Buchrezension

Das Geschenk der Gnade

Gottes Handeln, seine Gesetze, sein Strafen - alles ein Akt der Gnade? Ja, findet Andy Stanley und erklärt in seinem neuen Buch warum.

Der Gott des Alten Testaments ist ein zorniger und strafender Gott. Der Gott des Neuen Testaments gutmütig und gnädig. So die landläufige Meinung. Andy Stanley sieht das anders und erklärt in seinem Buch, warum Gott nicht nur immer derselbe, sondern auch immer durch und durch gnädig ist.

Stanley erzählt in seinem Buch „Das Geschenk der Gnade“ von Gottes Beziehung zu den Menschen, angefangen von Adam und Eva, über Abraham, Jakob und Mose bis hin zu Matthäus, Paulus und vielen mehr. Kurz gesagt: Stanley erzählt die Heilsgeschichte einmal von vorne bis hinten. Punktuell sucht er sich die wichtigsten Meilensteine der Heilsgeschichte raus und beleuchtet einzelne Abschnitte im Zusammenhang. Er zeigt, wie Gott mit durchschnittlichen Menschen und Versagern ein neues Volk gründet und damit die Welt verändert. Wie Gott immer wieder heil macht, was der Mensch zerstört.

Gnade – mehr als Vergebung oder Mitleid

Weil Stanley deutlich machen möchte, dass Gott ein Gott der Beziehung ist, beleuchtet er keine Ereignisse, sondern Menschen und ihre Lebensgeschichten. Zum Beispiel die von Juda, der seinen Bruder kaltblütig verkaufte, seinem Vater jahrelang was vormachte und so schlecht für seine Familie sorgte, dass seine Schwiegertochter zu erniedrigenden Maßnahmen schreiten musste. Er erzählt von der Prostituierten Rahab, vom Ehebrecher David oder vom selbstgerechten Jona. Und von Gottes Reaktion: Juda bekommt ein doppeltes Erbe und die Herrschaft über seine Brüder, Rahab wird Teil des Volkes Israel und direkte Vorfahrin von Jesus, David baute als König ein großes Reich auf und Jona wird zum Segensbringer für eine fremde Nation. Wer sich das Handeln und die tiefsten Motive des Menschen anschaut und dann auf Gottes Reaktion sieht, kann sie einfach nicht übersehen: Gottes Gnade.

Doch Stanley bleibt nicht bei den Menschen der Bibel stehen. Er zeigt auf, dass Gott seine Geschichte mit uns heute weiter schreibt und dass diese immer noch von unverdienter Gnade geprägt ist. Stanley macht ebenso klar, dass Gnade keine Einbahnstraße ist. Wir sind genauso aufgefordert, diese Gnade an andere weiterzugeben.

Die Geschichte der Menschheit einmalig erzählt

Der Autor ist ein Menschenkenner und Geschichtenerzähler. Er schafft es, komplizierte Ereignisse vor dem geistigen Auge des Lesers lebendig werden zu lassen. Mit einfachen Worten, aber ohne oberflächlich zu sein. Mit wichtigen Hintergrundinformationen, ohne trocken zu wirken. Ehrlich und trotzdem mit Witz und Charme. So gibt er auch hier und da humorvoll eine Anekdote aus seinem Leben zum Besten.

Mein Fazit: Absolut lesenswert! Wenn Sie schon lange Christ sind, sich Ihr Glaube aber manchmal mehr im Kopf als im Herz abspielt, wenn Sie die biblischen Geschichten auswendig kennen, sie aber davon kaum noch berührt werden, dann lesen Sie dieses Buch. Es wird Ihnen mehr als nur ein Aha-Erlebnis bescheren.


Das Geschenk der Gnade

Andy Stanley

SCM R. Brockhaus

224 S.

15,95 Euro

Leseprobe zum Buch

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Kommentare

Von WiBe am .

Bonhoeffer spricht von billiger und teurer Gnade.
Die erste ist für ihn billig, denn sie ist
"Gnade ohne Preis, ohne Kosten. Das sei ja gerade das Wesen der Gnade, daß die Rechnung im voraus für alle Zeit beglichen ist. Auf die gezahlte Rechnung hin ist alles umsonst zu haben".
Die zweite ist für ihn teuer,
"weil Gott sein Sohn nicht zu teuer war für unser Leben, sondern ihn für uns hingab" und "weil sie in die Nachfolge ruft" [und damit Leistungen des Begnadigten erfordert].
Das kann ich nicht mehr

Von Rosemarie Such am .

Diese Gedanken betr. Gnade macht neugierig auf mehr.
Rosemarie Such


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