Buchrezension

Wie ein Missbrauchsopfer vergeben lernt

Missbraucht, vergewaltigt, entwürdigt: Marinas Kindheit ist ein Albtraum. Doch eines Tages lernt sie die befreiende Kraft der Vergebung kennen.

Im Alter von 13 Jahren ist Marinas Kindheit vorbei. Sie kommt gerade erst in die Pubertät, als ihr Onkel sie missbraucht und vergewaltigt. Das eingeschüchterte Mädchen traut sich nicht, mit jemandem über den Missbrauch zu sprechen und hofft, dass es eine einmalige Sache ist. Doch weit gefehlt: Die folgenden Jahre werden zur Tortur. Ihr Onkel bleibt nicht der einzige, der sich an dem hilflosen Mädchen vergeht. Sie fühlt sich ungeliebt, dreckig und wie ein Gegenstand benutzt. Als Marina endlich ihr Schweigen bricht, glaubt die Familie ihr nicht. Enttäuscht zieht sie von Zuhause aus. Erst als sie selbst verheiratet ist und die Ehe kurz vor dem Scheitern steht, kommt Marina zum Glauben an Jesus Christus. Durch ihn lernt sie die  befreiende Wirkung von Vergebung kennen und schafft es, ein völlig neues Leben zu beginnen.

„Albtraum ohne Ende?“ ist kein Roman und auch kein Ratgeber. Es ist die authentische Biografie einer Frau, die Missbrauch erlebt hat - unverhohlen und ehrlich erzählt, ohne jeglichen Schnörkel. Ihr Ziel dabei ist es, Missbrauchsopfern Mut zu machen und zu zeigen: Gott kann Heilung schenken und von Bitterkeit befreien.

Das Buch ist mit 128 Seiten recht kurz, in einfacher Sprache geschrieben und nimmt den Leser voll und ganz mit in die Lebenswelt der Autorin. Einmal angefangen, kann man es kaum zur Seite legen. Marinas Geschichte steht stellvertretend für die vielen Missbrauchsfälle, die sich täglich in unserer Gesellschaft ereignen. Das Buch sensibilisiert für dieses aktuelle Thema und macht Mut. Es zeigt: Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels, ein neues Leben nach dem Trauma ist möglich! Ein empfehlenswertes Buch, nicht nur für Betroffene.


Albtraum ohne Ende?

Eine Geschichte von Missbrauch und Heilung.

Martina S.

Neufeld Verlag

128 S.

9,90 Euro

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Bild: Neufeld Verlag


Kommentare

Von Angelika O. am .

Und ist dieser Onkel jemals angezeigt und verurteilt worden? Oder konnte er ungehindert weitere Kinder missbrauchen?
Was "glaubt die Familie ihr nicht" angeht: die nächsten Angehörigen wissen oft genau über den Missbrauch Bescheid. Sie tun nur nichts dagegen. Oft aus erschreckend banalen Gründen.
Sich von solchen Menschen zu distanzieren ist gut. Ob wir aber auf uns bezogen bleiben sollten oder ihnen und vor allem den Tätern entschiedene Grenzen setzen ist eine Frage, die erörtert werden mehr

Von Anita am .

In unserer Selbshilfegruppe haben dieses Buch inzwischen schon einige Betroffene gelesen. Es ist einfach wunderbar, wenn man miterleben darf, wie diese Frau ihre schlimmen Erlebniss durch die Hinwendung zu Jesus Christus und seine Vergebung verarbeiten konnte und ihre Seele Heilung erfahren durfte.
Die Taten sehe ich darin nicht irgendwie ausgeschlachtet, sondern klar beschrieben. Natürlich kann dieses Buch auch bei Betroffenen einiges auslösen, wie ich auch bei manchen Teilnehmerinnen in der mehr

Von Susanne Schleyer am .

Es gibt viele gute Bücher im christlichen Bereich zu diesem Thema, was mich nur schmerzt, sind die ausführlichen Beschreibungen von dem Missbrauch, an denen sich gewissen Leute wieder aufgeilen können. Und das macht dann die eigene Aufarbeitung schon wieder zunichte, daher würde ich um sensiblen Umgang mit dem Thema raten, besonders in den Beschreibungen der Taten.

Von Claudia am .

Ich kann zu diesem Thema nur Ja und Amen sagen. Denn ich selber habe es auch erlebt und bin ebenfalls nur durch Vergebung in einem längeren Prozess heil geworden. Gott ist einfach so gut.
Super, dass es dieses Buch mit dem Thema gibt. Ich hoffe es erreicht das Ziel, was ihr euch damit vorgenommen habt.
Alles Gute und Gottes Segen!


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