Andacht

Mein Lieblingstext in der Bibel (2)

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, über 2. Korinther 3,17.

 

Mein Lieblings-Vers kommt aus dem 2. Korintherbrief, dem 3. Kapitel, der Vers 17: Der HERR ist der Geist. Und wo der Geist des HERRN ist, da ist Freiheit. (2. Korinther 3,17) Dieser Bibelvers hat mich in einem wichtigen Teil meiner Biografie immer begleitet. Es war der letzte Satz meiner Habilitationsschrift, mit der ich mich beruflich qualifiziert habe. Es war der Satz, der mir bei meiner Ordination zugesprochen worden ist. Und ich habe es dann zum Motto meiner Zeit als Bischof gemacht, diesen Vers aus dem 2. Korintherbrief. Und es war erst einige Monate später, als ich dann in der Zeitung gelesen hab wie der Bischofs-Vers von Kardinal Marx, meinem Partner hier in München, heißt: Der HERR ist der Geist. Und wo der Geist des HERRN ist, da ist Freiheit.

Freiheit hat die Kraft Gottes zum Inhalt

Freiheit ist ein Mega-Thema unserer Zeit. Viele Menschen gebrauchen dieses Wort und eigentlich immer als ein Wort, was eine Vision beinhaltet. Aber was heißt Freiheit eigentlich heute? Heißt es, dass ich zwischen 10.000 Optionen wählen kann? Heißt es, dass ich unabhängig bin von jeder Verpflichtung? All das, was heute in der modernen Zeit eine so große Rolle spielt, ist am Ende nicht der Kern dieses Wortes „Freiheit“.

Freiheit, so sagt die Bibel, ist ein Wort, was die Kraft Gottes zum Inhalt hat. Aus der Kraft Gottes leben dürfen, das ist Freiheit. Aus der Fülle leben dürfen, das ist Freiheit. Auch ohne materielle Reichtümer ein glückliches Leben führen zu können, das ist Freiheit. Freiheit heißt, einen Sinn in meinen Leben zu spüren, um mich für etwas Sinnvolles einzusetzen. Es heißt, mit den anderen Menschen zu leben anstatt gegen sie.

„Von der Freiheit eines Christenmenschen“, so heißt die wichtigste Schrift Martin Luthers. Und in dieser Schrift zeigt Luther, wie sehr Freiheit immer auch Dienst für den Nächsten ist. „Sieh, so fließt aus dem Glauben die Liebe und die Lust zu Gott und aus der Liebe ein freies williges fröhliches Leben dem Nächsten umsonst zu dienen.“ Das ist Freiheit. Ja, es stimmt: Der HERR ist der Geist. Und wo der Geist des HERRN ist, da ist Freiheit. 


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Kommentare

Von Klaus W. am .

Frei sind laut Bibel nur Sklaven Jesu Christi. Wer die Jungfrauengeburt Jesu leugnet und damit Gott zum Hampelmann seiner eigenen Naturgesetze macht, ist ein Sklave Satans.

Von Christ am .

@ Manfred S.: Amen! Ganz richtig!!

Von Horst S. am .

In manchen Diskussionsbeiträgen hier spüre ich mehr Angst als Freiheit und mehr den Wunsch Gesetze aufzurichten als Türen zu öffnen.

Von Brigitte D. am .

Eine faszinierende sicht der christl. Freiheit! Wenn es mir doch auch so ginge, dass ich immer aus der Fülle leben könnte und aus dieser Haltung meinem Nächsten dienen könnte. Aber öfter möchte ich auch die eigene Freiheit leben und das tun, wozu ich Lust habe.
Aber wie kann ich mehr zu der oben beschriebenen inneren Haltung kommen?

Von Martin F. am .

Eine sehr schwache Auslegung des EKiD Bischoffs.
Freiheit, wo der Geist Gottes ist, ist Freiheit unter dem Evangelium. JESUS befreit uns zu einem von Egoismus, Selbstsucht, Selbstdarstellung und Angst zu einem. Zeugnis vor allen Menschen, auch vor Muslimen.
Die "Freiheit" auf dem Tempelberg und vor der Klagemauer das Kreuz abzunehmen ist m.E. keine Freiheit, sondern Feigheit.
Ich wünschte mir von ihm ein klares Zeugnis vor Muslimen zu JESUS, dem Anfänger und Vollender unseres Glaubens, in dem ALLEIN unser Heil besteht.

Von Martin D. am .

Sehr geehrter Herr Bedford-Strohm.
Der Geist des Herrn, das ist der Geist der Wahrheit. "Denn wir sind nicht wie die vielen, die das Wort Gottes verfälschen, ..."2.Kor.2,17
Lieber Herr Bedford-Strohm, wenn wir das Wort Gottes verfälschen (Sühneopfer? Gender? "Ehe für alle"?) Die Bibel sagt, wer den Herrn Jesus lieb hat, der hält sein Wort. In Joh. 14,24 lesen wir: "Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht. ..." Dasgleiche gilt auch für Ihren Partner, Kardinal Marx - diese mehr

Von Manfred S. am .

Das ist ja grundsätzlich richtig. Nur die Freiheit hört da auf, wo sie gegen Gottes Wort verstößt. Und da sollten sich beide Großkirchen mal an der Nase fassen.


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