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Seelsorge im Taxi

Gott gebraucht außergewöhnliche Wege, um Hoffnung zu verbreiten.


„Gott wollte kundtun, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Heiden ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit“ (Kolosser 1,27).

Haben Sie schon einmal an der See oder in den Bergen einen besonderen Sonnenaufgang oder -untergang erlebt? Um das zu beschreiben, was wir einmalig und wunderschön finden, sprechen wir von einem „herrlichen Sonnenaufgang“ oder von einem „herrlichen Morgen, als die Sonne aufging“. Auch wenn etwas aus dem Rahmen fällt, sprechen wir von „herrlich“. Das ist dann ein „herrliches Fest“ oder ein „herrliches Festmahl“. Der Apostel Paulus spricht in seinem Brief an die Christen von Kolossä von der „Hoffnung der Herrlichkeit“.

Die göttliche Hoffnung richtet sich auf etwas ganz Bestimmtes, Einmaliges, durch nichts zu Überbietendes, nämlich die unbegrenzte Siegesgewalt und nicht aufzuhalten Machtvollkommenheit Jesu Christi. Er ist der Herr über Leben und Tod, Wohlergehen oder Krankheit. Er ist Sieger über alle Unklarheit bzw. Dunkelheit. Paulus sagt: „Jesus Christus glauben wir, d. h. wir verkündigen ihn und ermahnen und belehren in seinem Auftrag.“

Nachfolger Christi werden mit derselben göttlichen Herrlichkeit ausgerüstet, die ihrem Herrn gegeben ist und das nicht, damit sie selbstherrlich dastünden, sondern damit Gott würdige Repräsentanten hat. Die Hoffnung der Herrlichkeit soll nicht nur ihnen selbst geschenkt werden, sondern allen, die sich mit Jesus Christus verbunden wissen. Wie sich das praktisch auswirkt, erlebte eine meiner Verwandten.
 

Eine ungewöhnliche Idee

Lange hatte sie darüber nachgedacht, wie sie als Witwe ihr Leben sinnvoll gestalten könnte. Sie lebte ganz bewusst als Christin und machte sich immer wieder Gedanken, wie sie andere Menschen dazu bewegen könnte, dass auch sie mit Christus lebten. Eines Tages kam sie auf die Idee, ihr Auto als Taxi einzusetzen. Bevor Sie eine Lizenz erhielt, musste sie eine Prüfung ablegen, um den Beweis zu erbringen, dass sie sich auf dem Straßennetz ihrer Stadt zurechtfinden würde.

Sie wollte nicht nur eine Beschäftigung haben, sie suchte bewusst Gelegenheiten, um für ihren Gott tätig sein zu können. Kommunikationsfreudig suchte sie sehr bald mit den eingestiegenen Fahrgästen das Gespräch. Manche waren froh, wenn sie reden und zuhören konnten. Manche machten deutlich, dass sie nicht belästigt werden wollten. Mit wachen Augen, registrierte sie, wer einstieg. Das waren häufig Kranke und Trauernde, Trunkene, Verlassene, Arrogante und einzelne hilflose und ratlose Menschen.

Im Laufe der Jahre entwickelte sie ein Gespür für die Menschen, die sich ihr für ein paar Minuten anvertrauten. Manche beklagten sich, wie andere Menschen sie behandelt hatten. Andere waren voller Wut, viele sehr niedergeschlagen. Hin und wieder wurde die Taxifahrerin gefragt, ob sie nicht Rat wusste. Dann konnte sie voller Freude berichten, welche Hilfe ihr der christliche Glaube gäbe und wie herrlich es sei, dem lebendigen Gott vertrauen zu können. Dann fühlte sich die Besitzerin des Taxis eher wie eine Seelsorgerin.



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