Rezension

Wilma Wall - "Der Jadearmreif"

Elsa Meier wächst in China als Missionskind auf, erlebt dort Höhen und Tiefen. Horst Marquardt stellt den Roman "Der Jadearmreif" vor.

Elsa Meier ist Tochter von China-Missionaren. Sie liebt dieses große Land und seine Menschen. In den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts wächst sie in ihrer Missionarsfamilie und unter vielen Chinesen auf. Kriegerische Geschehnisse, Bandenüberfälle und manche abergläubische Anschauung der Menschen gehören zum Leben dazu. Sie erschüttern die Heranwachsende nicht, allerdings lässt sie vieles ratlos. Das Zusammenleben mit jüngeren und älteren Gefährten helfen ihr.

Veränderungen

Eine Welt bricht für die junge Frau zusammen, als die Eltern aufgrund der politischen Entwicklung China verlassen müssen und nach Amerika zurückkehren. Doch in den 80er Jahren reist sie – inzwischen Ehefrau und Mutter – als Touristin in die alte Heimat zurück. Nach Überwindung mancher Schwierigkeiten gelingt es Elsa tatsächlich, den Ort wiederzufinden, an dem sie ihre Kindheit verbrachte. Sie trifft sogar Menschen, mit denen sie in ihrer Kindheit herzlich verbunden war. Erschüttert stellt sie fest, dass es inzwischen durch die Kulturrevolution zu vielen Veränderungen gekommen ist. Nur zögernd öffnen sich ihr einige Menschen, denen sie begegnet. Zurückhaltend berichten sie ihr von den Leiden und Erfahrungen der Vergangenheit.

Auch das Leben in einer Missionsfamilie wird beschrieben. Elsas Verhältnis zu der Mutter ist kompliziert. Während der Vater eine große Liebe für das chinesische Volk hat, fühlt sich ihre Mutter in dem kleinen und dreckigen Chinesendorf nicht wohl, auch wenn der Ort für die Tochter Heimat bedeutet. Spät, aber nicht zu spät, öffnet die Mutter ihr Herz.

Nicht nur für China-Freunde

„Der Jadearmreif“ ist eine bewegende Geschichte einer Frau zwischen zwei Welten. Der Roman ist recht lebendig geschrieben und lässt vermuten, dass die Autorin, die selbst in Südchina geboren wurde und in China aufwuchs, auch eigenes Erleben mit verarbeitet hat. Es gelingt der Autorin Wilma Wall sehr gut, dem Leser eine völlig fremde Kultur in einer spannenden Geschichte nahe zu bringen.  Anschaulich wird der chinesische Alltag in den 30er und 80er Jahren geschildert. Außerdem erlebt der Leser die Freuden und Leiden des Missionsalltags mit. Eine empfehlenswerte Lektüre, die nicht nur China-Freunden gefallen wird.


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