Andacht Lesezeit: ~ 3 min

Und das muss auch noch mit...!

Der Prediger ist nie in den Urlaub geflogen. Trotzdem sind seine jahrtausendealten Weisheiten beim Kofferpacken unverzichtbar.


„Der letzte Sommer war wunderschön. Er war an einem Donnerstag.“ Dieser Witz über unser Reiseziel machte mich beim Kofferpacken für den Sommerurlaub etwas nervös. Wie sollten wir im Fall von zwei Wochen Dauerregen unsere Kinder, 4 und 2 Jahre, beschäftigen? Also packte ich Bücher, DVDs, Rätselblöcke, Malsachen, Autos, Playmobil und weiß der Geier was noch alles ein. Von vier großen Gepäckstücken enthielt eins nur Spielzeug! Ich fühlte mich für alle Eventualitäten gerüstet.
 

Zu viel unnützer Kram

Wir hatten zwei Wochen lang strahlenden Sonnenschein. Tür auf, Kinder raus, Kinder glücklich. Sie spielten viel lieber mit Kieselsteinen und Ästen, die sie auf dem Grundstück zusammenklaubten, statt mit den mitgebrachten Spielsachen. Als sie in einem Nähmaschinentisch alte Garnrollen fanden, war die Freude riesig! Wie sich ihre Flummis, Knetekrümel und Playmobilfiguren trotzdem explosionsartig über die gesamte Hütte verteilten und zuverlässig im Weg herumlagen, ist mir ein Rätsel. Gespielt haben die beiden damit so gut wie gar nicht.

Besser nur eine Handvoll besitzen und Ruhe genießen als viel Besitz zu haben und alle Hände voll zu tun. Denn im Grunde lohnt sich das ja nicht. (Prediger 4,6, HfA)

 

Besitz nimmt die Gedanken gefangen

Der Prediger aus dem Alten Testament hat es auf den Punkt gebracht. Dabei hat er damals gar nicht wissen können, wie fürstlich sich die Fluggesellschaften heutzutage jedes Kilo Übergepäck bezahlen lassen! Aber Menschen haben schon zu allen Zeiten dazu geneigt, Kram anzuhäufen und ihm zu viel Bedeutung beizumessen. Die Fragen „Muss die Pippi-Langstrumpf-DVD mit ins Gepäck?“ und „Kann ich die halbe Million für die Hundehütte mit Fußabtreter im Frankfurter Speckgürtel in meinem Leben noch abbezahlen?“ sind enger verwandt, als es den Anschein hat. Wenn Besitztümer meine Gedanken beschäftigen, binden sie meine Kraft und hindern mich daran, zur Ruhe zu kommen und Energie für die Dinge zu sammeln, die von Bedeutung sind. Ich muss selbst wissen, ob es mir das wert ist. Aus dem „Denn im Grunde lohnt sich das ja nicht“ kann ich die Frage ableiten: „Was lohnt sich stattdessen?“
 

Richte deine Kraft auf das, was bleibt

Statt mich für den Erwerb eines Gegenstands abzustrampeln, investiere ich meine Energien lieber in Dinge, die wirklich wertvoll sind und mich aufbauen. Dinge, die bleiben. Ich habe viel schönere Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse als an die Sachen, die ich mir irgendwann mal gekauft habe. Ein Gegenstand kann mich nicht so berühren, wie etwa die Menschen, mit denen ich mein Leben teile. Es sind diese sinnlichen Erlebnisse, die hängenbleiben und noch Jahre später in schönen Erinnerungen nachhallen. Schönes zu genießen ist übrigens kein Selbstzweck. Die Erinnerungen daran werden irgendwann genauso verblassen wie mein Besitz. Aber in solchen Erlebnissen kann ich Gott begegnen, der mir die Sinne geschenkt hat, mit denen ich das Gute genießen darf. Und letztlich sind es diese Begegnungen mit meinem Schöpfer, die mir den Weg zur Antwort auf die Frage „Was lohnt sich stattdessen?“ bereiten.

Vor dem nächsten Kofferpacken lese ich den Prediger. Das habe ich mir fest vorgenommen.


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