Buchrezension

Die 100 wichtigsten Fragen zum Leben

Viele Ratgeber sind gut, passen aber nicht in das Leben des Lesers. Dieses Buch dreht den Spieß herum und macht den Leser zum Autor.

Unzählige Ratgeberbücher stehen Jahr für Jahr in den Regalen der Buchhandlungen: Ratgeber für energiesparendes Bauen, ein Leben im Säure-Basen-Gleichgewicht, Bücher für Menschen mit Phobien, Auswanderer oder Männer, die endlich ihre Frau verstehen wollen. Stets hofft der Käufer, Antworten auf seine Fragen zu bekommen, um seine Lebensqualität zu steigern. Doch viel zu oft passen die Ratschläge nicht in die Lebenssituation des Lesers, sind zu allgemein oder nicht umsetzbar. Dieses Buch ist anders. Es liefert keine vorgefertigten Antworten, sondern lediglich die Fragen. Wer könnte schließlich Ihre Fragen besser beantworten als Sie selbst?

Das Buch „Die 100 wichtigsten Fragen zum Leben“ besteht aus insgesamt zehn Themenbereichen. Eines von ihnen ist beispielsweise das Kapitel „Zurückblicken“. Es will helfen, sich seiner Prägungen bewusst zu werden, Gutes zu übernehmen und Unliebsames hinter sich zu lassen. Weitere Kapitel beschäftigen sich mit den Themen „Verändern“, „Ankommen“, „Hindernisse überwinden“ oder „Durchhalten“. Jedes Kapitel wird mit einem kurzen Impuls eingeleitet. Der Rest ist Aufgabe des Lesers. Durch seine Antworten, für die pro Frage meist eine Seite Platz vorhanden ist, wird der Leser selbst zum Autor seiner ganz individuellen Geschichte.

Kein Buch für den Stillstand

Die Autoren Bianka Bleier und Martin Gundlach machen von Anfang an klar: Hier ist Kreativität und Einsatz gefragt. Es geht nicht um ein stures Abarbeiten von Fragen, sondern darum, selbst aktiv zu werden, zu reflektieren, zu hinterfragen, vorauszuschauen und konkret zu werden. So stellen sie zum Beispiel Fragen wie: Wo möchte ich neu Prioritäten setzen? Bei welchen Tätigkeiten blühe ich auf? Welche Begrenzungen in meinem Leben will ich akzeptieren, weil ich sie nicht ändern kann? Ist meine Zeiteinteilung sinnvoll? Oder: Welche Erlebnisse im Glauben gehören zu meiner ‚himmlischen Schatzkiste‘?

Das Buch ist auf Menschen zugeschnitten, die sich in einer Umbruchphase ihres Lebens befinden, sei es eine berufliche Veränderung, das erste Kind, die Hochzeit oder ein Wohnungswechsel. Nicht umsonst erscheint es in einer Reihe mit den Büchern „Meine Berufung“, „Eltern werden“ oder „Meinen Platz im Leben finden“. Genauso geeignet ist das Buch aber auch für Menschen, die sich nach Veränderung sehnen, aber noch nicht wissen, wo und wie sie anfangen sollen.

Mich persönlich hat das Buch sehr angesprochen. Obwohl ich mich in keiner Umbruchphase befinde, hat es alte, fast vergessene Ideen wieder in Erinnerung gebracht und den Wunsch nach Veränderung geweckt. Das Buch ist vom Teenageralter an für jede Altersklasse geeignet und mit seiner ansprechenden Aufmachung auch eine nette Geschenkidee.

 


 

Die 100 wichtigsten Fragen zum Leben finden Sie hier… und reichlich Platz für Ihre Antworten

Bianka Bleier und Martin Gundlach

SCM Collection

160 Seiten

12,95 Euro

Im ERF-Shop bestellen.
Bild: SCM Collection
 

 


Kommentare

Von Siegmar Uecker am .

Das Buch scheint mir nach der Darstellung recht praktikabel zu sein.
Es ist ein in der Gesprächstherapie verwendetes Verfahren, in dem der Mensch lernt, sich in den meisten Situationen selber zu helfen. Der Schwachpunkt dieser Therapie ist die Ebene, wo sich ein Mensch nicht mehr selber helfen kann! Da müsste dann der Therapeut Hilfestellung leisten. Was bei der Gesprächstherapie aber nicht gemacht wird. Viele Psychotherapeuten verwenden deshalb heute die integrative Pschyotherapie, wobei mehr


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