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Warum Weihnachten nicht perfekt sein muss

Keiner möchte an Weihnachten Stress oder Streit. Und wenn es doch passiert?


Als Kind war ich begeistert von Weihnachten und fieberte jedes Jahr dem Dezember entgegen. Ich mochte die Dunkelheit, die Kerzen, die Lieder, Krippenspiele, Zuckerbrötle (Plätzchen), Adventskalender und Geschenke. Seltsamerweise kamen mir die vier Wochen vor dem 24. Dezember dabei nie zu kurz vor und die Mystik um das Fest stellte sich von ganz alleine ein.

Je älter ich wurde, desto mehr ging diese besondere Stimmung und die kindliche Vorfreude verloren. Trotzdem schenkt Gott oft in all dem Weihnachtsstress einen Moment, in dem ich ganz neu von der Botschaft des Christfestes berührt werde.
 

Schlaflose Nächte statt strahlender Kinderaugen

Vergangenes Jahr erlebte ich meinen Weihnachtsmoment mitten in der Vorbereitung auf eine Kur, die ich mit den Kindern Mitte Dezember antreten wollte. Ich konnte abends nicht einschlafen, weil ich mir Sorgen machte, wie ich alles rechtzeitig vor dem Fest schaffen sollte. Mitten in diese Unruhe hinein, kam mir ein Gedanke: „Gott verspricht Frieden gerade da, wo es an Perfektion fehlt. Das ist die ursprünglichste Bedeutung von Weihnachten!“

Könnten wir uns unsere eigene heile Welt schaffen, hätte Gott nicht als kleines Kind in einem armen Stall unter schwierigen Verhältnissen geboren werden müssen. Es gibt kaum etwas, was uns die Weihnachtsbotschaft deutlicher vermitteln möchte, als dass Gott hinein kommt in unsere eigene Schuld und Unsicherheit, in trostlose Nachrichten, in die Hektik und den Erwartungsdruck unserer Gesellschaft und den Wunsch nach Wohlstand, Glück und Frieden für alle. Nicht wir müssen eine heile Welt voller strahlender Kinderaugen, Plätzchenduft und harmonischer Feiertage erschaffen.
 

Gott bleibt, wo die Weihnachtsstimmung fehlt

Einer der Namen des neugeborenen Jesus in der biblischen Weihnachtsgeschichte lautete Immanuel, was auf Deutsch „Gott ist mit uns“ bedeutet (Matthäus 1,23). Weihnachten bringt demnach zum Ausdruck, dass Gott bei uns ist und dass er durch Jesus Veränderung und Frieden schaffen wird – gerade da, wo es uns nicht möglich ist oder wo in der Familie die schöne Stimmung abhandengekommen ist.

Ich habe diese Erinnerung gebraucht, damit sich mein Wunsch nach einem gelungenen Weihnachtsfest in der Wirklichkeit meines Alltags erden konnte. Ich glaube immer noch, dass auch wir als Erwachsene etwas von der hoffnungsvollen und besonderen Weihnachtsstimmung brauchen, die der Advent für Kinder mit sich bringt.

Aus diesem Grund versuche ich ganz bewusst, die Wochen vor dem Fest für uns als Familie schön zu gestalten. Aber ich möchte auch lernen, dass echtes Weihnachtsglück nicht davon abhängt, wie viele Plätzchen wir gemeinsam gebacken haben oder ob wir gemeinsam zusammen über einen verschneiten Weihnachtsmarkt bummeln konnten.
 

Der Weihnachtsbotschaft Raum lassen

Es kann gerade für uns Mamas eine Entlastung sein, wenn wir wissen, dass das Besondere an Weihnachten nicht von unserer Fähigkeit abhängt, eine gemütliche Adventszeit und eine schöne Familienfeier zu organisieren. Das, was liegen bleibt oder was in unserer Familie aufgrund von äußeren Umständen sowieso nicht möglich ist, dürfen wir Gott überlassen.

Die Botschaft von Weihnachten ist stark genug, dass sie sich auch unter widrigen Umständen (eine schmerzhafte Geburt in einem schmutzigen Stall) und in schwierigen sozialen Verhältnissen (Hirten waren die Unterschicht in der damaligen Zeit) einen Weg zu unseren Herzen bahnt.

Wie viel mehr wird es ihr dieser Botschaft dann möglich sein, auch in einem ungeputzten Haus und trotz Geschwisterstreit vor der Bescherung oder einer nicht perfekt gekleideten Mutter Hoffnung und Freude zu verbreiten.

Gebet:

Vater, ich wünsche mir für mich und meine Kinder eine schöne Weihnachtszeit. Aber oft sieht die Wirklichkeit anders aus. Hilf mir zu erkennen, dass das kein Hindernis für dich ist, um mir zu begegnen und mich und unsere Familie zu verändern. Danke, dass Weihnachten klar gemacht hat, dass du mit uns bist.

 


Dieser Text stammt aus dem Buch „Mach mal Pause, Mama! Glaubensoasen für junge Mütter“. Wir danken dem Verlag Gerth Medien für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung.



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