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Lebkuchen im September

Wir präsentieren eine Geschichte aus dem Adventskalender-Buch „24 Seelenwärmer im Advent“ von Sabine Dittrich.

 

 

An einem sonnigen Septembertag in der Schlange vor der Supermarktkasse ziehe ich tadelnde Blicke der anderen Kunden auf mich. „Die tun das Zeug jedes Jahr früher her“, empört sich die Dame hinter mir. Extra laut, dass ich es hören kann. „Na ja, wenn die Leute unbedingt schon im September Lebkuchen essen wollen“, kommt ein brummiger Kommentar aus der Nachbarschlange. „Also, ich habe im September noch keinen Appetit darauf.“ „Ich auch nicht. Frühestens am ersten Advent“, sage ich lächelnd zu den beiden und lege die zehn Lebkuchenpäckchen sowie mehrere Beutel Pfeffernüsse und Spekulatius aufs Band.

Hinter mir ist es jetzt still. Ich zahle, nehme meinen Wagen und stelle mich beim Bäcker an. Kurz darauf ist die Frau wieder hinter mir. „Sagen Sie, warum kaufen Sie die Sachen dann schon jetzt?“ Da erkläre ich ihr, dass die Süßigkeiten für unsere Patenkinder im Ausland sind. Wir schicken ihnen jedes Jahr ein persönliches Weihnachtsgeschenk. Diese Pakete müssen im Oktober bei der Hilfsorganisation eintreffen, damit alle Formalitäten für den Sammeltransport rechtzeitig fertig gemacht werden können. Bei einer Weihnachtsfeier bekommen unsere Patenkinder dann die Geschenkpakete überreicht. „Deshalb bin ich ganz froh, dass es die Weihnachtssachen jetzt schon gibt. Sonst müsste ich normale Schokolade schicken. Das wäre doch nur halb so schön, oder?“, meine ich zum Abschluss. Ja, das kann die Dame gut verstehen. Und, nein, ich bin ihr nicht böse wegen vorhin. Wir lachen miteinander.
 

Mit 30 Euro einem Kind helfen

Später laufen wir zusammen Richtung Parkplatz. Die Frau möchte mehr wissen über die Hilfsorganisation. Ob ich sicher bin, dass das Geld wirklich bei den Kindern ankommt? Ja, ganz sicher. Wir schreiben uns Briefe, tauschen Fotos und mit meinem allerersten inzwischen erwachsenen Patenkind aus Rumänien bin ich immer noch per Facebook verbunden. Die Dame schreibt sich den Namen der Hilfsorganisation auf. Sie möchte auch gerne „persönliche Entwicklungshilfe“ leisten. Mit 30 Euro monatlich kann man das Leben einer ganzen Familie nachhaltig zum Guten verändern. Unbezahlbar sind jedoch die leuchtenden Kinderaugen auf den Fotos.
 


Bis zum 24. Dezember öffnen wir jeden Tag auf ERF Plus ein Türchen mit einer Geschichte aus dem Adventskalender-Buch „24 Seelenwärmer im Advent“ von Sabine Dittrich. 

 



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