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Beten wie Elia

Warum schwache Gebete Gott von einer Antwort nicht abhalten

Mit dem Gebet ist das bei vielen Christen so eine Sache. Mal denkt man nicht dran und handelt gleich selbst. Dann ist man zu müde oder zu beschäftigt. Zu allem Überfluss gesellen sich dann auch noch die kleinen aber zerstörerischen Gedanken aus dem Hinterkopf dazu: Du hast es gestern schon nicht geschafft zu beten, warum sollte Gott gerade jetzt auf dich hören? Bisher bist du ja auch nicht wirklich an der Sache dran geblieben, dann tu doch jetzt nicht so, als sei es dir wichtig! Hört Gott nicht eher auf die Gebete von besonders heiligen Leuten? Na dann schau dich doch mal an!

Haarscharf daneben

Wie so oft ist die Trennlinie zwischen Wahrheit und Lüge haarscharf. Denn natürlich spricht die Bibel davon, immer im Gebet zu bleiben. Und wenn ich mich überhaupt nicht darum schere, so zu leben, wie Gott es will – dann steht etwas zwischen Gott und mir. Das wirkt sich auch auf meine Gebete aus.

Trotzdem: Gott hört mir nicht erst dann zu, wenn ich ein Heiliger bin. Er hört ganz normalen Menschen zu. Zum Beispiel Elia. Jakobus schreibt: „Elia war ein schwacher Mensch wie wir; und er betete ein Gebet, dass es nicht regnen sollte, und es regnete nicht auf Erden drei Jahre und sechs Monate.“ (Jakobus 5,17)

Ich mache gerne aus Menschen der Bibel heilige Helden, die über den irdischen Dingen schwebten. Vorbilder, die zuerst ans Gebet dachten, morgens nie müde waren und denen diese zerstörerischen Gedanken übers Gebet natürlich fremd waren.

Ich gehe nicht als Heiliger durch. Macht nichts

Falsch. Elia war laut Jakobus genauso schwach wie ich. Ebenso angefochten. Ebenso begrenzt. Und wahrscheinlich ebenso müde. Ein Mensch eben. Aber ein Mensch, der sich nach Gott ausstreckte. Ein Mensch, der so leben wollte, wie Gott es sich vorstellt.

Jakobus macht mir damit Mut. Mut, alles auszuräumen, was zwischen Gott und mir steht. Mut, ein Leben zu führen, das Gott gefällt – und dann zu meinem Gebet passt. Mut, Gottes Zusage zu genießen, dass ich schon gerecht und heilig bin, wenn ich mich an seinen Sohn halte. Aber vor allem: Mit frohem Herzen mich an Gott zu wenden und jetzt zu ihm zu beten. Und die Gedanken aus meinem Hinterkopf wieder dorthin zurückzuschicken.

Er wird mich hören. Auch wenn ich ein einfacher, müder Mensch bin, der eigentlich nicht als Heiliger durchgeht.


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