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Auf dem Wege

Mit Jesus Christus kommen wir selbst durch die dunklen Strecken unseres Lebens.


Manches in meinem Leben erscheint mir wie eine Illustration bestimmter Bibelworte. Seit ich 1960 zum Aufbau des ERF berufen wurde, war es z. B. der 15. Vers aus Psalm 147: „Gottes Wort läuft schnell um die Erde“. Wir sendeten damals ausschließlich über Kurzwelle. Ein Kurzwellensignal kann zur gleichen Zeit rund um den Erdball empfangen werden. Und tatsächlich meldeten sich Hörer aus allen Ecken der Erde. Vor allem aber reagiert natürlich Hörer aus unserer Region. Bis zu 500 Zuschriften erreichten uns an einem Tag, ein Zeichen für die „offene Tür“, die uns – wie seinerzeit dem Apostel Paulus – gegeben war (1. Korinther 16,9 u.a.).

Erstaunlich war es für mich mitzuerleben, dass und wie Gott unsere wachsende Organisation Monat für Monat und Jahr für Jahr mit allem versorgte, was zum Leben erforderlich war. Auftretende Probleme waren offensichtlich für Gott kein Problem. Reichte das Geld und waren genug Mitarbeiter am Werk, fehlten Arbeitsräume. Zu einer anderen Zeit stand genug Raum zur Verfügung,  aber es hätte finanziell besser aussehen können. Dennoch zu erleben, dass Gott immer wieder half – manchmal nach bangen  Wartezeiten – war und ist für mich eine Bestätigung des Wortes: „bei Gott ist kein Ding unmöglich“ (Lukas 11,27).

Als junger Mensch war ich begeistert vom  Nationalsozialismus, nach dem Krieg in der sowjetischen Besatzungszone vom Kommunismus . Erst nachdem ich Christ geworden war, las ich im Neuen Testament: „Lasst euch von keiner Ideologie oder von irgendwelchem Gerede einfangen...“ (Kolosser 2,8).

Für den ersten Evangelisationskongress hatten wir eine große Halle gemietet. Wir erwarteten 5.000 Besucher. Doch die Anmeldungen schleppten sich hin. Es sah aus, als ob wir das Ziel nicht erreichen würden. Da erinnerten wir uns als Veranstalter an das Wort Jesu: „Euch geschehe nach eurem Glauben“ (Matthäus 9,29). Gott schenkte Glauben. Am Tag des Kongressbeginns hatten wir 5001 Anmeldungen!

Bei unserer Eheschließung wurde meiner Frau und mir ein Wort mitgegeben, dessen tiefere Wahrheit wir erst im Lauf der Jahre erfuhren:

Gott aber kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk (2. Korinther 9,8).

 

Stimmt das denn, fragten wir uns.  Das Gehalt, das unser Missionswerk zahlte, war doch recht klein. Wir waren dankbar,  wenn es bis zum Monatsende reichte. Ich zögerte anfangs,  wenn es darum ging Geld zu opfern. Doch sehr bald lernten meine Frau und ich, wie wertvoll es ist, wenigstens den zehnten Teil des Einkommens für die Sache Gottes zur Verfügung zu stellen – für Kirche, Mission und zur Hilfe für Notleidende. „Gebet den Zehnten in voller Höhe, spricht der Herr, und prüft mich, ob ich euch nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle“ (Maleachi 3,10). Eine gewaltige Zusage Gottes! Ein Leben lang haben wir erfahren, dass er Wort hält.

Was bleibt, wenn ich als alter Mensch auf meine Leben zurückschaue? Ich habe erfahren, dass es für den Glaubenden nicht nur Gelingen gibt. Mit Jesus Christus kommen wir auch durch die dunklen Strecken unseres Lebens. Er bringt Licht. Das ist eine Nachricht, die es wert ist, immer wieder hinaus getragen zu werden,  damit sie so viele wie irgend möglich hören und, so hoffe ich,  Konsequenzen aus dem Gehörten ziehen.


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