Andacht Lesezeit: ~ 3 min

„Ich kann nicht mehr“

Was tröstet, wenn der Schmerz zu tief sitzt.


Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, dass er meine Rettung und mein Gott ist! (Psalm 42,12).

 

Depression ist eine Volkskrankheit. In Deutschland sind etwa vier Millionen Menschen davon betroffen. Es ist das ständige Gefühl, um das Überleben kämpfen zu müssen. Gedanken hindern in der Nacht vor dem Einschlafen. Man fühlt die Leere. Die Angst. Die Sorgen. Man hat das Gefühl, an die Grenze der eigenen Kapazität angekommen zu sein. Ein Gefühl, das nicht auszuhalten ist. Es ist die Hoffnungslosigkeit. Es ist die Verzweiflung. Der Schmerz sitzt so tief, dass man es kaum schafft zu atmen. Es ist, als ob man sterben würde. Das Herz ist zerrissen. Oft werden Depressionen unterschätzt. Nicht selten nehmen sich Menschen deswegen das Leben. Fast jeder Fünfte erkrankt mindestens einmal im Leben an einer klinischen Depression. Wobei die Krankheit klar zu unterscheiden ist von einem emotionalem Tief, wie es jeder mal erlebt. Auch sogenannte depressive Verstimmungen kennt jeder. Im einen wie im anderen Fall gilt: Wer sich traurig, erschöpft oder niedergeschlagen fühlt, kann sich an die tröstenden Zusagen Gottes erinnern.
 

Gott befreit aus der Not

Der Herr ist jeder Not gewachsen. Seine Kraft reicht immer aus, um uns zu retten. – Charles Haddon Spurgeon

 

Das Zitat erinnert mich an den Propheten Jeremia aus der Bibel. Er hatte viel mit Leid zu kämpfen. Nicht umsonst wird er auch „der weinende Prophet“ genannt. Er kämpfte heftig mit dem Auftrag, den Gott ihm gegeben hatte. Oft traf er auf starken Widerstand. Einmal klagte er: „Wie geht es mir schlecht, meine Mutter! Oh, warum hast du mich nur geboren! Wo ich auch hinkomme, hasst man mich. Ich bin weder ein Gläubiger, der sein Geld fordert, noch ein Schuldner, der sich weigert zu zahlen – und doch verfluchen mich alle.“ (Jeremia 15,10). Er wünschte sich, keine Schmerzen mehr ertragen zu müssen und fragte sich, warum er denn überhaupt lebte. Sein Leben erschien ihm nämlich völlig sinnlos zu sein. Hoffnungslos sagte er zu Gott: „Warum muss ich endlos leiden? Warum sind meine Wunden unheilbar? Du hast mich im Stich gelassen wie ein Bach, der im Sommer austrocknet und kein Wasser mehr gibt.“ (Jeremia 15,18) Als Jeremia sein Herz ausgeschüttet hatte, gab Gott ihm das Versprechen, dass er bei ihm sein und ihn aus der Hand seiner Feinde befreien wird (Vgl. Jeremia 15,21). So wie Jeremia können auch wir uns sicher sein, dass Gott in all dem Leiden, das uns begegnet, gegenwärtig ist und er uns aus unserer Not helfen wird.
 

Gott stärkt die Schwachen

Ich erinnere mich an einen weiteren Propheten aus der Bibel, den negative Gedanken plagten: an den Propheten Elia. Als Isebel, die Königin von Israel, damit gedroht hatte, ihn umzubringen, bekam es Elia mit der Angst zu tun. Er flüchtete in die Wüste. Dort sprach er den Wunsch aus, sterben zu dürfen. Er sagte: „Es ist genug! So nimm nun, Herr, mein Leben, denn ich bin nicht besser als meine Väter.“ (1. Könige 19,4) Elia war bedrückt, antriebslos und müde. Ohne Energie. Alles, was er tun konnte, war, sich schlafen zu legen. In der ganzen Zeit sorgte Gott dafür, dass er sich körperlich stärken konnte. Gott gab Elia einen neuen Auftrag und die Gewissheit, dass er noch bei ihm ist. Als Elia entmutigt und lebensmüde war und sich beklagte, bewies Gott ihm Treue.
Wie Gott mit Elia war, können wir wissen, dass Gott uns nicht verlässt, egal in welcher Lage wir uns befinden. Wenn unser Glaube schwach ist, können wir sicher sein, dass Gott uns treu bleibt. Er ermutigt uns. So können wir bestärkt weitergehen. Er ist unsere Hilfe.


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Kommentare

Von Rudi am .

Kann ich die Andachten täglich per Email gesendet bekommen sowie die Herrenhuter Losung? Danke!


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