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Hört doch mal zu!

Was wir von Jesus über den Heiligen Geist lernen können – und lernen sollten!


Haben Sie schon einmal versucht, einem zappeligen, ungeduldigen oder traurigen Kind, etwas zu erklären? Wenn ja, dann kennen Sie dieses leicht frustrierende Gefühl, das Mütter und Väter in solchen Situationen beschleicht, wenn sie merken, dass ihre Worte zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus gehen. Manchmal muss das Kind erst etwas Entsprechendes selbst erlebt haben, damit es versteht, was Mama oder Papa gemeint haben.

Ob es Jesus ähnlich ergangen ist, als er kurz vor seiner Hinrichtung versucht hat, seinen Jüngern noch einige grundlegende Dinge zu erklären? In seiner Abschiedsrede spricht er wiederholt über den Heiligen Geist und die wichtige Rolle, die dieser zukünftig für seine Nachfolger spielen wird. Aber seine Freunde scheinen viel zu verwirrt und verunsichert zu sein, um seine Worte zu begreifen (Johannes 14-16).
 

Jesus verspricht seinen Jüngern ein unglaubliches Geschenk – besser geht es gar nicht

Ein Blick in die Bibel zeigt, dass der Heilige Geist von der Erschaffung der Welt an und in der Geschichte Israels immer aktiv war. Was er wirkte und tat, war nicht unbedingt auf den ersten Blick sicht- oder greifbar, dafür aber äußerst kraftvoll, beständig und umwälzend zugleich. Genau diesen Geist verspricht Jesus seinen Nachfolgern:

Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Ratgeber geben, der euch nie verlassen wird. Es ist der Heilige Geist, der in alle Wahrheit führt. Die Welt kann ihn nicht empfangen, denn sie sucht ihn nicht und erkennt ihn nicht. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und später in euch sein wird (Johannes 14,16-17).

 

Jesus verspricht seinen Jüngern hier, dass sie dieselbe Kraft erhalten werden, mit der Gott in der Geschichte dieser Welt wirkt und die Jesus von den Toten auferwecken wird (Römer 8,11). Das ist eine gewaltige Zusage, deren Bedeutung die Jünger erst nach der Auferstehung und vor allem mit dem Pfingstfest fassen können. Nachdem Gott seinen Geist sichtbar über die Nachfolger Jesu ausgegossen hat, schlagen Jesu Worte in ihrem Bewusstsein Wurzeln und werden zu einer Welt verändernden Kraft in ihnen. Jetzt haben die Jünger kapiert, was Jesus ihnen vor seiner Festnahme sagen wollte.
 

Pfingsten ist die Gelegenheit zu verstehen, welche Kraft Gott uns für unseren Glaubensalltag zur Seite stellt 

Vielen Christen geht es heute vermutlich nicht anders, als den Jüngern vor 2000 Jahren: Wir erfahren in Predigten oder beim persönlichen Bibellesen von der Kraft des Heiligen Geistes – und die Worte gehen zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Sie haben keine wirkliche Bedeutung für unseren Glauben und es bleibt uns verschlossen, welches Potenzial uns Gott damit für unseren Alltag mit ihm schenkt. Oft dämmert uns die Wahrheit über die sehr reale Gegenwart des Heiligen Geistes in unserem Leben erst, wenn wir seine Kraft durch eine Gebetserhörung, Gottes Führung in einem Gespräch oder eine konkrete Veränderung in einer festgefahrenen Situation erfahren haben.

Das ist schade, denn die dritte Person der Dreieinigkeit wohnt in uns, möchte uns leiten, verändern, trösten und befähigen, unseren Glauben so zu leben, dass andere auf Jesus aufmerksam werden. Nur sie kann unsere Beziehung zum Schöpfer zu dem machen, wie er sie sich vorgestellt hat. Nur durch den Heiligen Geist werden die vielen Zusagen wahr, die Jesus uns gegeben hat. Nur der Heilige Geist ermöglicht uns ein Leben als Christ in ganzer Fülle.

Das jährliche Pfingstfest ist eine gute Gelegenheit, über die Rolle dieses Ratgebers für den eigenen Glauben neu oder wieder einmal ganz intensiv nachzudenken. Und wenn er eine zu geringe Rolle spielt, ist es vielleicht dran, unserem Vater im Himmel einmal genauer zuzuhören, wenn er mit uns über dieses besondere Geschenk spricht.


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