Andacht Lesezeit: ~ 3 min

Bestnote für mein Leben?

Gott hat alles vollkommen geschaffen. Aber was ich in dieser Welt lebe, ist ziemlich unvollkommen.


Wie war es, als Gott die Welt schuf? Beschrieben wird das ganz am Anfang der Bibel im ersten Buch Mose. Am Ende wird der Blick beschrieben, mit dem Gott angesehen hat, was er geschaffen hat:

Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. (1.Mose 1,31)

 

Bestnote sehr gut ?

 

Wieder eine Nacht, in der ich nur wenig geschlafen habe. Die Zellen meines Körpers bekämpfen sich gegenseitig. Eine Autoimmunerkrankung löst das aus. Die Schmerzen halten mich oft wach. In diesen besonderen Nachtstunden erlebe ich immer wieder Gottes Nähe, besonders intensiv – aber „sehr gut“? Das kann ich so nicht unbedingt sagen, wenn ich am nächsten Tag gegen die Müdigkeit ankämpfe. 

Andere stecken in einer schwierigen Ehe oder sorgen fast rund um die Uhr für ein behindertes Kind. An vielen Stellen wird in dieser Welt deutlich: es ist ein ziemlich unvollkommenes Leben. Dennoch lässt das Unvollkommene mich ahnen, wie Gott mein Leben angelegt hat. Denn diese Welt ist nicht mehr so, wie Gott sie gemeint hat. Kurz nach der Schöpfung war etwas Dramatisches passiert, was bis heute Folgen hat.
 

Urknall der Sünde

Bitte einmal umblättern im Buch der Bücher. Gleich nach dem Schöpfungsbericht – wo alles „sehr gut“ war – lesen wir vom sogenannten Sündenfall (1.Mose 3). Durch die listige Verführung von Gottes Widersacher zerbricht die Gemeinschaft zwischen dem Schöpfer und seinen Geschöpfen. Damit kam die Sünde in diese Welt. Damit ist die Trennung von Gott gemeint. Adam und Eva, die ersten Menschen, müssen das Paradies verlassen – und damit die Gemeinschaft mit Gott. Jetzt ist es vorbei mit dem paradiesischen Leben. Ein anderes Leben beginnt mit viel Mühe und Arbeit.
 

Das Vakuum der Seele füllen

Seither erleiden Menschen in dieser Welt ein höchst unvollkommenes Leben. Mit Hunger und Elend, Sterben, Krieg und Schmerzen. Und innen drin mit einer schmerzenden Leere. Der Physiker Blaise Pascal hat als erster das Vakuum beschrieben, den luftleeren Raum. Und weil er Christ war, sprach er auch vom „vide existentiel“, dem existentiellen inneren Vakuum. Für Pascal war klar: Diese Leere kann nur gefüllt werden durch die Gemeinschaft mit Gott. Der Christ Aurelius Augustinus beschreibt es bereits viel früher ähnlich: „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.“ Wenn jemand sich einlässt auf eine Lebensverbindung mit Jesus Christus, denn erfüllen die Gegenwart von Gottes Sohn und seinem heiligen Geist diese innere Leere. Dann wird ein innerlich leeres Leben verwandelt in ein erfülltes.

Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir. – Aurelius Augustinus

 

Am Ende doch „sehr gut“ ?

Die Bestnote „sehr gut“ für menschliches Leben? Das Unvollkommene überwiegt oft, wenn Menschen ihre Geschichten aufschreiben, wenn Dichter und Denker der Menschheitsgeschichte ihre eigene Existenz bewerten. Ganz anderes steht in der Bibel. Da haben nicht Tränen und Trauer, Leid und Schmerz das letzte Wort. Wer dieses Buch zu Ende liest und sein Herz für seine Hoffnungsbotschaft öffnet, erlebt ein wunderbares Versprechen:

Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. (Offenbarung 21,4).

 

Diese Perspektive verändert alles. Ich will üben, mein Leben hier in dieser Welt mit seinen Schmerzen sehen lernen aus der Sicht von dem, was einmal kommt: Eine Ewigkeit ohne Tränen. Ein Leben ohne Ende in Gemeinschaft mit einem Gott, der allem Unvollkommenen ein Ende setzt. Am Ende wird unser Leben wieder völlig in der Gemeinschaft mit Gott sein. Dann gilt ohne Zweifel das „Sehr gut“, das Gott zugesagt hat, als er die ersten Menschen geschaffen hat.

Der Blick nach vorne nimmt niemand von uns den Hunger oder seine Schmerzen. Aber er weist uns hin auf das Licht am Ende des Tunnels. Wenn wir uns Gott anvertrauen, wird er mein und auch Ihr Leben hell machen.
 


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