Warum trage ich diese Maske?

Ich bemerke es oft an mir selbst und empfinde es eher als einen negativen Charakterzug: Ich trage Masken. Nicht im bildlichen Sinn, sondern in meinem Auftreten gegenüber Anderen. Ich habe viele Masken. Die professionelle, ironisch-lustige, coole Maske für meine Arbeitsstelle. Die offene, lebensfreudige Maske für meine Gemeinde. Die ruhige, zurückgezogene für mein Zuhause. Für die unterschiedlichsten Lebenssituationen habe ich eine Maske parat. Sie bewahrt mich vor Verletzungen, verbirgt Anderen meine Schwächen. Und sie offenbart meist nur wenig von dem, was in mir vorgeht.

Ich bemerke es oft an mir selbst und empfinde es eher als einen negativen Charakterzug: Ich trage Masken. Nicht im bildlichen Sinn, sondern in meinem Auftreten gegenüber Anderen. Ich habe viele Masken. Die professionelle, ironisch-lustige, coole Maske für meine Arbeitsstelle. Die offene, lebensfreudige Maske für meine Gemeinde. Die ruhige, zurückgezogene für mein Zuhause. Für die unterschiedlichsten Lebenssituationen habe ich eine Maske parat. Sie bewahrt mich vor Verletzungen, verbirgt Anderen meine Schwächen. Und sie offenbart meist nur wenig von dem, was in mir vorgeht.

Ich habe als Jugendliche unbewusst damit angefangen, weil ich merkte, dass ich von den meisten Menschen nie so angenommen wurde, wie ich tatsächlich bin. In meiner Schulzeit war ich meistens die Außenseiterin, die nie so recht ins Bild passte. Ich lief noch in ganz normalen Jenas rum, als die meisten schon Schlaghosen trugen. Ich hatte keinerlei Interesse daran, mit dem Rauchen anzufangen oder mich zu schminken. Ich war ein Spätentwickler. Was die Meisten in meinem Alter schon durchlaufen hatten, interessierte mich meistens überhaupt nicht. So hatte ich z. B. erst mit siebzehn meinen ersten Freund.

Durch diese teilweise sehr harten Erfahrungen in der Schule und später im Berufsleben habe ich meine Masken im Laufe der Zeit ausgebaut und perfektioniert. Mein Ziel war oft das Andersein. Wenn schon ein Außenseiter, dann richtig.

Ich dachte, ich sei alleine auf der Welt mit meinen Einstellungen, bis ich von einer Freundin mit in einen Jugendkreis genommen wurde. Dort merkte ich zu meiner großen Freude, das es Menschen gab, die ähnlich dachten wie ich, die oft ebenfalls Außenseiter waren. Und ohne es zu merken, begann ich auch hier meine Maske auszubilden, nur diesmal ganz anders. Ich wollte unbedingt dazugehören.

Während meines Vorpraktikums zur Heilerziehungspflegerin merkte ich, dass ich den Beruf nicht schaffen würde. Da gab es für mich erneut nur eines: Diesmal griff ich bewusst und haltsuchend nach meiner Maske.

Als ich später darüber nachdachte, wurde mir klar, dass ich bereits lange Zeit Masken trug, nicht erst, als ich in meinem Wunschberuf nicht klar kam. Und mir fiel auf, wie nötig ich diese Masken brauchte. Es gab und gibt nur wenig Menschen, die mich wirklich kennen und verstehen. Doch diese Menschen wurden die wichtigsten überhaupt in meinem Leben. Von manchen bin ich auch enttäuscht worden, mit anderen verbindet mich schon jahrelange Freundschaft.

Wenn ich über alles nachdenke, stören mich meine Masken, anderseits komme ich nicht ganz ohne sie aus. Manche Leute nennen es "das Gesicht wahren". Aber ich will nichts wahren müssen, ich will mich nicht ständig an Regeln halten müssen, ich will nicht ständig das tun müssen, was man eben so tut oder auch nicht tut. Ich will anders sein, weil ich anders bin.

Und doch ist es so schwer anders zu sein. Irgendwann wird auch das Andersein zur Maske ohne das ich es will. Und was nun?

Nun kommt einer ins Spiel, der es nie nötig hatte, Masken zu tragen, der immer genau das ist, was er darstellt. Zu ihm gehe ich mit meiner Frage und bei ihm werde ich keine Masken tragen, weil ich es nämlich gar nicht kann. Und das gibt mir Mut, nicht auf das zu hören, was Andere von mir denken, sondern dem zu folgen, was er mir sagt. Wer er ist?

Vor 2000 Jahren war er mal ein Mensch wie du und ich. Sein Name ist Jesus von Nazareth. Lerne ihn kennen und vergiss, was Menschen über dich sagen. Nur seine Meinung über dich zählt. Er meint, dass er dich wunderbar gemacht hat. Und er hat Recht!

Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.