Andacht Lesezeit: ~ 4 min

In die Ruhe Gottes kommen

Wie Krisen helfen, Gottes Frieden neu zu entdecken.


Durch die Corona-Krise ist das Leben langsamer geworden. Für viele bedeutet der Lockdown weniger Reisen, weniger Meetings und weniger Veranstaltungen. Eigentlich müssten die Menschen nun viel mehr Zeit für die wesentlichen Dinge des Lebens haben. Leider stimmt das nur zum Teil.

In vielen Bereichen ist das Leben zwar langsamer, aber auch komplizierter geworden. Mal sind es technische Probleme im Homeoffice, mal Wartezeiten an der Supermarktkasse oder aufwendige Hygienevorschriften, die den Alltag erschweren. Hinzu kommen die Sorgen um die Zukunft und die Angst um den Arbeitsplatz.

Auch wenn Sorgen drücken und die Zukunft ungewiss ist, steckt in der Krise doch auch eine Chance. Ich kann die Zeit nutzen, um meine Prioritäten neu zu ordnen und etwas mehr Ruhe in mein Leben zu bringen. Ein Blick in die Bibel gibt mir wertvolle Impulse dazu.
 

Gott gönnt sich eine Pause

Im Brief an die Hebräer steht, dass ich bei Gott Ruhe finden kann. In Hebräer 4,9 lese ich:

Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes. Denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ruht auch von seinen Werken so wie Gott von den seinen.

 

Das klingt spannend. Gott gönnt sich eine Pause und er gewährt auch uns – seinen Geschöpfen – regelmäßige Auszeiten im Alltag. Gleich am Anfang der Bibel, im Schöpfungsbericht, wird dies deutlich. In sechs Tagen erschafft Gott die ganze Welt und am siebten Tag ruht er sich aus.

Betrachte ich Gottes Schöpfung, kann ich nur staunen. Alles ist systematisch durchdacht und perfekt aufeinander abgestimmt. Und weil Gott an alles denkt, hat er auch Pausen in seinen perfekten Plan integriert: Der Wechsel zwischen Tag und Nacht, die Jahreszeiten, Jahresfeste und sogar ganze Sabbatjahre geben dem Menschen einen festen Rhythmus von Arbeiten und Ausruhen vor. So hat Gott es vorgesehen. Er weiß, was seine Geschöpfe brauchen.
 

Unruhe durch Ungehorsam

Trotz Gottes guter Planung ist es für die meisten Menschen jedoch kein Problem, diese Pausen zu übergehen und sich immer wieder zu überfordern. Die Gründe dafür sind vielschichtig. In unserer westlichen Kultur ist es meist weniger der Kampf ums Überleben, der die Menschen an den Rand der Erschöpfung treibt. Vielmehr sind es die eigenen Ansprüche, der Ehrgeiz, etwas erreichen zu wollen, das Bedürfnis nach Sicherheit oder das Gefühl, mithalten zu müssen.

In Hebräer 4,11 wird noch ein anderer Grund erwähnt. Gottes Volk kommt nicht in die verheißene Ruhe Gottes, weil sie ungehorsam sind. Die Israeliten hören nicht auf Gott und handeln deshalb immer wieder angstgetrieben, eigensinnig, kopflos oder maßlos. Dadurch machen sie sich das Leben unnötig schwer.

Auf dem Weg durch die Wüste versorgt Gott sein Volk zum Beispiel mit Manna und sagt ihnen: „Sammelt nur so viel, wie ihr für diesen Tag braucht.“ Einige Israeliten sammeln jedoch mehr. Am nächsten Morgen müssen sie enttäuscht feststellen, dass ihre Mühe umsonst war. Alle Vorräte sind verschimmelt und voller Würmer.

Gott verspricht seinem Volk ein Land, in dem Milch und Honig fließt. Nach einigen Wochen Fußmarsch ist das gute Land greifbar nahe, doch die Israeliten nehmen es nicht ein. Sie haben Angst vor den Riesen, die dort angeblich wohnen. So drehen sie weiter ihre Runden durch die Wüste. Vierzig Jahre lang wandert Gottes Volk im Kreis und kommt nicht zur Ruhe.
 

Gottes Friede hält Krisenzeiten stand

Auch ich bin in meinem Leben schon Umwege gegangen, weil ich nicht auf Gott gehört habe. Wie kann ich solche Extrarunden vermeiden und in die Ruhe Gottes kommen? Drei Ermahnungen und Ermutigungen nehme ich aus dem Text im Hebräerbrief mit:

1. Pausen sind ein Geschenk Gottes

Wenn Gott sich Pausen gönnt, wie viel mehr brauche ich sie. Deshalb hat Gott bei der Erschaffung der Welt Ruhezeit eingeplant. Der vorgegebene Rhythmus von Arbeiten und Ausruhen ist ein Geschenk Gottes. Ich muss es nur annehmen.

2. Erst auf Gott hören und dann planen

Der Rhythmus von Arbeiten und Ausruhen ist außerdem die Grundlage für die Entwicklung gesunder Beziehungen, die Zeit brauchen. An erster Stelle steht die Beziehung zu Gott, meinem Schöpfer. Je mehr ich auf ihn höre, umso klarer weiß ich, was sein Wille ist. Das hilft mir, meine Prioritäten neu zu ordnen und unnötige Extrarunden zu vermeiden. So komme ich der Ruhe Gottes ein Stück näher.

3. Gottes Friede hält auch Krisen aus

Aus dieser Ruhe Gottes kann dann ein innerer Friede entstehen, der auch in Krisenzeiten trägt. Der Apostel Paulus spricht diesen Frieden seiner angefochtenen Gemeinde in Philippi zu und sagt:

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus (Philipper 4,7).

 

Dieser Friede Gottes, der den Verstand übersteigt und Krisenzeiten übersteht, sei auch mit Ihnen.


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Kommentare

Von C. Matten am .

Dieser Impuls zeigt mir deutlich, dass Gott durch den Tod unseres HERRN Jesus uns nicht "nur" von Sünde befreit hat, sondern mich auch zu einem ausgewogenen Leben auf der Erde führen möchte. Das bedeutet, dass ich zwar Herausforderungen annehme , aber dass ich mir meiner Begrenzung bewusst werde und auch Nein sagen darf und muss. Ich muss und kann nicht die Welt retten, die Grundlage dafür hat der HERR schon gelegt. Darauf darf ich bauen.


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