Andacht Lesezeit: ~ 3 min

Sinneswandel statt Vernichtung

Überraschende Einsichten eines mächtigen Königs.

„Ich pries und ehrte den, der ewig lebt, dessen Gewalt ewig ist und dessen Reich für und für währt.“ Daniel 4, 31-32

Wer sagt so einen frommen Satz? Von den vermeintlich mächtigsten Menschen dieser Erde habe ich so eine Twitterbotschaft bisher noch nicht gelesen. Und so ist auf den ersten Blick klar, dass dies  Bibelsprache ist und mit unserer Wirklichkeit nicht viel zu tun hat.

Irrtum. Denn dieser Satz stammt von König Nebukadnezar, dem mächtigstem Mann seiner Zeit in seiner Region, vergleichbar mit Putin oder Trump, nur dass damals das Twittergewitter noch nicht zu den Instrumentarien einer Amtsführung gehörte.

Der mächtigste Mann schlottert vor Angst

Trotzdem ist dieser Satz von Nebukadnezar in die Menschheitsgeschichte eingegangen. Bemerkenswert ist dieser Satz schon allein deshalb, weil Nebukadnezar gar nicht fromm ist.  Warum also stellt der König Gott in den Mittelpunkt und sogar über sich? Die Begründung ist erschreckend: Der mächtigste Mann ist im Grunde seines Herzens zutiefst verängstigt.

Nebukadnezar liegt zitternd im Bett und hat einen schrecklichen Alptraum; stellen wir uns das einmal bei Putin, Trump oder Kim Jong Un vor. Der Machtmensch Nebukadnezar wird in diesem Traum mit einem riesigen Baum verglichen. Er spendet Schatten und Nahrung. Das schmeichelt dem Ego. Und Nebukadnezar würde sich gerne weiter in diesem Bild sonnen. Doch Gott findet das gar nicht gut. Der Baum soll abgehauen werden. Und davor hat der König natürlich panische Angst.

Gott will Nebukadnezar gar nicht vernichten

Der Prophet Daniel wird herbei gerufen und deutet ihm den Traum. Und darin wird deutlich: Gott will Nebukadnezar gar nicht vernichten. Gott will einen Sinneswandel herbeiführen. Nebukadnezar soll erkennen, dass nicht er der Größte ist sondern Gott. Und er soll merken, dass es mit seiner Selbstgerechtigkeit nicht weit her ist.

Nebukadnezar soll dem Reich Gottes dienen

Nebukadnezar soll zukünftig nicht nur Gott preisen, er soll seine Sünden bekennen und fortan den Armen dienen, wörtlich bei Luther: Er soll sich „durch Wohltaten an den Armen“ auszeichnen. Gott ruft den großen Diktator heraus aus der Selbstherrlichkeit und beruft ihn zur Dienerschaft für andere, Gott holt Nebukadnezar zurück auf den Boden der Wirklichkeit. Wenn Nebukadnezar diesem Ruft folgt, dann darf er sogar sein Reich behalten, weil es dadurch Teil von Gottes Reich wird. Wichtig sind Gott dabei aber nicht die nationalstaatlichen Grenzen, in denen Nebukadnezar denken mag, wichtig ist Gott die Teilhabe an seinem Reich. Und das besteht aus echtem Frieden, aus echter Gnade und aus grenzenloser Barmherzigkeit. Als Nebukadnezar dies erkennt, preist er Gott und erlangt seinen Verstand wieder.

Wir sind ebenfalls berufen

Was heißt das für uns? Was heißt das für mich? Erstens: Ich bin nicht die unerschütterliche Eiche – schon gar nicht durch  meine eigene Kraft. Zweitens: Alles, was ich bin, bin ich durch Gott. Er könnte mich umhauen. Drittens: Gott will mich aber berufen, an seinem Reich teilzuhaben. Viertens: Dieses Reich besteht aus Frieden, Gnade und Barmherzigkeit. Fünftens: Es gilt daher, dieses Reich zu verteidigen, aber nicht mit Klauen und Zähnen sondern mit Zuwendung zum anderen; und auch wenn dies fast unmöglich erscheint in einer globalisierten Welt, sei daran erinnert, dass Nebukadnezar ebenfalls für ein Weltreich verantwortlich war.

Nebukadnezar denkt um

Wir sind berufen, das Reich Gottes zu leben und zu verkünden. Wir sind Teil einer großartigen Sache. Nebukadnezar denkt um und stellt die Dinge vom Kopf auf die Füße. Er weiß: Ich bin nicht mehr der Größte, aber der barmherzige Gott steht über mir wie ein Schutzschirm unter den ich mich als dankbarer Sünder stellen kann. Aber nicht geknechtet, sondern frei.

Anregung

Nehmen Sie sich Zeit, und beten Sie in diesen Tagen neu um Befreiung und Berufung.


Kommentare

Von Werner M. am .

Die Botschaft zeigt die überragende Gnade Gottes-ER ist wirklich gut!

Von Stanley am .

Sinneswandel statt Vernichtung. Der mächtigste Mann schlottert vor Angst. Nebukadnezar denkt um.


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