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Sehenswerter „Luthereffekt“

Deutsches Historische Museum zeigt in einer Ausstellung die Auswirkungen der Reformation.

Menschen erzählen ganz unverblümt und fröhlich von ihrem Glauben an Jesus Christus. Und das mitten in einer staatlichen Ausstellung und auch noch im Auftrag des Museums. Genau das ist Realität geworden jetzt beim „Luthereffekt“ - der Ausstellung des Deutschen Historischen Museums zum Jubiläum 500 Jahre Reformation.

Eine Ausstellung ohne Scheuklappen

Die Ausstellungsmacher haben keine ideologischen Scheuklappen angelegt. Sie waren konsequent, haben Menschen in Filmbeiträgen zu Wort kommen zu lassen, so wie sie sind. Und da in Tansania, dem Land mit der zweitgrößten Anzahl an Lutheranern weltweit, ein lebendiges Christentum vorherrscht, wird auch genau das vorgestellt. Das ist erfrischend, macht nachdenklich – und kann ein guter Einstieg sein, um über das, was einen selbst im Leben trägt, neu ins Nachdenken zu kommen.

Licht und Schatten beieinander

Natürlich zeigt das Deutsche Historische Museum auch die Schattenseiten, was die Verbreitung des evangelischen Glaubens angeht. Nicht selten haben sich Afrika-Missionare mit den Großmachtsphantasien der Kolonialstaaten gemein gemacht. Auch das Staatskirchentum in Schweden hat Andersgläubige, darunter auch Christen, unterdrückt.

Doch immer wieder scheint durch die Ausstellung in Berlin hindurch: Werte wie Glaubens- und Gewissensfreiheit und die Überzeugung, dass Menschen auf der ganzen Welt die gleiche Würde haben: Sie konnten sich letztendlich nur durchsetzen, weil ein kleiner Mönch in Deutschland namens Martin Luther eine Bewegung anstieß, deren Auswirkungen er wahrscheinlich selbst nicht überblickte. Die Ausstellung „Der Luthereffekt“ im Martin-Gropius-Bau in Berlin-Mitte verdient daher für mich das Prädikat: unbedingt sehenswert!


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