Filmrezension

Liebe trotzt dem Sturm

Im neuen Familienfilm der Janette Oke-Serie dreht sich alles um Weihnachten im Wilden Westen. ERF Online stellt Ihnen den Zweiteiler vor.

Romantik, Hoffnung und Liebe - für viele passt diese Kombination perfekt zu Weihnachten. Wessen Herz zudem für die Bücher der amerikanischen Autorin Janette Oke schlägt, für den hat der Hänssler Verlag eine besondere Neuerscheinung zu den Feiertagen 2012: Die DVD „Liebe trotzt dem Sturm. Der große Janette Oke – Weihnachtsfilm“.

Weihnachten trotz Wirbelstürmen, Banditen und wirtschaftlichen Fehlschlägen

Inhaltlich beruht der Zweiteiler nicht direkt auf der bekannten Siedlerreihe „Liebe wächst wie ein Baum“. Die Idee zur Geschichte stammt aber von Janette Oke:

Ellie, eine Stiefschwester von Missie, einer Hauptperson der ursprünglichen Serie, verliert bei einem Wirbelsturm ihren Mann und ihre Tochter. Weil die Witwe die Weihnachtszeit nicht alleine verbringen will, reist sie zu ihrem Stiefbruder Aaron. Dieser hat ebenfalls seine Frau verloren und versucht, seinem Posten als Sheriff einer kleinen Siedlung gerecht zu werden und gleichzeitig seinen beiden Kindern ein guter Vater zu sein. Was liegt da näher, als dass sich die beiden Halbgeschwister gegenseitig unterstützen? Ellie kann den Kindern ein wenig die fehlende Mutter ersetzen und zudem ihre Kreativität in den Weihnachtsvorbereitungen der Kleinstadt entfalten. Aaron erhält durch die Anwesenheit seiner Schwester endlich die Möglichkeit, sich um ein eigenes Stück Land zu kümmern und für die notwendigen Papiere in die nächstgrößere Stadt zu reisen.

Niemand rechnet damit, dass der junge Mann unterwegs im wahrsten Sinne des Wortes unter die Räuber fällt. Und so warten seine Angehörigen Tag für Tag auf Aarons Rückkehr. Ellie erhält den Kindern zuliebe die Hoffnung aufrecht, dass ihr Vater zu Weihnachten zurück sein wird. Innerlich kämpft sie allerdings selbst mit Zweifeln und der Trauer um ihre eigene Familie.

Unterstützung erhält die kleine Familie in dieser schweren Zeit von Hilfssheriff Michael und der gütigen Kleinwarenhändlerin Beatrice. Die beiden sind auch sonst prägende Charaktere im Leben der kleinen Ortschaft, die neben den üblichen Nachbarschaftsstreitereien auch von der Frage umgetrieben wird, ob die neue Eisenbahnlinie durch ihr Gebiet verlaufen wird. Da entwickelt so manch einer kriminelle Energie, um sich für den Fall der Fälle Vorteile zu verschaffen. Und auch bei unbescholtenen Bürgern stehen wirtschaftliche Interessen auf einmal höher im Kurs als Gemeinschaftssinn und der eigentliche Grund von Weihnachten.

Dass sich alles zum Guten wendet, hängt schließlich nicht nur am Einsatz der Hauptfiguren, sondern auch an einem merkwürdigen Fremden, der unerwartet auftaucht.

Stärken und Schwächen des Filmes

Die Handlung von „Liebe trotzt dem Sturm“ ist überraschend mehrschichtig, ohne zu komplex zu werden. Am Anfang verwirren die verschiedenen Charaktere zwar ein wenig, mit der Zeit kristallisieren sich die Handlungsstränge aber heraus. Diese Vielschichtigkeit macht die Stärke des Filmes aus. Nachdenkenswert ist auch seine zentrale Aussage, dass die Bedeutung von Weihnachten nicht von Erfolg oder Misserfolg im Leben abhängt. Die überzeugende, weil kaltblütige Darstellung des Straßenräubers bewahrt die Geschichte davor, zu sehr in das Klischee einer heilen Welt abzurutschen. Kinder unter sechs Jahren sollten den Film deswegen aber auch nicht ohne ihre Eltern anschauen.

Nicht so gut gelungen ist hingegen die Umsetzung der Rolle des geizigen Anwaltes Mr. Weaver. Er treibt die Handlung anfänglich entscheidend mit voran, wirkt am Ende aber seltsam blass und beinahe schon lammfromm. Der visuellen Darstellung von Ellie, Aaron und Michael hätte es gut getan, wenn die Stylisten nicht ganz so tief in die Schminktöpfe gegriffen hätten. Die drei passen mit ihrer Aufmachung eher in heutige Hochglanzmagazine denn in die staubige Prärie des 19. Jahrhunderts. Die übrigen Darstellerinnen wirken im Gegensatz dazu natürlicher. Ebenso unglaubwürdig erscheint die Szene, die sich einem folgenschweren Brand anschließt: Die Schürzen der Frauen sind immer noch blütenweiß und die Gesichter kaum rußgeschwärzt.

Der Glaube an Gott fließt nur dezent in die Handlung ein. Er spielt in einigen Schlüsselszenen zwar eine Rolle, kommt dann aber so überraschend, dass es fast schon seltsam anmutet. Das Ende des Filmes bekommt zudem eine gute Portion Kitschfaktor ab und passt nicht zu der Art, wie Janette Oke üblicherweise ihre Geschichten schreibt. Hier haben sich die Filmemacher ihre künstlerische Freiheit herausgenommen.

Fazit

So ganz wird „Liebe trotzt dem Sturm“ treue Janette Oke – Fans nicht überzeugen. Auch die Ankündigung der Produktion als „großer Weihnachtsfilm“ ist etwas hochgegriffen. Trotzdem macht es Spaß, sich die rund 165 Minuten anzusehen – besonders, wenn man sich für die Feiertag ein bisschen was mit Romantik, Hoffnung und Liebe wünscht. 


Deutscher Trailer zum Film:

 


Kommentare

Von rebeca am .

Ämm.... Weiß hir jemand wie Die ganzen schuspieler in echt heißen ????? Das währe sehr nett


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