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So geht optimale Förderung!

Wie Gott uns optimal fördert und uns so vor Über- und Unterforderung bewahrt.


In Stein gemeißelt, für alle Vorbeigehenden sichtbar, habe ich es vor einigen Wochen entdeckt. Es war diese Inschrift auf dem Türbogen eines Hauses in Würzburg, nahe der Innenstadt und der berühmten Alten Mainbrücke, der meine Neugierde weckte. Was bedeuten diese Zahlen und Abkürzungen, welche Geschichte erzählen sie?

Es war der 16. März 1945, abends um 21.20 Uhr, als die Briten kurz vor Kriegsende Würzburg angriffen, die Innenstadt zu 90 % zerstörten und nach dem 20-minütigen Bombardement bis zu 5.000 Tote zu beklagen waren. Bis heute wird übrigens dieses verheerenden Angriffs durch 20-minütiges Glockenläuten aller Würzburger Kirchen gedacht, immer am 16. März um 21.20 Uhr.

Und es war nach meiner Recherche im Historischen Lexikon Bayerns ab 1948 das „Amt für Wiedergutmachung“ (AFW), das sich „unter Mithilfe und Überwachung der amerikanischen Besatzungsmacht“ rassisch, religiös und politisch Verfolgten Rückerstattungen und Hilfe gewährte. Dabei gab es wohl das Prinzip „Jeder wie er kann.“ Das konnte bedeuten: Wir unterstützen, aber wir wollen deinen bestmöglichen Beitrag dazu. Oder auch: Wir unterstützen, weil wir – auch mit Hilfe der Amerikaner – helfen können. Wie viele Schicksale, Ungerechtigkeiten, aber auch Hoffnungen und Hilfen verbergen sich wohl hinter diesen sprechenden Steinen in diesem Türbogen?
 

„Jeder wie er kann“ – das ist biblisch

Diese vier Worte stehen für ein biblisches Prinzip, das an verschiedenen Stellen in der Heiligen Schrift zu finden ist. So sind es die Jesusnachfolger in Antiochia in der heutigen Türkei, die eine finanzielle Unterstützungsaktion für die Christen in Jerusalem beschlossen – und zwar „jeder nach seinem Vermögen“, wie es ausdrücklich heißt (Apostelgeschichte 11,29). Oder da sind die drei Knechte, denen ihr Herr in einer Erzählung von Jesus für die gleiche Aufgabe unterschiedliches Startkapital gab, „jedem nach seinen Fähigkeiten“.
 

„Jeder wie er kann“ – das ist entlastend

Unterschiedliche Menschen haben unterschiedliche Fähigkeiten! Die erste entlastende Nachricht: Wir müssen und sollen nicht mehr tun als uns möglich ist. Die zweite entlastende Nachricht: Wir sollen tun, was wir können – und nicht das, was die anderen können. Beides hat weitreichende Folgen. Machen wir es praktisch: Denken Sie jetzt an alles, was Sie gerade planen zu tun – und messen Sie das an diesen beiden entlastenden Nachrichten. Gott möchte, dass wir nicht über unsere Möglichkeiten gehen sollen. So schützt er uns vor Überforderung.

Gott möchte, dass wir nicht über unsere Möglichkeiten gehen sollen. So schützt er uns vor Überforderung.

 

„Jeder wie er kann“ – das ist herausfordernd

Vielleicht brauchen Sie diese Entlastung gar nicht, sondern vielmehr die folgende Herausforderung, die ja auch in „Jeder wie er kann“ steckt: Gib alles, fordere dich immer wieder selbst heraus. Gib alles – nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Gib dich nicht zu schnell zufrieden. Sonst kommen solche Zitate wie das im Internet gefundene heraus: „Jeder macht jetzt, was er am besten kann. Ich zum Beispiel mache jetzt nichts.“ Gott möchte, dass wir nicht unter unseren Möglichkeiten bleiben. So schützt er uns vor Unterforderung.

Gib alles, fordere dich immer wieder selbst heraus. Gib alles – nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

 

Michael vom Ende

Generalsekretär bei „Christen in der Wirtschaft

www.ciw.de


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