Andacht

Quo vadis?

Warum es sich lohnt, in guten und schweren Zeiten an Gott festzuhalten.

Der Alte hatte sie gerufen und sie waren gekommen. Aus allen Ecken und Winkeln des Landes hatten sie sich auf den Weg gemacht, um ihn zu hören. Jedem war klar, dass etwas Besonderes bevorstand.

Nachdem er ihnen eindringlich ins Gewissen geredet hatte, sagte der steinaltgewordene Josua den Versammelten:

„Gefällt es euch aber nicht, dem HERRN zu dienen, so wählt euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter gedient haben jenseits des Stroms, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen“, Josua 24,15.

Vorausgegangen war eine Rede über die mächtigen Taten Gottes. Josua hatte die Israeliten daran erinnert, woher sie stammten und aus welcher Not Gott sie befreit hatte. Für Josua war die Sache klar. Er und sein Haus würden ohne Wenn und Aber Gott dienen, und zwar auch dann, wenn sich alle anderen gegen diesen Glauben entscheiden sollten. 

Der polnische Schriftsteller des Romans Quo Vadis, Henryk Sienkiewicz, lässt den aus Rom fliehenden Apostel Petrus Jesus begegnen. Der Apostel Petrus fragt Jesus überrascht:  „Domine, quo vadis?“ - „Wohin gehst du, Herr?“ „Nach Rom“, lautet die Antwort, „um mich erneut kreuzigen zu lassen“. Daraufhin trifft Petrus eine folgenreiche Entscheidung. Er kehrt um, wird in Rom festgesetzt und schließlich gekreuzigt.

Der alte Josua stellte die Israeliten vor die Wahl. Jesus mutet Petrus eine Entscheidung zu. Wie werden Sie sich verhalten? Gehen Sie den Weg mit Gott oder nicht?

Ich habe mich gefragt, wie ich mich in einer solchen Situation verhalten hätte. Würde ich Gott die Treue halten oder mich meinem Umfeld anpassen? Würde ich nach Rom umkehren oder lieber das sichere Weite suchen?

Ich habe mir – wie Josua damals – das große Bild angeschaut. Habe mir vor Augen gehalten, wie Gott mich durch gute und schwere Zeiten geführt hat. Einmal mehr ist mir deutlich geworden: Ich folge nicht irgendeiner abstrakten Vorstellung von Gott. Nein, ich glaube an und folge einem Gott, der sich in die Geschichte einmischt, der mich im Blick hat. Deshalb möchte ich Josuas Beispiel folgen: „Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.“ So wahr mir Gott helfe.
 

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