Buchvorstellung

Mal ganz ehrlich ...

Würden Sie es schaffen, ein Jahr lang aufrichtig und vollkommen ehrlich zu leben? Phil Callaway hat den Selbsttest gemacht.

Phil Callaway versucht, zwölf Monate lang die Wahrheit zu sagen. In dem Buch „Mal ganz ehrlich – zumindest für ein Jahr“ zeichnet er seine Erlebnisse während des Projekts auf.

Was würden Sie Ihre Freunde fragen, wenn es keine Tabus gäbe?

Die Idee zu dem Projekt hatte Callaways Lektor. Callaway selbst ist anfänglich eher skeptisch. Dennoch lässt er sich auf das Experiment ein. Schließlich ist er Komiker und immer offen für Neues. So fordert er seine Freunde per E-Mail heraus, ihn das zu fragen, was sie schon immer von ihm wissen wollten. Er muss ja schließlich ehrlich antworten.

Schnell wird ihm jedoch klar, dass es nicht nur darum geht, strikt die Wahrheit zu sagen, sondern ein aufrichtiges und authentisches Leben nach Gottes Maßstäben zu führen. Es beginnt eine Geschichte, in der ihm nicht nur seine Freunden Antworten entlocken wollen. Auch im Alltag und in schwierigen Situationen sieht er sich mit einigen Fragen konfrontiert, die sich der ein oder andere Leser sicher ebenfalls schon einmal gestellt hat:

  • Haben Lügen Verjährungsfristen?
  • Wie viel kostet es, ehrlich zu sein?
  • Wie konfrontiere ich andere in Liebe mit der Wahrheit, wenn ich sehe, dass sie ihr Leben ruinieren?
  • Kann ich ehrlich das mitsingen, was wir in der Gemeinde singen?
  • Wie bin ich ehrlich zu der eigenen Mutter, die an Demenz erkrankt ist?

Antworten findet Phil Callaway nicht immer. Im Fall der Frage „Wie kann ich ehrlich für meine Feinde beten und sie segnen“ merkt er aber: Es ist ein Prozess, den Gott mit ihm geht und in dessen Verlauf sich auch seine Gebete verändern. Nach und nach ähneln sie immer mehr den Psalmen Davids: Er versucht nicht mehr, Gott etwas vorzumachen und breitet ehrlich seine Gefühlswelt vor ihm aus.

Christen sind auch nur Menschen

Phil Callaway erzählt seine Erlebnisse im Tagebuchstil. Der Leser wird so hineingenommen in seine Gedankenwelt, die er unverblümt ausbreitet. So erzählt er offen von Versuchungen und Neidgedanken. Am Ende der einzelnen Kapitel legt er vor sich, Gott und dem Leser ein ehrliches Geständnis ab. Diese Offenheit beeindruckt mich. Und bringt mich zum Lachen. Denn Callaway erzählt neben bedrückenden Begegnungen mit der dementen Mutter auch von Schriftwechseln mit Mitarbeitern der Nach-Entrückungs-Tierfürsorge.

Der Autor berichtet nicht nur über seine Erfahrungen während dieses Experiments. Er lässt das Jahr abschließend auch Revue passieren und zieht ein Resümee. So schließt er damit, dass seine Gebete ehrlicher geworden sind und er weder Gott noch andere beeindrucken muss. Das Projekt hat ihm gezeigt, wie sehr er Mensch ist und Gottes Gnade bedarf.

Phil Callaway bleibt nicht dabei stehen, sich selbst zu hinterfragen, sondern fordert auch seine Leser dazu heraus. Hilfen dazu gibt es am Ende des Buches. Dort sind kapitelweise Fragen zusammengestellt, mit denen man sich, auch im Gespräch mit anderen, noch weiter mit den aufgeworfenen Fragen beschäftigen kann.

Fazit

Das Buch ist für alle interessant, die sich um ein echtes und authentisches Leben bemühen. Es inspiriert, im eigenen Leben ehrlicher zu sein - zu sich selbst, zu anderen und zu Gott. Dabei verbindet es gleichzeitig Ernsthaftes mit Witzigem. Zwar liefert es nicht unbedingt Antworten auf Fragen, die in Gesellschaft und Gemeinde diesbezüglich aufgeworfen werden. Aber es konfrontiert mit diesen Fragen und lädt dazu ein, selbst Antworten für sich und im Gespräch mit Gott zu finden. In einer scheinheiligen Welt ist dieses Buch wie ein echter Sonnenschein. Ehrlich.


Mal ganz ehrlich - zumindest für ein Jahr
Phil Callaway

SCM Hänssler, 272 Seiten
Preis: 16,95 €
ISBN: 978-3775153249

Leseprobe
Hörprobe

Buch im ERF-Shop bestellen
 

 

 

 


Kommentare

Von rest am .

also, ich habe das Buch noch nicht gelesen, aber neulich eine traurige Erfahrung gemacht: wenn man die Wahrheit sagt, verstehen einen die andern entweder falsch, oder sie kriegen es in den falschen Hals. Jedenfalls war es nicht gerade aufbauend für mich mein Herz ehrlich und offen zu tragen - schließlich waren hinterher einige Leute verletzt. Schade


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.