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Worship mit Maria

Das Lobpreisgebet der Mutter von Jesus unter der Lupe.

 

 

Beten mit Worten von Maria? Christen aus evangelischen Kirchen und Freikirchen stolpern vielleicht bei diesem Gedanken. Aber jedes Mal wenn ein Chor „Meine Seele erhebt den Herrn“ anstimmt, sind es ja Worte von Maria. Das Lobpreisgebet der Mutter von Jesus nimmt Ingrid Heinzelmaier unter die Lupe in ihrem folgenden Beitrag.


Wie ein roter Faden ziehen sich Lob- und Anbetungslieder durch den ersten Teil der Bibel, das Alte Testament. Die Schwester von Mose singt nach dem Auszug aus Ägypten ein Lied des Dankes für die Befreiung. König David und andere Sänger hinterlassen ein ganzes Buch voller Psalmen. Menschen singen aus tiefstem Herzen inspiriert von Gottes Geist. Aus ihrem Inneren jubelt heraus, was Gott für sie und für sein Volk Großes getan hat.
 

Liebevoller Blick von Gott

Zu Beginn des dritten Evangeliums schreibt der Arzt Lukas von einer jungen Frau aus Nazareth, die mit ihrer Seele den Herrn erhebt (Lukas 1,46f.). Ein Engel ist ihr begegnet und hat ihr auf übernatürliche Weise ein Kind angekündigt. Dieses Anbetungslied der Maria ist eine Perle unter den neutestamentlichen Lobpreisungen. Roland Werner hat in seiner lesenswerten Übertragung „Das Buch“ die Kernsätze aus diesem Lied für uns verständlich gemacht:

Mit allem, was ich bin,
will ich Gott den Herrn hoch erheben.
Ja, mein Innerstes jubelt über Gott.
Er ist der, der mich aus allem erlöst.
Ganz tief hat er sich herabgebeugt und mich,
seine Dienerin, voller Liebe angeschaut.

 

Maria erhebt mit diesem Lied einen Gott, der eine einfache Frau „voller Liebe“ angeschaut hat. „Ich bin eine Dienerin Gottes des Herrn“ – mit diesem Satz öffnet die junge Frau den Weg für den Gottessohn Jesus in diese Welt hinein. Ganz und gar stellt sie sich Gott zur Verfügung. In ihrem Dorf erlebt sie wohl eher Schimpf und Schande. Der Verlobte denkt daran, sie zu verlassen. Aber diese unehelich schwangere Maria singt ein Loblied auf ihren Gott – von dem sie weiß, er hat sie mit den Augen seiner Liebe angeschaut und berührt.
 

Worship mit Maria – das bedeutet: „Mein Innerstes jubelt über Gott“.

Jubel und Freude, auch wenn ich in meinem Leben durch enge und dunkle Täler gehen muss. In diesen Zeiten mit Corona tauchen ja an verschiedenen Stellen neue Schatten und drohende Gewitterwolken auf: Kontaktsperren und Besuchsbegrenzungen, Angst um die Firma oder den Job. „Das Lob aus der Tiefe“ kann gerade in einem dunklen Tal tröstende Erfahrungen der Nähe mit Jesus, dem guten Hirten schenken.
 

Marias Lobpreis wurzelt in Gottes Wundern

Eine noch sehr junge Frau ist auf übernatürliche Art und Weise schwanger geworden. Auch ihre schon betagte Verwandte Elisabeth erwartet wunderbarerweise ein Kind, das ein Bote Gottes angekündigt hat. Im Lobpreislied findet sich der Kernsatz:

Er, der Mächtige, hat große Dinge an mir getan!

 

Es ist das wunderbare Eingreifen Gottes in das Leben von zwei Frauen, das das Lob aus Maria herausbrechen lässt. Worship mit Maria bedeutet: Gottes Wunder in meinem Leben erkennen. Die Wunder, die ein Gott tut, der von Anfang an gute Gedanken über jeden Menschen hat, auch wenn dessen
Eltern vielleicht gar nicht für das Kind bereit waren. König David denkt in Psalm 139 daran, wie Gott ihn im Bauch der Mutter wunderbar gestaltet hat:

Ich danke dir, dass du mich so unglaublich wunderbar gemacht hast!

 

Von einem Wunder zum anderen

Das Leben selbst ist eines der größten Wunder Gottes. Ein Wunder ist, wenn Zerbrochenes wieder heilt und Erschöpfte neue Kraft bekommen. Ein Wunder ist auch, Schutz und Bewahrung zu erleben, Gottes spürbare Gegenwart in einer Not. Für Maria ist ihr besonderes Kind nur eines von vielen Wundern, die sie in die Anbetung treiben. Ihr Leben mit Jesus wird ein Weg sein „von einem Wunder zum anderen“. Da ist der offene Himmel nach der Geburt des Sohnes auf dem Feld bei Bethlehem. Oder dass die kleine Familie auf dem Weg ins Asyl nach Ägypten bewahrt bleibt. Und am Ende: dass der gestorbene Jesus wieder ins Leben zurückkommt.

Worship mit Maria bedeutet: Gottes Fußspuren in meinem Leben zu erkennen. Ich lade Sie ein: Investieren Sie Zeit, um darüber nachzusinnen. Vielleicht mit Zettel und Stift; vielleicht mit einer App auf dem Smartphone, in die Sie persönliche Notizen hineindiktieren können. Ich persönlich versuche jeden Abend ein paar Momente zu haben, wo ich den Fußabdrücken von Gottes Gegenwart in meinem Leben nachspüre und sie festhalte.
 

Lob für den Herrn der Geschichte

Im zweiten Teil ihres Liedes schaut Maria prophetisch in die Zukunft:

Er hat die, die in ihrem Herzen aufgeblasen sind, in alle Himmelsrichtungen zerstreut. Die Machthaber hat er von ihren Thronen gestoßen und die Elenden aufgerichtet. (…) So hat er es unseren Vorfahren versprochen, Abraham und seinen Nachkommen. Diese Zusage gilt bis in fernste Zukunftszeiten.

 

Keine Diktatur in dieser Welt währt ewig. Am Ende spricht Gott ein gerechtes Urteil über alle, die heute Menschen knechten. Maria kennt diesen großen Gott. Sie weiß: Er wird das Schlusswort unter die Menschen und ihre Geschichte setzen. Es wird ein erlösendes Wort sein.

Maria hat unter Herodes gelitten, sie musste mit ihrer Familie aus der Heimat fliehen. Aber sie hat auch das Ende des Gewaltherrschers erlebt und konnte nach Nazareth zurückkehren. In Ihrem Lied hat sie im Glauben eine Befreiung geschaut, die erst später geschehen wird. Gott „fordert“ so einen Vertrauensblick nicht von uns ein. Aber es tut gut, im Vertrauen auf einen großen Gott zu wachsen und ihn zu loben für seine Versprechen.

Worship mit Maria heißt einen einzigartigen Gott anzubeten, der am Ende das erlösende Schlusswort sprechen wird. Und Gott segnet auch uns für prophetischen Glauben, der aus einem engen Verbundensein mit Jesus jetzt schon ein Heil schaut, das der Allmächtige noch schenken wird.


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