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Herzlichen Glückwunsch!

Jesus macht keine leeren Versprechungen. Der Gewinn wird ausgezahlt.


Mein Telefon klingelte, ich nahm ab und ich hörte eine Stimme vom Band: „Herzlichen Glückwunsch. Sie haben gewonnen. Aus Ihrem Ort wurden nur ganz wenige Gewinner gezogen und Sie gehören dazu.“ Ich habe den Hörer nur wortlos aufgelegt.

Wenige Minuten später – ich war gerade in der Wohnung meines Vaters – klingelte auch dort das Telefon. Und dann das gleiche Spiel: „Herzlichen Glückwunsch. Sie haben gewonnen. Aus Ihrem Ort wurden nur ganz wenige Gewinner gezogen und Sie gehören dazu.“ Gerne hätte ich meinem Ärger jetzt richtig Luft gemacht. Das ging aber nicht, am anderen Ende des Telefons lief ja nur ein Band. Ich hätte also ins Leere geschimpft.

Mit der Aussicht auf einen großen Gewinn werden ahnungslose – meist ältere – Menschen in die Falle gelockt. Sie gehen Verträge ein, aus denen sie nur sehr schwer wieder herauskommen. Dabei erleiden sie oft größere finanzielle Verluste. Eingeleitet wird alles mit den Worten „Herzlichen Glückwunsch“.

„Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!“ Für mich klingt das trotzdem verlockend, denn ich gewinne schon ganz gerne. Und mit den Worten „Herzlichen Glückwunsch“ verbinde ich grundsätzlich etwas Gutes. Nur nicht, wenn’s über Band am Telefon kommt.

Herzlichen Glückwunsch. Da will mir jemand eigentlich etwas Gutes – wenn es ernst und ehrlich gemeint ist. Jemand sagte mal, die Worte der Bergpredigt „Selig sind …“ (Matthäus 5,3-10) könnte man auch umschreiben mit: „Herzlichen Glückwunsch.“ Daraufhin habe ich mich mal in verschiedenen Bibelübersetzungen umgeschaut. Roland Werner beginnt die einzelnen Seligpreisungen in der Übersetzung „Das Buch“ mit den Worten „Wahres Glück“.

Hier finden sich eine Menge Versprechen. Ein paar zur Auswahl:

  • „Wahres Glück haben alle (oder: Herzlichen Glückwunsch allen), die am Ende sind. Denn sie werden erleben: Gott lässt sie nicht allein.“
  • „Wahres Glück haben alle (oder: Herzlichen Glückwunsch allen), die auf ihr eigenes Recht verzichten können. Gerade sie werden das beste Erbe erhalten.“
  • „Wahres Glück haben alle (Herzlichen Glückwunsch allen), die von einer unstillbaren Sehnsucht erfüllt sind, dass es in der Welt endlich gerecht zugeht. Sie werden erleben, dass ihr Einsatz nicht umsonst gewesen ist.“

Diese Versprechen kommen von keiner Stimme vom Band. Sie beziehen sich nicht auf finanzielle oder materielle Güter. In der Bergpredigt werden die beglückwünscht, denen es in unseren Augen nicht so gut geht. Die verzichten, die am Ende sind, die eine große Sehnsucht nach Gerechtigkeit haben …. Die werden das Glück haben, dass Gott sie nicht alleine lässt, dass ihr Einsatz nicht umsonst ist. Irgendwie verkehrte Welt.

Und trotzdem sagt Jesus, dass es sich hier um das wahre Glück handelt. Und er gratuliert zu echten Gewinnen. Zu Gewinnen, die dann tatsächlich auch ausgezahlt werden. Weil er selbst als Person hinter seinen Versprechen steht.

In diesem Sinne können Christen sich gegenseitig gratulieren: „Herzlichen Glückwunsch!“


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