Andacht Lesezeit: ~ 3 min

Das Licht auf meinem Weg

Wenn die Dunkelheit um sich greift, schenkt uns Jesus Licht für den Weg, der vor uns liegt.


„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg“ (Psalm 119,105).
 

Ich bin unterwegs auf einer stockdunklen Straße. Wir sind gerade bei einer Feier in einem Lokal, das außerhalb von Stadt und Dorf liegt. Und wir haben nicht direkt am Gasthaus geparkt, sondern ein Stück weiter an einem Feldweg. Das hatte ich nicht bedacht, als ich losgelaufen bin, um meine Schuhe am Auto zu wechseln. Je weiter ich mich von dem Lokal entferne, desto dunkler wird es. Ich kann sprichwörtlich die Hand nicht mehr vor Augen sehen. In mir steigt die Angst hoch. Ich sehe noch nicht einmal das, was unmittelbar vor mir liegt.

Bevor ich völlig in Panik gerate, fällt mir ein, dass ich mein Handy bei mir habe. In meiner Aufregung gelingt es mir aber nicht, die Funktion der Taschenlampe zu finden. So entsperre ich es einfach nur. Es ist zwar nicht so hell wie eine Taschenlampe, gibt aber immerhin noch etwas Licht ab, so dass ich sehen kann, wohin ich trete.

Kein Scheinwerfer, keine helle Lampe und erst recht nicht die Sonne, aber immerhin ein kleines Licht. Nur so viel, wie ich gerade jetzt brauche, um sicher gehen zu können. Ob der Psalmdichter Ähnliches erlebt hat, als er sagte: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte“ (Psalm 119,105)? Natürlich nicht mit Handybeleuchtung, aber vielleicht mit einer Kerze. Er sprach zunächst nicht von einem hellen Licht, sondern nur von „des Fußes Leuchte“, so dass er den nächsten sicheren Schritt tun konnte.

Diese Begebenheit kam  mir jetzt wieder in den Sinn – in einer Zeit, in der das beherrschende Thema „Corona“ ist. Das macht mir Angst. In mir ist es dunkel. Manchmal sogar stockfinster. Ich habe keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Kein Licht am Horizont. Schon morgens, wenn ich aufwachte, kreisten meine Gedanken und Sorgen um die Zukunft.
 

Meine Hoffnung

In dieser Zeit schickte mir eine Freundin einen Link, die mich zu einer Kurzandacht führte, die eine gemeinsame Bekannte im Auftrag ihrer Gemeinde ins Netz gestellt hatte. Sie sprach über die schwierige Situation in der Welt und welche Ängste das auslöst, aber sie blieb nicht dabei stehen, starrte nicht auf die Angst. Sie erzählte, dass ihre Tochter, die mit einer Mehrfachbehinderung lebt, in genau dieser Zeit sang: „Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht. Christus, meine Zuversicht. Auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.“

Dieses Lied ging mir, nachdem ich die Andacht gehört hatte, nicht mehr aus dem Kopf. Immer wieder summte ich es vor mich hin. „Meine Hoffnung und meine Freude…“ Es wurde mir an diesem Tag zum Trost, war quasi „Meines Fußes Leuchte“. Ich wusste: „Christus, meine Zuversicht. Auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht“. Daran wollte ich festhalten.

Seitdem ich diese Andacht gehört hatte, wache ich morgens mit diesem Lied im Kopf auf. Es tröstet mich zu wissen, dass da einer ist – Christus – der mich kennt, auch in meiner Angst. Der weiß, was ich brauche, täglich. Ich sehe nicht eine hell erleuchtete Straße vor mir, sondern nur das Stückchen, das ich jetzt gehen muss. In dieser Situation ist er bei mir, schenkt mir sein Wort, als „meines Fußes Leuchte“.

Das heißt nicht, dass ich jetzt keine Angst mehr habe. Immer wieder überfällt sie mich. Aber ich lerne, mit dieser Angst umzugehen, zu dem zu gehen, zu dem ich damit kommen kann. Der mich versteht, mich ernst nimmt. Und der Schritt für Schritt meines Fußes Leuchte ist: Jesus Christus.


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