note   2+

 

Erster Offizieller Trailer – FSK 6

 
 
„Thor: Tag der Entscheidung“
Spielfilm, USA, 2017
Regie:   Taika Waititi
Originaltitel:   Thor: Ragnarok
Verleih:   Disney
Länge:   130 Min
Kinostart:   31. Oktober 2017
Genre:   Fantasy Action
Darsteller:    
Chris Hemsworth Thor
Tom Hiddleston Loki
Cate Blanchett Hela
Idris Elba Heimdall
Jeff Goldblum Grandmaster
Tessa Thompson Walküre
Karl Urban Skurge
Mark Ruffalo Bruce Banner / Hulk
Anthony Hopkins Odin
Benedict Cumberbatch Doctor Strange
Taika Waititi Korg
Clancy Brown Surtur/Satyr (Stimme)
    u.a.
FSK:   12
Unsere
Empfehlung:
 
ab 14

Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.