Andacht Lesezeit: ~ 3 min

Unerwünscht, ungeliebt?

Ablehnung tut weh. Wie wir inmitten der Schmerzen Trost erleben können.


Der Herr ist für mich, ich werde mich nicht fürchten. Was könnte ein Mensch mir tun? (Psalm 118,6)

 

„Niemand mag dich. Niemand braucht dich. Niemand will dich.“ – nicht selten kommt es vor, dass andere Menschen mir dieses Gefühl vermitteln. Entweder durch ihre Taten oder ihre Worte. Der Schmerz, abgelehnt zu werden, kann sehr tief sitzen – besonders, wenn er von einer Person verursacht wurde, die mir sehr nahe steht. Ich habe dann das Gefühl, im Stich gelassen zu werden. Solche Erfahrungen gehen mir nicht mehr so leicht aus dem Kopf. Das Selbstvertrauen ist dadurch beeinflusst, das Herz zerbrochen. Ich fühle mich verlassen – unerwünscht, ungeliebt. Gefühle von Einsamkeit belasten mich. Manchmal kann der Schmerz so schwer werden, dass ich mich frage, ob ich lieber nicht mehr existieren sollte. Gefühle von Ablehnung können dadurch entstehen, dass Andere bevorzugt wurden, ich selbst unangemessen bestraft wurde, Gewalt miterlebt habe oder meine Gefühle von Eltern oder anderen Bezugspersonen nicht wahrgenommen oder einfach ignoriert wurden. Jeder Mensch hat in irgendeiner Form schon einmal Ablehnung erfahren – mehr oder weniger schlimm.
 

Gott kennt den Schmerz

Jesus kennt den Schmerz von Ablehnung genau. Schon bei seiner Geburt war kein Platz für ihn. Er wurde in einem Stall geboren und musste kurz darauf mit seinen Eltern vor König Herodes fliehen, der ihn umbringen wollte. Dutzende abwertende Kommentare von außen, die ihn in seiner Identität infrage stellten, gehörten mindestens genauso zu seinem Leben wie die Jubelrufe. Als Jesus zu seiner Vaterstadt Nazareth kam, waren die Menschen von seiner Weisheit und seinen Wundern erstaunt, trotzdem haben sie ihn spöttisch abgelehnt. Sie konnten nicht mehr in ihm sehen als nur den Sohn eines Zimmermanns (vgl. Matthäus 13,55). Als Nathanael von Jesus hörte, hat er bissig kommentiert: „Aus Nazareth kann etwas Gutes kommen?“ (Johannes 1,46). Auf dem Laubhüttenfest wurde Jesus beschimpft, er hätte einen Dämon (vgl. Johannes 7,20). Besonders schmerzhaft muss es gewesen sein, als er von seinem Jünger Judas mit einem Kuss verraten und überliefert wurde.

Über Jesus wird gesagt: „Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut; wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er, und wir achteten ihn nicht.“ (Jesaja 53,3). Ablehnung kannte Jesus in den verschiedensten Formen. Weil Gott selbst gelitten hat, kann er auch uns trösten, wenn wir durch Leid gehen. Er bezeichnet sich selbst als der „Gott allen Trostes“ (2. Korinther 1,3).
 

Gott verlässt mich nicht

Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich; aber der Herr nimmt mich auf. (Psalm 27,10).

 

Selbst wenn ich von den Menschen, die mir nahestehen, abgelehnt werde, nimmt Gott mich in Jesus an. Selbst wenn Andere mir keine Liebe mehr entgegenbringen können, wird Gott nicht aufhören, mir seine Liebe zu schenken. Seine Liebe für mich ist größer als die meiner vertrautesten Menschen. Er vergisst niemanden – niemals. Gott wird keinen Schmerz ignorieren, sondern immer da sein, um mich zu trösten und aufzurichten. Ich darf Gott meine Schmerzen anvertrauen und wissen, dass er mich hört und versteht. Fühle ich mich abgelehnt, einsam oder bedrückt, trösten mich die Worte von Jesus, der sagt:

Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt, und von eurer Last fast erdrückt werdet; ich werde sie euch abnehmen. (Matthäus 11,28).

 


Weitere Beiträge zum Thema

 

 

 

 

 


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.