Andacht Lesezeit: ~ 2 min

Mut zur Intoleranz!

Wie halten wir es mit fremden Göttern?


Manche Bibelverse sind echt unbequem. Vor allem heutzutage, wo klare Positionierungen schnell als intolerant und fundamentalistisch gelten. Von solchem Kaliber war auch der Prophet Samuel im Alten Testament. Der sagte nämlich zum Volk Israel: „Wenn ihr wirklich zum Herrn zurückkehren wollt, dann schafft die Bilder der fremden Götter und Göttinnen fort! Setzt euer ganzes Vertrauen auf den Herrn und verehrt keinen Gott außer ihm; dann wird er euch aus der Gewalt der Philister befreien.“ (GNB, 1. Samuel 7,3)

Schafft die fremden Götter fort. Klare Ansage. Das Volk Israel verstand, was gemeint war: Es hatte neben dem Gott der Bibel auch die Götzen Baal und Astarte angebetet. Zur Strafe hatte Gott seine schützende Hand von ihnen genommen und sie lebten in ständiger Angst vor den Philistern. Daher taten sie, was Samuel ihnen geboten hatte.
 

Grundgesetz versus Samuel

Und heute? Gilt das für uns noch? Deutschland wird nicht von den Philistern angegriffen. Auch nicht von sonstigen Nachbarländern. Aber: Auch wir haben fremde Götter in unserer Mitte. Jeder darf sich aussuchen, woran er glauben möchte: an den Gott der Bibel, an Allah, an den Fußball oder das fliegende Spaghettimonster. Das Grundgesetz sagt: „Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich." Der Prophet Samuel dagegen sagt: „Schafft die fremden Götter fort.“

Wie gehe ich mit  dieser Spannung um? Dass in einer säkularen Demokratie Meinungspluralismus und Religionsfreiheit herrschen, ist selbstverständlich. Diese lang erkämpften Errungenschaften möchte ich nicht aufgeben. Aber wie sieht es mit dem Standpunkt der Kirchen aus? Müssen die sich dem gesellschaftlichen Toleranztrend anschließen? Immerhin liegt doch ihre einzige Existenzberechtigung in der Person Jesu Christi. Und dieser war, was seine Überzeugungen anging, sehr intolerant. Er hat gesagt:

ICH bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, NIEMAND kommt zum Vater denn durch mich. – Jesus Christus (Johannes 14,6)

 

Nicht alles ist gleich gültig

Glauben wir das noch? Wie stehen wir zum ersten Gebot: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“? Ja wirklich, das ist das erste Gebot. Trotzdem werden religionsübergreifende Gottesdienste gefeiert, in denen jeder zu dem Gott betet, den er für richtig hält. Bei dieser Nachricht würde sich der Prophet Samuel im Grabe umdrehen. Und Jesus auch – wäre er nicht auferstanden.

Wenn wir Christen unseren Glauben wirklich noch für relevant halten, sollten wir uns trauen, auch dazu zu stehen. Das bedeutet nicht, Menschen anderen Glaubens abzulehnen. Aber wir müssen ihren Glauben nicht für gleich gültig halten. Sonst wird unser Glaube gleichgültig.

Wenn wir Christen unseren Glauben wirklich noch für relevant halten, sollten wir uns trauen, auch dazu zu stehen.

 

„Setzt euer ganzes Vertrauen auf den Herrn und verehrt keinen Gott außer ihm.“ Wie würde sich unsere Gesellschaft verändern, wenn zumindest wir Christen das heute noch ernstnehmen würden? Ich wage zu behaupten: sicher zum Positiven. Von welchen fremden Göttern sollten wir dafür Abstand halten?


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Kommentare

Von Felix am .

Bei Jesus würde auch ich eher der Toleranz das Wort reden. Der Kern: 'Er trug die Sünde der Welt.'
Auch ich würde Manfred H. zustimmen. Allein die Frage, wer nun wirklich Gott ist, wird bei der Lektüre des AT nicht immer ganz klar. Zum Glück haben wir Jesus.
Was falsche Götter sind, wissen wir indes sehr schnell. Denn jeder merkt, wenn er versklavt wird.
Nur ob sich Jesus oder Samuel im Grabe umdrehen würde (z.B. angesichts der Insel der Menschenrechte in der westlichen Welt), bin ich mir mehr

Von Die Redaktion am .

Hallo Manfred H.,
offensichtlich stören Sie sich besonders an dem Begriff „Intoleranz“, und da können wir uns gut in der Mitte treffen. Diesen Begriff habe ich bewusst in der Überschrift gewählt, um zu provozieren und zum Weiterlesen einzuladen. Und das scheint ja funktioniert zu haben. In meiner Andacht wird ja deutlich, dass ich Menschen anderen Glaubens toleriere und respektiere. Jesus hat alle Menschen geliebt, und das sollen auch wir tun. Trotzdem bleibe ich dabei, dass wir nicht alle mehr

Von Helena am .

Absolut relevantes Thema.
Das Evangelium muss ein klares Profil haben! Unser Gott ist ein ganz spezifischer Gott: der Gott Abraham, Isaaks und Yakovs! Schon klar, dass es nicht jedem gefällt ...
Yeschua hat in Punkto Wahrheit null Toleranz gezeigt; in Punkto Liebe ging Er aber auch bis zu völliger Hingabe am Kreuz!
Stimmige Botschaft. Weiter so!

Von Manfred H. am .

"Niemand kommt zum Vater denn durch mich."(Johannes 14,6). Daraus beziehen Sie den Mut zur Intoleranz? Ich meine , das Gegenteil wäre richtig. Durch ihn, der sich allen Menschen zuwendet, kommen Sie zur Toleranz. Sie kommen zu diesem typisch freikirchlichen Habitus, etwas Exklusives zu besitzen. Das ist nicht mein Ding. Durch ihn, das heißt für mich, nicht die falschen Dinge zu verehren, schon gar nicht die Exklusivität.

Von Ingo K. am .

Spricht mir aus der Seele. Genau das haben wir oft
unter Freunden gesagt.

Von Die Redaktion am .

Hallo Haeske,
vielen Dank für Ihren Leserbrief. Gut, dass Sie sich mit dem Thema Liebe und Toleranz so eingehend beschäftigen. Genau richtig, Jesus kam zu den Schwachen, Kranken, Mördern und Betrügern, zu allen, die andere Götter anbeten. Kurz, zu allen, die in Gottes Augen nicht perfekt sind. Und das sind wir alle - auch Sie und ich. Uns allen bietet Jesus an, uns zu vergeben, was wir verzapft haben - wenn wir das wollen. Dazu können wir uns unser ganzes Leben lang entscheiden.
Natürlich mehr

Von Haeske am .

Mut zur Intoleranz....ganz schrecklicher Artikel!
....auch wenn ich an Jesus glaube...verurteile ich Keinen,der sein Heil woanders bekommt!
...warum Angst vor anderen Göttern?...Jesus steht doch über allem oder?......Der Buchstabe tötet nur......Die bedingunglose Liebe meines Jesus geht über all das hinaus...und diese Liebe wird JEDEN abholen...aus den Tod heraus....was wäre es für eine Liebe zum Menschen,wenn ER aussortiert?...Dann würde ER so sein , wie wir ...z.B. Schwule und Lesben raus, mehr

Von Ralf B. am .

Bravo! Endlich mal jemand der Klartext schreibt!
Gott segne Sie dafür, Frau Folger!


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