Eine Rezension

Die Macht ist erwacht!

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie…

Millionen Fans – das darf man ohne Übertreibung sagen – haben auf diesen Moment gewartet – der Kartenvorverkauf hat neue Rekorde aufgestellt, die ersten Vorstellungen sind restlos ausverkauft: Die Rede ist vom neuen Star-Wars-Film, „Das Erwachen der Macht“, der am 17. Dezember 2015 in die deutschen Kinos kommt. Disney hat das „Star Wars“-Universum vom Erfinder George Lucas für mehrere Milliarden (!) Dollar gekauft und der Druck lag schwer auf dem Konzern, endlich einen würdigen Nachfolgefilm zu produzieren. Schließlich lösten die Prequel-Episoden I-III nur wenig Begeisterung aus. Böse Zungen unkten schon von einem Darth Vader mit Mickey-Mouse-Ohren. Doch Episode VII dürfte die meisten Erwartungen wohl erfüllen:

„Star Wars: Das Erwachen der Macht“
(Episode VII)
Regie:   J.J. Abrams
Verleih:   Disney
Kinostart:   17. Dezember 2015
Länge:   135 Min
Idee
(Charaktere):
 
George Lucas
Drehbuch:

 
  Lawrence Kasdan,
J.J. Abrams,
Michael Arndt
Darsteller:




























 
  Harrison Ford
(Han Solo),
Carrie Fisher
(Leia Organa),
Adam Driver
(Kylo Ren),
Daisy Ridley
(Rey),
John Boyega
(Finn),
Oscar Isaac
(Poe Dameron),
Lupita Nyong'o
(Maz Kanata),
Andy Serkis
(Snoke),
Domhnall Gleeson
(General Hux),
Anthony Daniels
(C-3PO),
Peter Mayhew
(Chewbacca),
Max von Sydow
(Lor San Tekka),
Kenny Baker
(R2-D2),
Gwendoline
Christie
(Captain Phasma)
u.a.
FSK:   ab 12 Jahren
Unsere
Empfehlung:
 
ab 14 Jahren

Die Rebellion heißt jetzt Resistance, also der Widerstand und das Imperium heißt hier „First Order“. Neuer Name, alte Konstellation, auch 30 Jahre nach den Geschehnissen der ersten Trilogie (‘77-‘83). Alle sind auf der Suche nach einer Karte, die angeblich die Spur zu Luke Skywalker verrät – dem letzten Jedi des Universum, der der First Order gefährlich werden kann. Diese Information wird von dem drolligen Druiden BB-8 bewahrt und gerät in die Hände der Schrottsammlerin Rey. Der abtrünnige Stormtrooper Finn und später auch die alten Helden der Saga, Han Solo und Chewbacca werden ihr helfen, die brisante Information an ihr Ziel, die Anführer der Resistance, zu bringen. Dabei gerät die kleine Truppe ins Visier des sinisteren Kylo Ren, der – Darth Vader gleich, mit Maske und Superkraft ausgestattet – dies mit allen Mitteln zu verhindern sucht.

Alt und Neu in Episode VII vereint

Viel mehr darf man tatsächlich nicht verraten, wenn man bei dieser Geschichte nicht spoilern will. Dabei kursierten viele Informationen schon vorher im Internet, allerdings war nie klar, was davon ist Spekulation und was ist wahr. Wahr ist, dass es ein Wiedersehen mit alten Darstellern aus der „ersten“ Saga gibt: Harrison Ford tritt als Han Solo auf, Carrie Fisher als Leia Organa, und auch Chewbacca, C3PO und R2D2 sind wieder dabei. Auch über den Verbleib von Mark Hamill alias Luke Skywalker gab es allerlei Spekulationen, doch ich möchte hier wirklich möglichst wenig verraten!

Die Erwartungen waren, wie erwähnt, hoch. Mit J.J. Abrams hat man einen wahren Meister der SciFi/Fantasy-Regie ans Pult geholt, der alles getan hat, um diesen Erwartungen gerecht zu werden, auch wenn er dies nach eigenen Aussagen überhaupt nicht schaffen konnte. Ein Understatement, wie ich finde. Zwar hat Episode VII ganz ähnliche Charakterzüge, wie einst Episode IV, doch viele neue Figuren machen das wieder wett. Für die einen ist es an der Vorlage abgekupfert, für die anderen eine Verbeugung vor dem Original. Für mich ist es Letzteres. Abrams zeigt, dass er sensibel mit dem Stoff und den Erwartungen der Fans umgehen kann. Gemeinsam mit Lawrence Kasdan (Drehbuch Episode V&VI) und Michael Arndt (Oscar für das Drehbuch „Little Miss Sunshine“) hat er am Screenplay geschrieben.

Alles ist anders, alles bleibt gleich

Mit Episode VII haben die drei das Universum nicht neu erfunden, wie es einst George Lucas (Buch und Regie Episode IV) tat, aber sie haben den Schatz, den die Saga für Viele darstellt bewahrt, ja, ihr nach den missglückten Prequel-Episoden wieder neues Leben eingehaucht. Mark Hamill sagte kürzlich in einem Interview, es sei alles anders und doch alles gleich. Das fasst es gut zusammen – oder auch: „Episode VII ist ein würdiger Nachfolgefilm und Beginn der neuen Trilogie!“ (…denn an Episode VIII wird bereits gearbeitet und darf Ende Mai 2017 erwartet werden.)

Ein guter Schachzug war, auch diesmal – wie schon 1977 – weniger bekannte Schauspieler auf die Hauptrollen zu setzen. Dabei ist der größte Glücksgriff wohl Daisy Ridley als Rey. Die anderen „Neulinge“ [John Boyega (Finn), Oscar Isaac (Poe Dameron), Domhnall Gleeson (General Hux)] bleiben etwas hinter der Figur der Rey zurück. Vielleicht bergen sie ja für die nächsten Fortsetzungen noch ihr Potenzial.

Eher für alte Fans, Neue müssen sich „vorbilden“

Wer die alte Saga liebt, wird hier nicht enttäuscht. Anders als bei den Prequels stehen hier kein Abstieg eines vermeintlichen Hoffnungsträgers und alberner Humor im Vordergrund, sondern der Beginn einer Reise, die alle Beteiligten in eine ungewisse Zukunft schickt. Humorig ist der Film trotzdem – aber gezielt und nuanciert eingesetzt. Neue, kultverdächtige Aussagen gibt es. Und auch manches Auftauchen bekannter Details könnte sich bei dem einen oder anderen Fan auch als befreiendes Lachen entladen. Man lacht tatsächlich öfter, als vielleicht erwartet. Neulinge im Star-Wars-Universum müssen aber Vorkenntnisse mitbringen, weil sonst viele Anspielungen und Bildsprache nicht verstanden werden kann.

Insgesamt weiß der Film dem Publikum ein breites Lächeln und große Zufriedenheit in puncto Erwartung auf das Gesicht zu malen. Wer aus dieser Episode gelangweilt oder gar enttäuscht heraus geht, ist meiner Meinung nach kein Fan und hat diese Episode nicht verdient.

Spaß   ✓✓✓✓✓
Action   ✓✓✓✓
Spannung   ✓✓✓✓
Gefühl   ✓✓✓✓
Effekte   ✓✓✓✓✓
Musik   ✓✓✓✓
Note   1+

 

 
Drei deutsche Trailer (3,2,1) plus Feature: "Behind the Scenes" (engl. OmDtU)