Das Vierte Gebot

Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. [...] (2.Mose 20,8-11 / 5.Mose 5,12-15) - ...denn ohne Sonntage gibts nur noch Alltag...

Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.

2.Mose 20,8
 bis 11
und
5.Mose 5,12 bis 15
Es ist kein Geheimnis, dass alles, was richtig gepflegt wird, länger hält. Jede Gebrauchsanweisung enthält Pflegetipps und Reinigungs-Anleitungen – bei elektrischen Geräten etwa, oder beim Auto. Ganz ähnlich ist es mit uns Menschen. Wir sollten dafür Sorge zu tragen, dass wir „gepflegt“ sind. Auch für uns gibt es eine Gebrauchsanweisung, die uns zeigt, wie wir ein Leben führen, das in Takt bleibt und mit guten Beziehungen – zuallererst die Beziehung zu Gott – gesegnet ist.

Der »vierte Punkt der Anleitung Gottes für das Leben«, den Ruhe- oder Feiertag als heilig zu betrachten (Kasten rechts), ist dabei ein wichtiger Abschnitt.

Das Wort Sabbat kommt vom hebräischen Verb »schabbat«, was soviel wie »aufhören« bedeutet. Schon damals war der Alltag so stressig, dass die Juden der Hektik entkommen mussten. Am Sabbat konnten sie also körperlich, seelisch und geistig auftanken. Auch das vierte Gebot gab Gott nicht als Schikane, sondern weil er um unser Wohlergehen besorgt ist. 

Dieser Ruhetag ist bestimmt nicht auf den Samstag (eigentlicher Schabbat bei den Juden) beschränkt, auch wenn einige Glaubensrichtungen das so dargestellt sehen wollen. Wichtig ist eine regelmäßige und allgemeine Zeit der Erholung zu haben, in der Körper, Seele und Geist ausruhen und Kraft schöpfen können, denn Gott hat uns nicht als Arbeitsmaschinen geschaffen, die pausenlos leisten können.

Viele Menschen nehmen diesen Ruhetag nicht ernst. Der Sonntag, der in unseren Breiten als Ruhetag gilt, wird mit Freizeitstress, statt mit Erholung gefüllt. Manche Zeitgenossen sind darum am Montag viel erschöpfter als am Freitag. Viele Menschen leiden unter anderem darum unter dem so genannten Burnout-Syndrom, einer Erschöpfungs-Depression.

Während der Französischen Revolution stellten die Rädelsführer so ziemlich alles auf den Kopf – auch die traditionelle Wocheneinteilung. Sie schafften sogar den wöchentlichen Ruhetag ab und führten eine Zehn-Tage-Woche ein. Die Leute mussten jeden Tag arbeiten, bis sie zusammenbrachen! Da merkten es auch die Revolutionäre, dass der menschliche Körper immer wieder eine Pause braucht.
Ebenso hatten die Sowjets in ihren frühen Tagen einmal versucht, die Einteilung der Woche zu verändern. Sie wählten eine Fünf-Tage-Woche mit einem freien Tag zum ausruhen. Davon versprachen sie sich einen günstigeren Arbeitsrhythmus und bessere Erträge. Doch dieser stellte sich nicht ein, woraufhin dieser antireligiöse Kalender wieder abgeschafft wurde.

Gott, so berichtet es die Bibel, hat bei der Erschaffung der Welt nach sechs Tagen eine Pause eingelegt. „Deshalb hat er den siebten Tag der Woche gesegnet und zu seinem Tag erklärt.“ Die Sonntags-Siesta stammt also vom Schöpfer höchstpersönlich! Er hätte diesen Ruhetag kaum nötig gehabt, aber „vorbildlich“ er legte eine Pause ein, um seine Arbeit zu besehen.

Genau das müssen wir auch tun. Arbeitsspezialisten haben bestätigt, dass der Mensch viel produktiver ist, wenn er gezielt Arbeitspausen in einem vernünftigen Maß einhält. Nach 45 Minuten sinkt unsere Konzentration, dann brauchen wir eine kurze Pause. Ohne Pausen machen wir mehr Fehler, und unsere Motivation lässt nach – erst Recht, wenn wir in sieben Tagen keinen Tag frei hätten. Und auch unsere Seele braucht Ruhe von täglichen Eindrücken, hohem Leistungsdruck und/oder von privaten Problemen.

Dazu gehört auch, dass wir am Ruhetag Zeit für Gott einplanen können. Gott, der zu uns eine enge (freundschaftliche) Beziehung haben möchte, hat Dir auch dazu den Freiraum geschaffen. Deswegen finden Gottesdienste an diesem freien Tag statt. Hier können wir primär die Beziehung zu Gott pflegen, gemeinsam mit anderen Menschen ihm zuhören und mit ihm reden.

Pflege Dich und Deine Beziehung zu Gott. Das ist Wellness, das ist eine gute „Inspektion“, das ist das, was dein Lebensmotor braucht, um lange durchzuhalten und um dem Gott gerecht zu werden, der Dir die Hand entgegenstreckt und möchte, dass Dir Dein Leben gelingt.