Andacht Lesezeit: ~ 3 min

Zuversicht ist unser Erbe

Egal, wie tief die Krise ist und wie schwer und aussichtslos die Situation erscheinen mag, Gott ist größer.


„Gott, wir hörten es mit eigenen Ohren, unsere Väter haben uns erzählt von dem Werk, das du in ihren Tagen vollbracht hast, in den Tagen der Vorzeit.“ – Psalm 44,2
 

„Wo du noch nicht hast hingedacht, hat Gott schon alles gut gemacht“, das ist ein Spruch meiner Mutter, der mir oft in schwierigen Zeiten – wie jetzt – einfällt. Die Worte geben mir Mut und Kraft, sie trösten mich. Schwere Zeiten hat sie erlebt, meine Mutter: Krieg, Entbehrungen, Trauer und lange schwere, ja lebensbedrohliche Krankheit zeichneten ihr Leben. „Mit Gottes Hilfe kann man jeden Weg gehen, auch das scheinbar Unüberwindbare überwinden“, pflegte sie zu sagen. Daran glaubte sie und ihr Glaube wurde immer wieder bestätigt und belohnt. Die Erfahrungen mit Gott in der tiefsten Krise stärkten sie.

Wo du noch nicht hast hingedacht, hat Gott schon alles gut gemacht.

 

Ähnlich auch mein Vater: Fast noch ein Kind, wurde er kurz vor dem Abitur in den Krieg eingezogen. Viele seiner Schulkameraden sah er fallen und musste mit ansehen, wie seine Heimatstadt durch Bomben zerstört wurde. Seine Jugend ließ er in russischer und anschließend amerikanischer Gefangenschaft. Die Eindrücke begleiteten ihn ein Leben lang und beeinträchtigten seine Gesundheit. Doch seinen Gott hat er nie in Frage gestellt. Besonders in schwersten Zeiten gab ihm sein Glaube Halt und Zuversicht. „Ohne Gott und ohne Glauben, hätte ich die schreckliche Zeit im Schützengraben und der Gefangenschaft, nicht überstanden“, beteuerte er zeitlebens immer wieder.

Wie oft war ich diese Geschichten leid. Als Jugendliche wollte ich diese Kriegserlebnisse nicht immer wieder hören. Ich verstand sie auch nicht, konnte mich nicht in diese Zeit und die Erfahrungen hineinversetzen. Mein Leben sollte sorglos sein. Und das war es auch – nicht zuletzt dank meiner Eltern. Übrigens, gingen beide an ihrem Lebensende hochbetagt in Frieden Heim.

Doch mehr noch denke ich gerne an ihr Leben und bin dankbar für die Lebenserfahrungen und -weisheiten, die sie mir hinterlassen haben. Ihr tiefes Vertrauen in Gott, der mir nun auch schon oft in den Krisen des Lebens begegnet ist und mich immer wieder aus der Not heraus führte, dient mir als Orientierung und prägte in der Überlieferung auch meinen Glauben, den ich jetzt gerne weitergebe.

Die Erfahrungen der Vorfahren dienten schon im Alten Testament der Bibel den Gläubigen als Quelle der Kraft und Zuversicht in schweren Zeiten. In Psalm 44,2 ist von Gottes Taten in den Tagen der Vorzeit zu lesen. Viele Geschichten der biblischen Vorväter erzählen von Gottes großen Wundern, seinem Eingreifen in fatalen Situationen wie vor Feuertod, Löwen und wie David, immer wieder vor Saul. Er verschont die an ihn glauben vor Unheil und Pest. Er rettet sein Volk aus der Knechtschaft Ägyptens und der Gefangenschaft der Babylonier.

Dieser Gott, der die Menschen liebt und seine Versprechen hält. Er steht auch uns immer und immer wieder bei. Durch Jesus Christus, seinen Sohn, hat er uns gezeigt, dass er nicht nur vor dem Tode, sondern uns auch im Tode erretten kann. Egal, wie tief die Krise ist und wie schwer und aussichtslos die Situation erscheinen mag, Gott ist groß.

Alles hat seinen Sinn und nichts ist zu schwer oder unüberwindbar für ihn. Selbst schwerste Krankheit, Krieg und Tod kann er besiegen. Den Sinn und Zweck der Situation können wir nicht immer sofort verstehen. Doch alles geht vorbei und Gottes Stärke und Gottes Wille erkennen wir erst viel später. Das wissen wir aus den Geschichten unserer Vorväter. Am Ende ist alles gut. Gott macht alles gut.


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