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Jeder wird gebraucht

3 Gründe, warum Machtgerangel unter Christen sich nicht lohnt.

„Jetzt hört endlich auf zu streiten. Ihr seid schließlich Geschwister!“ Diesen Satz haben viele Menschen schon von ihren Eltern gehört oder selbst bereits zu ihren Kindern gesagt. Die Gemeinde in Korinth ermahnte der Apostel Paulus in einer ähnlichen Situation mit folgenden Worten:

Ihr alle seid der eine Leib von Christus, und jeder Einzelne von euch gehört als ein Teil dazu. Jedem hat Gott seine ganz bestimmte Aufgabe in der Gemeinde zugeteilt. 1. Korinther 12,27-28

 

Der Streit um Kompetenzen und was Paulus dazu sagt

Doch wieso erinnert Paulus die Korinther daran? Gab es wirklich richtig Zoff in Korinth oder wollte Paulus nur einem sich anbahnenden Konflikt mit seinen Worten den Wind aus den Segeln nehmen? Eines ist klar: Das Thema Gaben und Aufgaben im Gemeindealltag bewegte die Korinther sehr. Einige von ihnen schienen manche Gaben für wichtiger und andere für weniger wichtig zu halten.

Das bot Konfliktpotenzial und ist auch heute schnell ein Streitthema in Gemeinden. Denn wenn es darum geht, wer welche Aufgabe übernimmt und wessen Engagement wichtiger ist, reagieren wir Menschen sehr sensibel. Da ist es egal, ob es um die Gemeinde, den eigenen Arbeitsplatz oder die Familie geht.

Paulus mischt sich in diese Situation ein und erklärt den Korinthern am plastischen Beispiel des Körpers, dass jeder in der Gemeinde seinen Platz und seine Aufgabe hat. Drei Punkte sind ihm dabei besonders wichtig:
 

1. Wir sind verbunden, ob wir es wollen oder nicht

Noch enger als wir mit unserer leiblichen Familie verbunden sind, sind wir als Christen mit unserer geistlichen Familie verbunden. Christsein findet immer in Gemeinschaft statt. Das war für Paulus und die anderen Apostel ganz klar. Daran ändert sich auch nichts, wenn wir uns als Christen mal uneins sind oder in Streit geraten. Wir sind ein Körper. Und genauso wie ich als Mensch immer wieder lernen muss, meinen eigenen Körper mit all seinen Macken und Schwächen anzunehmen, muss ich auch lernen, die Mitchristen mit ihren Macken und Schwächen zu akzeptieren, die Gott mir an die Seite gestellt hat.

Genau wie ich immer wieder lernen muss, meinen eigenen Körper mit all seinen Schwächen anzunehmen, muss ich auch lernen, die Mitchristen mit ihren Macken zu akzeptieren, die Gott mir an die Seite gestellt hat.

 

2. Jeder hat seine Stärken und Schwächen

Eigentlich ist es ja logisch: Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Doch leider glauben wir trotzdem oft, dass manche Menschen und ihre Gaben wichtiger sind als andere. Wenn jemand gut predigt oder eine inspirierende Lobpreiszeit leitet, denken wir „Wow!“. Dass aber auch jemand die Klo und den Boden putzen muss, vergessen wir leicht.

Paulus ermahnt hier die Korinther, nicht neidisch auf die Gaben anderer zu schielen oder auch die Fähigkeiten anderer abzuwerten. Denn jeder Christ ist von Gott mit Gaben bedacht worden, die er in die Gemeinschaft einbringen kann und soll.
 

3. Wir haben einen gemeinsamen Auftrag

Unsere Gaben und Fähigkeiten hat Gott uns nicht gegeben, damit wir uns nur selbst daran freuen. Jesus hat seinen Nachfolgern mit dem Missionsbefehl in Matthäus 28,19-20 einen ganz klaren Auftrag gegeben. Diesen Auftrag können wir nur in Teamarbeit erfüllen. Wenn die Jünger damals geglaubt hätten, dass sie diesen Auftrag Jesu allein erfüllen müssen, wären sie entweder im Burn-Out gelandet oder hätten direkt entmutigt aufgegeben. Besonders gut funktioniert diese Teamarbeit, wenn wir uns als Christen ergänzen – und genau das ist nur möglich, wenn wir unterschiedliche Gaben mitbringen.
 

Die Liebe schenkt Gelingen

Doch wie kann ich mich im Alltag immer wieder an diese drei Punkte erinnern? Auch dazu gibt Paulus uns und den Korinthern einen Tipp. Direkt nach diesem Beispiel schreibt er ein ganzes Kapitel lang darüber, wie perfekte Liebe aussieht. Nachzulesen ist das im 1. Korintherbrief, Kapitel 13. Das ist die Liebe, die Jesus Christus uns vorgelebt hat, die Liebe, die wir durch ihn erfahren haben. An dieser Liebe dürfen wir uns im Miteinander untereinander orientieren – und wir dürfen auch offen und ehrlich bekennen, wo uns diese Liebe noch schwerfällt.


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