Andacht Lesezeit: ~ 4 min

Eine teure Angelegenheit

Ein Mut machender Blick in die Schatzkammer Gottes.

Ich mag es, auf knarzigen Dachböden und in alten Kellergewölben zu stöbern. In verstaubten Kisten zu wühlen und klemmende Schubladen mit längst vergessenem Inhalt genauer unter die Lupe zu nehmen. Oder über einen Flohmarkt zu schlendern. Immer mit dem Ziel, wieder ein „Schätzchen“ zu entdecken.

Über Geschmack lässt sich streiten

Was für den einen wertvoll ist, wonach er lange sucht und wofür er auch einiges zu zahlen bereit ist, hat für einen anderen überhaupt keinen Wert – nicht mehr oder nie gehabt. Es steht nur im Weg oder hat ausgedient. Aussortiert.

Das Prädikat wertvoll wird also subjektiv vergeben. Es gibt offensichtlich keinen allgemein verbindlichen Maßstab in der Frage, was wertvoll ist und was nicht. Häufig profitiere ich von dieser Beliebigkeit.   

Aber was, wenn es um mehr geht als um Sachen und Gegenstände! Wenn es um den Wert eines Menschen (-lebens) geht! Woran orientiere ich mich dann?  

Nichts zu rütteln

Ich bin dankbar, dass ich jenseits aller gesellschaftlichen, politischen oder individuellen Wertmaßstäbe um einen absolut verbindlichen Wertemaßstab für mich weiß. Den Maßstab Gottes! Er legt ihn in Jesaja 43, 4 an:

 „Weil du teuer bist in meinen Augen und wertvoll bist und ich dich lieb habe, so gebe ich Menschen hin an deiner Stelle und Völkerschaften anstelle deines Lebens.“

Ich bin dankbar, dass ich jenseits aller gesellschaftlichen, politischen oder individuellen Wertmaßstäbe um einen absolut verbindlichen Wertemaßstab für mich weiß. Den Maßstab Gottes!

 

Unglaublich, wie ich finde! Immerhin hatte das Volk Israel Gott in der Vergangenheit über Jahrhunderte hinweg schon einiges geboten: Sie waren häufig unzufrieden mit dem, was Gott ihnen schenkte. Sie murrten, wollten mehr. Missachteten seine Gebote und dienten immer wieder anderen Göttern.

Gründe genug, um sie als „unbrauchbar“, „begriffsstutzig“, „ungläubig“ oder „unzuverlässig“ zu beurteilen. Aber doch nicht als „wertvoll“. Nach menschlichem Wertmaßstab.

Die Guten ins Töpfchen …

Als Menschen brauchen wir etwas, woran wir uns orientieren können. Einen Rahmen, der uns hilft, uns in unserem Leben zurechtzufinden. Uns zu positionieren, um Sicherheit zu erleben. Im Blick auf uns selbst, auf unsere Mitmenschen, auf Gott und auf das Leben. Diesen Wertmaßstab entwickeln wir bereits in den ersten Jahren unseres Lebens. Auf der Basis unserer individuellen Erfahrungen und wie wir dieselben deuten. Sowie den Schlüssen, die wir dann für uns daraus ableiten. 

Als Menschen brauchen wir etwas, woran wir uns orientieren können. Einen Rahmen, der uns hilft, uns in unserem Leben zurechtzufinden.

 

Doch zurück zu Gott und dem Volk Israel. Welche Schlüsse zieht Gott aus den o.g. Erfahrungen mit seinem Volk? Sind ihm über die Jahrhunderte hinweg ihre Verfehlungen entgangen? Nein. Sind sie nicht. In den vorangehenden Kapiteln des Jesajabuches nennt Gott deutlich beim Namen, was ihm überhaupt nicht gefällt. Und es berührt ihn. Mal reagiert er traurig darauf, ein anderes Mal zornig. Dennoch kommt er zu dem Schluss, dass sein Volk wertvoll ist! Was bedeutet das konkret für mich, für Sie?

Die Schlechten ins Kröpfchen?

Der Wert, den wir vor Gott haben, ist offensichtlich unabhängig von dem, was wir tun und lassen. Oder wie wir (er)scheinen. Er taxiert uns nicht erst von oben bis unten. Überlegt, ob er uns gebrauchen kann. Ob wir nicht zu viel Platz in seinem Reich beanspruchen. Oder ihm zu sperrig sind. Ob es sich für ihn lohnt, dass er sich näher mit uns beschäftigt und in uns investiert. Um uns anschließend ins Regal eines Dachbodens oder Kellergewölbes zurückzustellen oder in eine Kiste zu verfrachten.

Der Wert, den wir vor Gott haben, ist offensichtlich unabhängig von dem, was wir tun und lassen. Oder wie wir (er)scheinen.

 

Unser Wert kommt von unserem Schöpfer selbst. Aus seinem unwiderruflichen Ja zu unserem Sein. Nicht zu unserem Tun. Wir sind. Wertvoll, weil ER das einmal so entschieden hat. Zu dieser Entscheidung steht er bis heute. Bis in Ewigkeit. Seine Entscheidung ist motiviert von Liebe. Einer Liebe, die nicht an Bedingungen geknüpft ist. Davon hängen wir wirklich ab. Sie. Und ich. Und nur davon! Was mache ich mit dieser Erkenntnis?  

Auf den Geschmack gekommen

Ich kann meinen Wertmaßstab mit Gottes Hilfe immer wieder korrigieren. Kann Schubladen öffnen, in die ich mich selbst eingeschlossen habe oder mich habe einschließen lassen. Über eine lange Zeit. Ohne zu bemerken, wie sehr sie klemmen und das verdecken, was Gott durch mich sichtbar machen will.

Es ist mir möglich, die eine oder andere Beschriftung zu ändern, die ich nicht (mehr) brauche. Weil ich mich an dem orientiere, wie Gott mich sieht. Das gibt Sicherheit. Und macht mich zunehmend fähig, auch meine Mitmenschen mit den Augen Gottes zu sehen. Gleichwertig. Und ihnen in der Konsequenz mit Wertschätzung zu begegnen. Ich kann Kisten öffnen, in die ich Menschen einsortiert habe. Vielleicht schon vor Jahrzehnten. Um sie noch mal neu anzuschauen. Mit einem Blick, den Gott auf diese Menschen hat. Um neue Schätze zu entdecken. „Schätzchen“ Gottes! Das will ich! Und ich lade Sie ein, mit mir auf Schatzsuche zu kommen.


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