Buchrezension

"Meine Oma hat Alzheimer"

Immer öfter lässt sie die Herdplatte an, oder legt den Geldbeutel ins Gefrierfach. Wie bringt man dem eigenen Kind sinnvoll bei, dass Oma Alzheimer hat?

Es gibt viele Tipps für Eltern, wie sie mit ihren demenzerkrankten Eltern umgehen können. Wie aber bringt man den Kindern bei, dass ihr Opa sie nicht mehr erkennt, oder die Oma ins Pflegeheim muss, weil sie nicht mehr im Stande ist allein zu leben.

Véronique Van den Abeele hat sich dieses Thema zu Herzen genommen und gemeinsam mit der Illustratorin Claude K. Dubois ein Kinderbuch herausgebracht. Es soll auf kindgerechte Weise helfen, die Enkel mit Alzheimer zu konfrontieren und Lösungen für einen richtigen Umgang mit ihren Großeltern bieten.

 

„Meine Oma hat Alzheimer“
Autor: Véronique Van den Abeele
Bilder: Claude K. Dubois
Verlag: Brunnen
ISBN: 3-7655-5562-2
Preis: EUR 11,95 [D]

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Bild: Brunnen Verlag

„Alz…was?“

Paula ist ein kleines Mädchen und liebt es, Zeit mit ihrer Oma zu verbringen. Doch seit einigen Tagen verhält sich ihre Oma merkwürdig. Sie legt ihren Schuh in den Kühlschrank und nennt Paula plötzlich „Susanne“. Anfangs hält das kleine Mädchen alles noch für einen Spaß ihrer Oma, doch schon erkennt sie, dass die Lage ernster ist, als sie denkt.

Noch weiß Paula nicht, was der Arzt mit Alzheimer meint. Aber schon bald realisiert sie, dass ihre Oma nicht mehr dieselbe ist wie früher – und das dauerhaft. Doch nach und nach lernt Paule mit dieser neuen Seite ihrer Oma umzugehen und kann sich wieder an ihr freuen.

 

Kindliche Aufklärung auf 32 Seiten

Die beiden Belgierinnen tasten sich mit dem Kinderbuch vorsichtig an das Thema Alzheimer heran. Es hilft Kindern ab 5 Jahren sich auf leicht verträgliche Weise mit den Folgen einer Demenzerkrankung auseinander zu setzen. Sowohl die wenigen und kurzen Sätze als auch die weichen und überladenen Zeichnungen tragen einen großen Teil dazu bei. Véronique Van den Abeele macht in Kürze deutlich, welchen Wert Enkelkinder für eine demente Person hat.


Kommentare

Von Johannes K. am .

Ich halte es für töricht die "Alten" als Kriegsgeneration festzumachen. Genauso unsinnig ist es beispielsweise, die Juden immer noch nur an ihren Erfahrungen in Konzentrationslagern festzumachen. Das Gedankengut welches hinter diesen Bildern steckt kann kein Gutes sein.
Mit Alzheimer hat das wohl eher wenig zu tun.
Johannes

Von Sandra am .

Meine Oma hatte eine lange Zeit Aözheimer.
Oma konnte nicht einmal mehr den Kirsch- vom Magnolienbaum mehr unterscheiden. Sie war sogar der Meinung er würde im Frühling regelrecht explodieren.
Ihre Wahrnehmung war schon etwas absonderlich. Trotzdem mochte ich meine Oma gern und begleitete sie, mit ihr behutsam umgehend, bis an ihren letzten Tag in ihrem Leben.
Es kommt nicht darauf an ob jemand Alzheimer hat, sondern, daß der jenige ein Mensch in Gottes Schöpfung und Gottes Augen ist.
Sandra

Von Roesger am .

Gut dass es diesen Ansatz der Vermittlung einer Wesensveränderung gibt. Dazu ist es gut zu wissen, dass die Generation der 80 j. eine Kriegsgeneration ist. Viele verschüttete Ereignisse kommen wieder an die Oberfläche. Hoffen und bitten wir unseren Vater, dass die Betroffenen liebevolle Menschen an ihrer Seite haben.


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