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Doppelt gemoppelt?

Schenken und beschenkt werden gehört zu den eher erfreulichen Dingen des Lebens. Aber es gibt auch Ausnahmen.


Es geht auf Weihnachten zu, und dieses Fest ist in unserer Kultur fest verknüpft mit dem Brauch des Schenkens. Schenken und beschenkt werden gehört zu den eher erfreulichen Dingen des Lebens. Aber es gibt auch Ausnahmen von dieser Regel. Und manche Geschenke machen eine(n) zunächst ratlos.
 

Es gibt Geschenke, die gehen gar nicht. Auf die möchte man glatt verzichten. Weil sie versteckte oder missverständliche, in den meisten Fällen beschämende Botschaften enthalten. Der Nähkurs für Sie. Der Schrittzähler für Ihn. Ein Kaktus für die Kollegin. Eine Pinzette für den Grobmotoriker. Das kann ja durchaus lieb gemeint sein – aber muss ich mich über so etwas wirklich freuen?

Und es gibt Geschenke, die können eine(n) ins Grübeln bringen. Wie ist das nun wieder gemeint? Ein Rollator zum Geburtstag, ein Paar Stützstrümpfe, überhaupt alles, was aus dem Sanitätshaus kommt und daran erinnert, wie hinfällig Menschen sein oder werden können.

In der Antike gab’s noch keine Rollatoren und keine Schrittzähler, aber Sehhilfen, die gab es auch damals schon, virtuelle zumindest. Die konnte man allerdings nicht käuflich erwerben, die gab es nur geschenkt. Das hat jedenfalls der Apostel Paulus behauptet, der Herold des christlichen Glaubens im römischen Weltreich.

Was hat Paulus den Christen in der griechischen Hafenstadt Korinth geschrieben:

Wir haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott stammt, damit wir das erkennen, was uns von Gott geschenkt worden ist (1. Korinther 2,12).

 

Das klingt ein wenig kompliziert. Aber es wird verständlich, wenn man einfach das weglässt, was Christen Paulus zufolge nicht geschenkt bekommen haben, ausdrücklich nicht. Nämlich „den Geist der Welt.“

Was bleibt dann übrig? Was behauptet der Apostel, auf die Christen damals und vermutlich auch auf die Christenheit heutzutage gemünzt? „Wir haben den Geist geschenkt bekommen, der aus Gott stammt, damit wir das erkennen, was uns von Gott geschenkt worden ist.“ Das klingt doppelt gemoppelt. Tatsächlich bedeutet es aber: doppelt und dreifach beschenkt! Gott schenkt den Leuten, die auf ihn vertrauen, gleich mehrerlei:

  1. Er stattet sie aus mit seinem Geist. Mit dem Geist, der aus Gott stammt – das scheint wichtig zu sein. Denn offensichtlich gibt’s noch andere, nicht so empfehlenswerte Geister. Kandidaten wie den „Geist der Welt.“ Gottes Geist dagegen ist großartig.
    Wer schon einmal mit diesem göttlichen Geist Erfahrungen gemacht hat, wird auf diesen Beistand nicht mehr verzichten wollen. Allein schon deshalb, weil Jesus, der Sohn Gottes, im Hinblick auf den Geist Gottes versprochen hat: „Er wird euch in alle Wahrheit leiten“ (Johannes 16,13). Das ist unbezahlbar. 
  2. Gott schenkt zusammen mit dem Geist die Einsicht, den Scharfblick, die Sensoren für das, was Gott seinen Leuten, seinen geliebten Kindern sonst noch alles zugedacht hat. Das ist ein kostbares Geschenk. Denn wenn einem die entsprechenden Sinnesorgane fehlen, dann bleiben die anderen wertvollen Geschenke womöglich eingepackt und ungenutzt.
  3. Was sind das für Geschenke? Zum Beispiel das ewige Leben (was garantiert nichts mit Langeweile zu tun hat; Johannes 10,28). Oder Vergebung für all das, was uns von Gott trennt und die Gemeinschaft mit ihm trübt. Gott macht gerecht = er richtet wieder her, macht wieder brauchbar, was zerstört und untauglich war (Römer 8,33).
    Oder ein drittes Beispiel für die unschätzbaren Geschenke, die Gott bereithält: einen Anwalt, der sich für seine Leute leidenschaftlich einsetzt und sie nie im Stich lässt (Römer 8,34).
     

Wahrlich eine schöne Bescherung. Wenn wir schon mal den Römerbrief des Apostels Paulus an dieser Stelle aufgeschlagen haben, dann verdient auch der Vers 32 Beachtung. Eine rhetorische Frage:

„Wie sollte er (Gott) uns mit ihm (Jesus Christus) nicht alles schenken?“ Positiv gelesen: Mit Jesus schenkt Gott alles. Mehr geht nicht. Und diese Bescherung gibt’s nicht nur und nicht erst zu Weihnachten, die kann ich, können Sie jederzeit abrufen. Hier und jetzt.



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