Buchvorstellung

Warum Jesus kein Burnout hatte

Akku leer? In seinem Buch "Warum Jesus kein Burnout hatte" beschreibt Gordon MacDonald, wie Christen in Verantwortung aufladen können.

Nicht nur Pastoren sehen sich zunehmend mit immer mehr Lasten und Aufgaben konfrontiert, sondern auch Christen, die in Gemeinden oder auf der Arbeit Verantwortung tragen. Wie man dabei nicht ausbrennt, sondern wieder aufladen kann, beschreibt Gordon MacDonald in seinem Buch Warum Jesus kein Burnout hatte.

Sein Buch beginnt der amerikanische Pastor mit einem Vergleich zum Brückenbau: Die Grundlage einer tragfähigen Brücke ist ein solide gebautes Fundament. Nur wenn der Konstrukteur großen Wert auf die Arbeit am Fundament unterhalb der Wasseroberfläche gelegt hat, kann eine Brücke entstehen, die über Jahrzehnte hält. Von diesem Bild ausgehend, teilt der Autor sein Buch in zwei Teile: Der erste Teil dreht sich um das innere Leben einer Person, dem Fundament der Brücke, der zweite befasst sich mit dem äußeren Leben oberhalb der Wasserfläche.

Das innere Leben

MacDonald erzählt einiges aus seinen Erfahrungen, die er im Rahmen seiner Pastorentätigkeit sammeln konnte. Zusammengefasst empfindet er folgende Punkte als Hilfe, um ein stabiles Fundament zu bauen:

  • Ziele und Leitbild für das eigene Leben klar definieren.
  • Regelmäßige Kontrolle des Fortschritts beim Erreichen der Ziele.
  • Motive für das eigene Tun herausfinden und sich selbst kontinuierlich hinterfragen.
  • Bei allen vorherigen Punkten immer wieder auf die Knie gehen und Buße tun, sich neu auf Gott ausrichten und ihn nach dem richtigen Weg fragen.

Gordon MacDonald geht es dabei nicht darum, einen 4-Punkte-Plan aufzustellen, damit nie mehr etwas schief geht. Sondern er ermutigt dazu, sich den eigenen Schwachpunkten ehrlich zu stellen und daraus zu lernen.

Das Kapitel Persönliche Zeiten des Rückzugs ist wohl der bedeutendste Abschnitt im Buch. Der Autor stellt darin drei Prinzipien vor, warum Jesus keinen Burnout hatte: Jesus setzte seine Zeit für die Dinge ein, die relevant für seinen Auftrag waren. Er nahm sich Zeit, um mit seinem Vater allein zu sein und versuchte nicht, zu viel zu tun. MacDonald räumt klar mit falschen Vorstellungen in Bezug darauf auf, wie viel Zeit man für seinen Dienst aufwenden sollte. Jesus erweiterte seine Ernte schließlich auch nicht durch panische Eile oder durch Druck, den er sich selbst machte.

Das äußere Leben

Der zweite Teil des Buches richtet sich vorwiegend an Pastoren. Entgegen der Vorstellung mancher angehender Pastoren, habe dieser Dienst MacDonald zufolge nichts Romantisches an sich. Die Arbeit sei wie die eines Hirten sehr hart und berge manche Herausforderungen. Aus diesem Grund gibt MacDonald in diesem Abschnitt etliche Anstöße für Pastoren, basierend auf seiner eigenen Tätigkeit. Er gibt beispielsweise Tipps, wie man Herzen durch eine Predigt erreicht und für das Gebet im Gottesdienst für die Gemeinde.

Besonders nachahmenswert ist das Konzept der Nachwuchsförderung, das der Pastor zusammen mit seiner Frau in seiner Gemeinde etabliert hat. Ferner besucht MacDonald regelmäßig Gemeindemitglieder in ihrem alltäglichen Umfeld. Dies hilft ihm, tiefere Beziehungen zu ihnen zu haben und liefert oft auch Inspirationen für Predigten.

Kritik

Der Titel Warum Jesus kein Burnout hatte spricht vor allem solche an, die sich in der Gefahr sehen auszubrennen. Das Buch kann auch Ermutigung geben, sich neu auf Gott auszurichten. Für tatsächlich Burnout-Gefährdete sehe ich das Werk eher kritisch. Gerade der erste Teil, in dem es um Zielsetzungen und das eigene Leitbild geht, kann das Gefühl verstärken, immer noch nicht gut genug zu sein und zu tun. Zu viele und zu hohe Ziele könnten bei Burnout-Gefährdeten den inneren Leistungsdruck verstärken und zusätzliche Lasten auflegen. Der englische Originaltitel des Buches Building below the Waterline trifft den Inhalt da besser, weil der Bezug zum einleitenden Vergleich mit dem Brückenbau hergestellt ist.

Außerdem verweist MacDonald des Öfteren auf andere Autoren und Bücher, z. B. zum Thema Geistliches Wachstum. Eine Bibliographie am Ende des Buches wäre daher hilfreich gewesen, um sich weiter mit den angesprochenen Themen zu beschäftigen.

Fazit

Warum Jesus kein Burnout hatte ist hilfreich für Pastoren und andere, die Verantwortung in Gemeinde oder Beruf tragen. Es enthält einige gute Anstöße für das eigene Glaubensleben und für die Arbeit mit Menschen. Das Buch ist aus den oben erwähnten Gründen jedoch nicht empfehlenswert für solche, die tatsächlich kurz vor einem Burnout stehen.


Kommentare

Von Micha am .

Gott soll unsere EINZIGE Sicherheit sein. Jesus hat genau diese Lebensweise praktiziert. Er fing morgens damit an, indem er „Stille Zeit“ mit seinem Vater bewusst suchte. Auch tagsüber wusste sich Jesus von IHM abhängig. Wir gehen da oft unsere eigenen Wege und meinen, bei bestimmten Situationen nicht unbedingt Gottes Ratschlag zu benötigen. Jesus wollte stets im Einklang mit dem Willen des Vaters stehen. Dazu muss alles was uns davon abhält, beseitigt werden. Dazu zählen unsere Sicherheiten, mehr

Von Harry-Puschel am .

Genau diese Aussage hat mich in Gesprächen auch Beschäftigt .
Man kann am Leben Jesu ja sein ganzes Leben abstimmen.Aber was ist wenn die Ordnung zusammenbricht,wenn einen Sress
aufgezwungen wird.Bournout meiner Meinung passiert dann schnell,wenn meine aufgebaute
Lebenswelt zusammenbricht,oder
ich in äusseren und inneren Zwängen stecke.Wir müssen dann
fragen?:Wollte Gott diesen Lebensentwurf? Was mich persöhnlich betrifft ist.Gott reisst seit einiger Zeit alles komplett ab. mehr


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