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Was ist der Weltgebetstag?

Informiert beten – betend handeln.


Immer am 1. Freitag im März wird der internationale Weltgebetstag gefeiert. In diesem Jahr fällt er exakt auf den 1. März. Am 4. März 1927 wurde der erste Weltgebetstag gefeiert. Entstanden ist er in den USA. Das erste Weltgebetstags-Komitee entstand und legte ein Datum fest: Der erste Freitag in der Passionszeit. 

Früher hatte der Weltgebetstag noch einen Zusatz, nämlich „der Frauen“. Das liegt an seiner Historie. In den USA gab es bereits ab 1887 Gebetstage, angeregt durch die Frauenmissionswerke in den USA und in Kanada. 1897 wurde der erste interkonfessionelle „Tag der Demütigung und des Gebets“ gemeinsam von den in der US-amerikanischen Inlandsmission engagierten Frauen begangen. Ab 1907 wurde er zum Day of Prayer for Home Missions, also zum „Gebetstag für die Innere Mission“.
Fünf Jahre später haben Frauen der US-amerikanischen Äußeren Mission einen interkonfessionellen Gebetstag ins Leben gerufen. Im Januar 1926 schließlich regte das Exekutivkomitee des Verbandes der Frauenwerke für Äußere Mission an, einen Weltgebetstag ins Leben zu rufen.
Hinter dem Gebetstag steckt also geballte Geschichte.  Heute ist es die größte ökumenische Basisbewegung von Frauen. Ihr Motto lautet: „Informiert beten – betend handeln“. Der Weltgebetstag wird in über 120 Ländern in ökumenischen Gottesdiensten begangen.

In Deutschland führten erstmals 1927 Methodistinnen den Weltgebetstag durch. 1947 fand in Berlin ein erster ökumenischer Weltgebetstagsgottesdienst mit US-amerikanischen Frauen auf Initiative der Methodistin Luise Scholz statt. 1970 schlossen sich auch die römisch-katholischen Frauenverbände an. 
Als deutsche Vertretung der internationalen Weltgebetstagsbewegung ist der gemeinnützige Verein Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee in Stein bei Nürnberg tätig. Dem Komitee gehören zwölf kirchliche Frauenverbände und -organisationen an, die aus neun unterschiedlichen Konfessionen kommen. Darunter sind die Heilsarmee, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und die Evangelische Brüderunität. Die Gottesdienstordnung für 2019 stammt von Frauen aus Slowenien und hat das Thema „Kommt, alles ist bereit!“ Zu den Veranstaltungen des Weltgebetstages kommen können Frauen wie Männer. In fast jeder Stadt und Kommune gibt es entsprechende Gottesdienste.


Frauen über Grenzen hinweg  vereinen

Pastorin Christine Heymer aus Wetzlar sagt zu dem Weltgebetstag: Ich finde gut, dass Frauen über Konfessions- Bezirks- und Gemeindegrenzen hinweg zusammen arbeiten in der Vorbereitung (geistlich/theologisch/kulinarisch/gestalterisch), zusammen kommen im Gottesdienst und Gebet, zusammen feiern im anschließenden Beisammensein.  Ich finde gut, dass eine Gruppe von Frauen aus einem speziellen Land die Liturgie erarbeitet, wie es zu ihrem Land und ihrer (Glaubens-)Kultur passt, dass es landestypische Musik gibt, die gesungen oder eingespielt wird und dass es Hintergrundinformationen zum jeweiligen Land gibt, ggf. mit Hinweisen gerade auf die problematischen Situationen und Herausforderungen von Frauen im jeweiligen Land. Und ich finde gut, dass seit vielen Jahren auch Männer eingeladen sind und sich einladen lassen.

Ich finde gut, dass seit vielen Jahren auch Männer eingeladen sind und sich einladen lassen. – Pastorin Christine Heymer

 

Gebet ist nie umsonst

Pfarrfrau Cornelia Mack in Stuttgart sieht noch weitere Dimensionen des Weltgebetstages. „Vor über 130 Jahren gründeten Frauen in den USA und Kanada den Weltgebetstag. Aus ihrem konfessions-übergreifenden Gebet ist eine große weltweite  ökumenische Bewegung  entstanden. Neben dem Anliegen, die Probleme von Frauen in vielen Ländern der Welt sichtbar zu machen und dafür zu beten, ist die ökumenische Wirkung vor Ort nicht zu unterschätzen.

Wir sollten uns keine Gelegenheit entgehen lassen, das gemeinsame ökumenische Gebet zu praktizieren. Schon die Vorbereitungsphase für den Weltgebetstags-Gottesdienst schafft hier in den Gemeinden dafür gute Verbindungen, die auch inhaltlich, geistlich gefüllt werden können. Gebet ist nie umsonst. Das gemeinsame Gebet hat eine Verheißung. Gott kann dadurch in den teilnehmenden Menschen, in den Gemeinden und natürlich ganz besonders auch in den Ländern wirken, für die gebetet wird.“

Wir sollten uns keine Gelegenheit entgehen lassen, das gemeinsame ökumenische Gebet zu praktizieren.  – Cornelia Mack, Pastorenfrau und Autorin


 

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