Eine Filmbesprechung

„Die Schöne und das Biest“

Romantische Realverfilmung des Disney-Klassikers

Radiobeitrag zu „Die Schöne und das Biest“

Disney verfilmt gerade seine Zeichentrick-Klassiker als Realfilme. „Cinderella“, „Jungle Book“ und jetzt „Die Schöne und das Biest“ – es werden wohl nicht die Letzten bleiben. Dabei ist auffällig, dass der Familienverleih sich wieder voll auf das Genre Musical einlässt! War „Jungle Book“ noch verhalten mit den Songs, wenngleich man die Klassiker von 1967 teils mit neuem Text versehen hat, und wurde zudem ganz auf Abenteuer getrimmt. „Die Schöne und das Biest“ ist dabei ein romantisches Musical, wie es im Buche steht. Hier gibt es gleich ein paar Songs mehr als im alten Film. Diese erweitern und unterstreichen die Handlung, die sich im Vergleich zum Film eigentlich nicht verändert hat.

Die belesene und schöne Belle ist eine Außenseiterin. Der Dorfschönling Gaston stellt ihr nach und glaubt, mit Männlichkeit bei Belle zu überzeugen. Als Belles Vater auf einer Reise vom Wege abkommt und so in die Fänge des verwunschenen Biests gerät, zögert die mutige junge Frau nicht und hilft ihrem Vater, indem sie seinen Platz als Gefangene einnimmt. Der Vater, in Sorge um seine Tochter, kehrt zurück ins Dorf, wo ihm zunächst niemand glaubt.

Die Vorlage war der Zeichentrickfilm

Die Zeichentrickvorlage wurde 1991 mit einem Oscar ausgezeichnet – das verpflichtet! Und so sind Kostüme und Produktionsdesign ganz dem alten Film nachempfunden. Auch das Biest selbst sieht irgendwie so aus, als sei es direkt dem alten Film entsprungen. Die Darsteller sind ebenfalls gut darauf abgestimmt und ausgezeichnet gecastet worden. Allen voran natürlich Emma Watson. Eine bessere Belle hätte sich Disney nicht wünschen können.

 

 

An ihrer Seite spielen Luke Evans als Gaston, Josh Gad als Lefou, dessen kleiner Gehilfe, und Kevin Kline als Belles Vater Maurice. Später gibt es ein Wiedersehen mit vielen großen Stars, die ich aber der Überraschung wegen nicht nennen möchte. Aber ausnahmslos alle Darsteller beweisen sich auch in der Sangeskunst (übrigens noch besser als seinerzeit die Starriege in der Musicalverfilmung „Les Miserables“ von 2013). Die romantische Musical-Realverfilmung überzeugt also in jeglicher Hinsicht.

Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

Die einzig wirklich negative Kritik, die ich aussprechen muss, ist, dass immer noch die Mär von bösen, angreifenden Wölfen erzählt wird. Aber dies ist wohl der Buch- und Filmvorlage geschuldet, die viel älter ist als moderne Erkenntnisse über das Tierreich.

Natürlich ist das Musical ohne Altersbegrenzung, oder? Das geht meines Erachtens insofern nicht in Ordnung, da es einige Szenen gibt, die ein hohes Maß an Spannung aufweisen. Eine Jagdszene der Wölfe und auch der Versuch, das Biest zu töten, ist als Realverfilmung nichts für kleine Kinder. Guten Gewissens kann ich den Film daher erst ab zehn Jahren empfehlen. Dann aber tatsächlich für die ganze Familie! 

Spaß   ✓✓✓✓✓
Action   ✓✓✓
Spannung   ✓✓
Gefühl   ✓✓✓✓✓
Musik   ✓✓✓✓✓
Note   1

 

„Die Schöne und das Biest“
Spielfilm, USA 2017
Regie:   Bill Condon
Verleih:   Disney
Länge:   130 Min
Darsteller:    
Emma Watson Belle
Dan Stevens Prinz / Biest
Luke Evans Gaston
Josh Gad LeFou
Kevin Kline
 
Maurice,
Belles Vater
    u.a.
FSK:   ab 6 Jahren
Unsere
Empfehlung:
 
ab 10 Jahren

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Trailer - FSK 6