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Die Ampel

Impulstexte zum Advent von Elke Werner.

Elke Werner (Foto: Matthias Schüssler)
Elke Werner (Foto: Matthias Schüssler)

Ob mit oder ohne Ampelmännchen: Wir brau­chen sie — die Ampeln. Sie regeln den Ver­kehr, bewahren uns vor Unfällen.  Und doch fällt es uns schwer, an einer roten Ampel zu warten. Wir haben es eilig und sehen nicht ein, dass wir uns von einem solchen farben­frohen Gestell stoppen lassen sollten.

Auf das Signal warten

In Frankreich hat man gerade in einer Stadt als Experiment eine neuartige Anlage an den Ampeln installiert. Die Ampel steht auf Rot. Sobald ein Fußgänger dennoch auf die Straße tritt, ertönt ein schrilles Quietschen von bremsenden Autoreifen. Erschreckt schauen die Fußgänger in Richtung des Lärms, in der Sorge, von einem Auto erfasst zu werden. Weit gefehlt. Es gibt nur das Geräusch. Und ein Foto von ihrem angstverzerrten Gesicht. Das sehen sie auf einer Leinwand und erhalten so die Erklärung, dass es nur ein Experiment ist, in das sie geraten sind. Ziel dieser speziellen Ampel: Die Fußgänger sollen lernen, auf die Ampel zu achten und die rote Ampel zu befolgen. Es könnte sie das Leben kosten, trotz roter Ampel die Straße zu überqueren. Es lohnt sich also, auf die grüne Ampel zu warten und dann erst zu starten.

 

Gott lässt uns manchmal sehr lange warten, bis er unsere Gebete erhört. Das tut er nicht, um uns zu quälen. Das hat damit zu tun, dass wir sonst in Gefahr geraten würden. Egal, welcher Art. Gott meint es gut mit uns und es lohnt sich, auf sein Signal zu warten und nicht die Dinge in die eigene Hand zu nehmen.

Erst stehen, dann gehen! So haben wir es in der Schule gelernt. Vor Gott stehen im Gebet und dann auf sein Wort hin gehen: So kommen wir sicher am Ziel an.

Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung, dass ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. (Psalm 43,3–5)
Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Fragen zum Nachdenken:

Habe ich ein grünes Licht von Gott für das, was ich mir vorgenommen habe? Wo steht Gottes Ampel auf Rot und wo versuche ich, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen? Wo gefährde ich andere Menschen durch meine Ungeduld?

© Neufeld Verlag, Cuxhaven 2017

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