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Die Sache mit der Dividende

Die große Abrechnung – Warum es auf die Dividende ankommt.

Am Ende eines jeden Quartals legen Aktiengesellschaften einen Bericht ab. Einmal im Jahr, zur Jahreshauptversammlung, wird detailliert über das zurückliegende Geschäftsjahr berichtet. Dann erfahren die Aktionäre, ob sie mit einem Kursgewinn und entsprechenden Dividenden rechnen können. Waren die Geschäfte gut, stärkt das die Position des Vorstands und es gibt vielleicht sogar eine Bonuszahlung. Verlief das Geschäftsjahr schlechter als erwartet, kann sich der eine oder andere Finanzvorstand warm anziehen. Vor allem bei wiederholt schlechtem Abschneiden steht der eine oder andere Name schnell zur Disposition.

In der Bibel ist ebenfalls von einer Art Hauptversammlung die Rede. Früher sprach man vom »Jüngsten Gericht«. Auch hier geht es um Abrechnung. Genauer gesagt, um die Schlussrechnung. Sie, ich, jeder Mensch wird sich dann verantworten müssen. 

„In der Bibel ist ebenfalls von einer Art Hauptversammlung die Rede. Früher sprach man vom »Jüngsten Gericht«. Auch hier geht es um Abrechnung. Genauer gesagt, um die Schlussrechnung. Sie, ich, jeder Mensch wird sich dann verantworten müssen.“

 

Dass die Sache nicht auf die leichte Schulter genommen werden kann, macht der Evangelist Matthäus deutlich. Er widmet zwei Kapitel seines Evangeliums dem Thema »letzte Tage«.   

Worauf es ankommt 

Die Kriterien, nach denen einmal bewertet wird, beschreibt Jesus unmissverständlich. Es wird um anvertraute Talente, meinen Glauben und um die Art und Weise gehen, wie ich meine Überzeugungen gelebt habe. Matthäus zitiert Jesus mit den Worten:

„Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25,40)

Jesus interessiert nicht, wie fromm ich geredet habe. Auch meine theologischen Spezialerkenntnisse spielen an diesem Tag eine untergeordnete Rolle. Jesus wird fragen, wie mein Glaube zur Tat geworden ist. Habe ich die Hungrigen gespeist, die Durstigen erfrischt, die Fremden willkommen geheißen, die Kranken besucht und mich um die Gefangenen im Knast gekümmert?

„Jesus interessiert nicht, wie fromm ich geredet habe. Auch meine theologischen Spezialerkenntnisse spielen an diesem Tag eine untergeordnete Rolle. Jesus wird fragen, wie mein Glaube zur Tat geworden ist.“

 

Fremde sind heute in der Kritik. Viele sind der Meinung, wir hätten mehr als genug ins Land gelassen. Das Boot sei voll, heißt es. Gefangene sind ebenso wenig angesehen. Schließlich verbüßen sie eine gerechte Strafe. Kranke? Naja, da kommt es darauf an. Bei einer akuten Erkrankung zeigen wir unser mitfühlen. Was aber ist mit den Langzeitkranken, denen, die sich immer nur um ihre Wehwehchen drehen? Ich bin da schnell geneigt, mich weniger anstrengenden Menschen zuzuwenden.

In den Worten Jesu schwingt eine gewisse Endgültigkeit. „Wenn du das getan hast, dann hast du das mir getan.“ „Wenn du die Kranken und die Gefangenen besucht und die Fremden willkommen geheißen hast, dann…“ „Wenn du dem Hungrigen und Durstigen geholfen hast, dann…“

Klare Regeln

Für das Management einer Aktiengesellschaft gibt es klare Regeln. Alle Beteiligten, egal ob sie Angestellte oder Investoren sind, wissen, was erwartet wird. Sie wissen, was Erfolg ist und wie Misserfolg aussieht. Nicht anders verhält es sich mit Blick aufs Leben. Es ist nicht egal, wie ich lebe und mich anderen gegenüber verhalte. Es ist auch nicht egal, ob ich diese oder jene religiöse Überzeugung pflege. Am Ende werde ich – und mit mir jeder Mensch auf dieser Erde – vor dem stehen, der von sich selbst sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum, Vater als nur durch mich“ (Johannes 14,6). Ich – Sie – werden Jesus Rechenschaft ablegen müssen. Er wird das Urteil über mein Leben sprechen.

„Ich – Sie – werden Jesus Rechenschaft ablegen müssen. Er wird das Urteil über mein Leben sprechen.“

 

Ich will meine Priorität von Jesus zurecht rücken lassen. Wenn er sagt: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“, dann ist das für mich das wesentliche Kriterium. Ich kann und will es mir nicht leisten, sie ungehört zu lassen.


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