Andacht Lesezeit: ~ 2 min

„Du bist bekümmert, weil du nicht auf Jesus schaust“

Als Christen sollen wir einander dienen. Schon ein kleines Wort kann Leben verändern.


„Dienet einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat“ (1. Petrus 4,10).
 

Manches war und ist während der Coronakrise zu lernen. Wir konnten nach dem Wort des Petrus leben: „Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat,“ Viele Gaben konnten und können entfaltet werden: Man hat mit jemandem telefoniert, den man schon lange grüßen wollte. Bei mir entwickelte sich ein reger Gedankenaustausch über WhatsApp mit einer Enkelin, mit der ich sonst nur sprechen konnte, wenn wir uns trafen. Mancher besorgte für den Nachbarn Lebensmittel und erledigte Gänge zum Briefkasten.

Wenn im Neuen Testament von dienen die Rede ist, können wir daran denken, dass „Dienen“ die Bedeutung hat von „weitergeben der Liebeserweise Gottes an die anderen.“ Jesus selbst hat sein Leben und sein Werk als Dienst bezeichnet und seine Jünger zu solchem Dienst verpflichtet. „Dienen“ heißt ursprünglich „zu Tisch dienen“, angefangen von den äußeren Nahrungsmitteln über die tätige Hilfe in den vielen Nöten bis hin zur geistlichen Speise. Die ganze Gemeinde ist zu solchem Dienst aufgerufen, denn der Geist Gottes hat jedem, der zur Gemeinde gehört, Gaben gegeben.

Die Gemeinde ist eine Schar einander dienender Glieder.

 

„Hat jemand in der Gemeinde die Aufgabe übernommen, anderen Menschen zu helfen, dann arbeite er in der Kraft, die Gott gibt. So preisen wir Gott durch Jesus Christus.“ Es war in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Eines Tages machte sich der 15-jährige Charles Spurgeon wie üblich auf den Weg zum sonntäglichen Gottesdienst. Ein heftiger Schneesturm hielt ihn davon ab, die gewohnte Versammlung zu besuchen. Stattdessen fand er Zuflucht in einer nahen Kapelle der Methodisten. Die Türen der Kapelle waren erst nicht geöffnet. Dann aber meinte der Küster, vielleicht kämen doch ein paar Leute. Um 11:00 Uhr hatten sich etwa 12-15 Personen versammelt. Leider kam der Pastor nicht.

Ein Bruder aus der Gemeinde übernahm das Predigen und bestieg die Kanzel. Sein Predigttext war „Blick auf mich, so werdet ihr selig, aller Welt Enden“ (Jesaja 45,22). Viel hatte er nicht zu sagen. Mit leichten Variationen wiederholte er den biblischen Text. Nach einigen Minuten wollte er von der Kanzel steigen, vorher wandte er sich noch an den Jungen unter der Empore. „Junger Mann“, sagte er und schaute Spurgeon an. „Du bist bekümmert. Du wirst nie aus deinem Kummer herausfinden, wenn du nicht auf Christus blickst.“ Und voller Begeisterung rief er erneut „Blicke auf Christus.“

Diesem Mann, der keine große Begabung zum Predigen hatte, war ein Blick für die Menschen geschenkt. Und diese Gabe nutzte er. Der Satz des Predigers war genau das, was der Heilige Geist brauchte, um Spurgeon zu Christus zu führen. So fing das gesegnete Leben des bald berühmt gewordenen Predigers und Evangelisten an.


Banner zum Schwerpunktthema Warum Jesus


Weitere Beiträge zum Thema

 

 

 

 

 

 


Kommentare

Von Maria am .

1. Timotheus 1:5
Das Ziel jeder Weisung und Unterweisung ist aber die Liebe, und zwar Liebe aus reinem Herzen, gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben.
Das ist wirklich mehr als bloße Theologie.


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.